Was hat sich geändert?

Seit 2013 sind auch geringfügig Beschäftigte rentenversicherungspflichtig. Außerdem wurde die monatliche Verdienstgrenze von 400 auf 450 Euro angehoben. Minijobber können sich von dieser Rentenversicherungspflicht jedoch befreien lassen.

Wann gilt die Freiwilligkeit?

Minijobber konnten schon vorher freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen. Nun besteht im Grunde eine Pflicht. Auf diese Weise soll das Altersarmutsrisiko von Menschen mit geringfügiger Beschäftigung abgemildert werden. Weil das Einkommen aber ohnehin schon so schmal ist, können sich Minijobber von der Rentenpflicht befreien lassen. Eine Begründung braucht es dafür nicht. Allerdings hat die Befreiung einige Folgen für die Beschäftigten: Mit dem Antrag verzichtet der Mitarbeiter auf die Beitragszahlung in die Rentenversicherung. Das ist vor allem für Multijobber wichtig. Wer mehrere Minijobs nebeneinander hat, in denen er zusammen nicht mehr als 450 Euro verdient, der kann nach der derzeitigen Gesetzeslage nur für alle Jobs gemeinsam auf die Zahlung in die Rentenkasse verzichten. Man sollte sich daher gründlich überlegen, ob so ein Verzicht wirklich sinnvoll ist. Der Antrag kann nicht mehr widerrufen werden. Der Verzicht endet mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wer einen neuen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber aufnimmt, kann für den neuen Job erneut einen Verzichtantrag für die Rentenversicherung stellen.

Das Prozedere ist sowohl für Minijobber als auch für den Arbeitgeber denkbar einfach: Der Mitarbeiter muss gegenüber dem Arbeitgeber schriftlich erklären, dass er auf die Rentenversicherungszahlung verzichtet. Der Arbeitgeber reicht diese Mitteilung an die Minijobzentrale weiter. Wenn diese nicht innerhalb eines Monats widerspricht, gilt der Antrag als genehmigt. Den Antrag seines Minijobbers bewahrt der Arbeitgeber in der Mitarbeiterakte auf.

Was müssen Arbeitgeber beachten?

Sie müssen nun Sozialbeiträge zahlen. Unterschieden wird zwischen privaten und gewerblichen Arbeitgebern. Wer als Privatperson beispielsweise eine Haushaltskraft beschäftigt, braucht nur jeweils fünf Prozent in die Kassen zu zahlen. Gewerbliche Arbeitgeber entrichten 15 Prozent zur Rentenversicherung und 13 Prozent zur Krankenversicherung. Darüber hinaus hat der Arbeitgeber auch noch die einheitliche Pauschsteuer von zwei Prozent für die Einkommenssteuer zu tragen. Sie wird zusammen mit den pauschalen Versicherungsbeiträgen an die Minijobzentrale abgeführt. Besonders private Arbeitgeber sollten sich bei der Beschäftigung von Minijobbern von einem Steuerberater und einem Rechtsanwalt beraten lassen.

Außerdem wurde die Verdienstgrenze von 400 Euro auf 450 Euro pro Monat angehoben. Das bedeutet aber nicht, dass die Minijobber genau 450 Euro im Monat verdienen dürfen. Denkbar sind auch unterschiedlich hohe Monatseinkommen, solange der Jahresverdienst nicht 5.400 Euro überschreitet. Arbeitgeber können im Rahmen dieser Erhöhung also geringfügig beschäftigte Mitarbeiter verstärkt einsetzen. Erst ab einem monatlichen Einkommen über 450 Euro zahlen die Minijobber Einkommenssteuer.  

Und auch die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage hat sich verändert. Bislang wurde als beitragspflichtige Einnahme mindestens ein monatliches Einkommen von 155 Euro angesetzt. Seit 2013 ist die Grenze auf 175 Euro angehoben.