Als Nächstes gibt sie Herrchen oder Frauchen Verhaltensratschläge und versucht beim Hund ein Alternativverhalten aufzubauen. Manchmal dauert so ein Training mehrere Wochen. Der Erfolg hängt auch davon ab, wie konsequent die Besitzer mit ihren Hunden üben. "Das fällt den Menschen oft viel schwerer als dem Tier", sagt Heinemann.

Die Arbeit findet überwiegend draußen, meistens bei Spaziergängen statt. Hundepsychologen müssen den Umgang mit Mensch und Hund mögen, außerdem sind Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Eine gute Beobachtungsgabe ist genauso wichtig wie gut zuhören zu können.

Heinemann hat in der Schweiz Hundepsychologie studiert. Das Studium ist EU-weit anerkannt. In Deutschland gibt es die Möglichkeit, ein Studium der Biologie mit Schwerpunkt Verhaltensbiologie zu absolvieren. Zwingend notwendig aber ist ein Studium für die Arbeit nicht.

Innerhalb des Studiums wird die Verhaltensbiologie des Hundes gelehrt, dazu gehört auch das Wildhund- und Wolfverhalten. Darüber hinaus lernen die Studenten viel über das Aggressionsverhalten und die Bedürfnisse der Tiere. Auch Lerntheorie gehört dazu: Wie lernt ein Hund? Welche Maßnahmen und Methoden des Lehrens mit dem Tier gibt es?

Die Arbeit mit den Besitzern ist manchmal schwierig

In der Regel sind Hundespychologen selbstständig. Die Auftragslage variiert, ebenso das Honorar. Akquise und Buchhaltung gehören dazu.

Nicht selten ist die Arbeit mit den Menschen weitaus schwieriger als mit dem Hund. "Die Menschen denken zu viel und stehen sich selbst im Weg. Manche Halter verstehen nicht, dass ihre Erwartungen an den Hund überhaupt nicht seiner Natur entsprechen." Ansonsten mache nur das Wetter die Arbeit manchmal schwierig. Hinzu kommen unregelmäßige Arbeitszeiten. Viele Abendeinsätze und Arbeit am Wochenende gehören zum Alltag der Tierpsychologen.

Das alles kann aber den Spaß an der Arbeit mit den Hunden nicht trüben. "Es ist schön zu sehen, wenn man Erfolg hat und sowohl Hund als auch Mensch am Ende zufrieden sind."

  • Gehalt: variiert
  • Arbeitszeit: variiert
  • Ausbildung: keine Ausbildung vorgeschrieben; Studium der Biologie mit Schwerpunkt Verhaltensbiologie möglich