Im Vorfeld zum EU-weiten Equal Pay Day (Tag der gleichen Bezahlung) am 28. Februar hat die EU-Kommission bekannt gegeben, dass Frauen in der Europäischen Union im Jahr 59 Tage extra arbeiten müssten, um so viel zu verdienen wie Männer. Der unbereinigte Stundenlohn von Frauen liegt im Durchschnitt rund 16 Prozent unter dem von Männern, teilt die Kommission in Brüssel unter Berufung auf die neuesten vorliegenden Zahlen mit. Die Zahl wird berechnet, indem alle Frauen- und Männerlöhne miteinander verglichen werden.

Kritiker weisen darauf hin, dass die unbereinigte Lohnlücke nicht aussagekräftig sei, weil Frauen häufiger in Teilzeit und auf unteren Positionen arbeiteten und außerdem häufiger schlecht bezahlte Berufe ergriffen. Die Gegenseite verweist darauf, dass auch bei einer bereinigten Berechnung, die nur vergleichbare Positionen und Qualifikationen miteinander vergleicht, eine Lücke von wenigen Prozent bleibt, die mit Diskriminierung aufgrund des Geschlechts zu erklären sei.

Immerhin hat sich die unbereinigte Gehaltslücke im EU-Durchschnitt etwas verringert. Das habe der Kommission zufolge aber auch damit zu tun, dass infolge der Krise die Löhne in klassischen Männerberufen wie im Baugewerbe zurückgingen. 

Der europäische Equal Pay Day findet am Donnerstag statt und wurde nicht zufällig ausgesucht, es ist der 59. Tag des Jahres und soll somit die Lohnlücke repräsentieren.

In Deutschland beträgt der unbereinigte Gender Pay Gap knapp 21 Prozent. Darum findet der Equal Pay Day in diesem Jahr hierzulande am 21. März statt. Bundesweit sind für diesen Tag Veranstaltungen geplant.