Frauenförderung : Männerjobs sollen Mädchensache werden

Diverse Initiativen sollen Mädchen und junge Frauen für den naturwissenschaftlich-technischen Bereich interessieren. Wie erfolgreich sind diese Projekte? Von J. Fiedler

Die Deutsche Bahn sucht händeringend junge Mitarbeiter. 7.000 Jobs in 500 Berufen preist die neue Werbekampagne an. Die Bilder zeigen Männer bei Männertätigkeiten. Orangefarbene Arbeitskleidung, schwere Arbeitsgeräte, Schweißarbeiten, Technikkontrolle. Auch Frauen werden bei der Kampagne dargestellt. Sie lächeln, stecken sich die Haare hoch, helfen den Bahnkunden. Die Rollen sind klar verteilt: Männer in die Technik, Frauen in den Kundendienst.

"So eine Darstellung ist ein Problem", sagt Rosi Stolz vom bundesweiten Mädchennetzwerk Lizzynet. "Es gibt noch immer sehr viele Klischees." Stolz organisiert die Initiative MINTrelation in Nordrhein-Westfalen, die von der Bundesinitiative Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft gefördert wurde. MINT – das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das Ziel: Mädchen für Berufe in diesen Bereichen zu begeistern und Unternehmen dabei zu unterstützen, junge technisch-interessierten Frauen zu finden. Zwei Jahre lang lief das Projekt. Jetzt soll Bilanz gezogen werden.

MINTrelation befindet sich in bester Gesellschaft. Schon seit einigen Jahren verfolgen zahllose Initiativen das Ziel, Mädchen für Männerberufe zu begeistern. Gebracht hat das bislang wenig. In MINT-Studiengängen sind Frauen stark unterpräsentiert. In der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften lag der Frauenanteil laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2011 bei rund 37 Prozent. In den Ingenieurwissenschaften und im Fach Physik bei rund 21 Prozent. Viel zu wenig, sagen Befürworter der MINT-Projekte. Schließlich sei das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft, Frauen seien außerdem wichtig, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.

Frauen als Protagonistinnen

Aber warum entscheiden sich Mädchen so selten für den MINT-Bereich? Rosi Stolz sieht einen Grund in der stereotypen Darstellung dieser Jobs. "Technische Berufe werden oft dreckig, laut und unweiblich dargestellt." Um das Image der technischen Berufe zu verbessern, haben die Teilnehmerinnen des Projekts MINTrelation beispielsweise eigene Flyer, Werbevideos und Plakate erstellt – mit Frauen als Protagonistinnen.

In ihnen sollen sich Mädchen und junge Frauen wiederfinden. Das hofft auch Fabienne Bettentrupp, die an dem Projekt teilgenommen hat. Seit ihrer Kindheit hat sie den Wunsch, später einen handwerklichen Job auszuüben. Nur was sie genau machen will, war der 17-Jährigen lange nicht klar. Technische Zeichnerin? Mechatronikerin? Das Projekt MINTrelation kam da genau richtig. Die Mädchen besuchten über mehrere Monate hinweg technische Betriebe in Nordrhein-Westfalen.

Sie lernten verschiedene Abteilungen kennen, konnten sich ausprobieren und Mitarbeiterinnen Löcher in den Bauch fragen, die bereits in technischen Berufen arbeiten. Kann ich den Job auch als Frau ausüben? Ist er familienfreundlich? Wie sieht die Arbeit genau aus? Bettentrupp unterhielt sich mit einer technischen Zeichnerin über die Arbeitsmöglichkeiten. Danach war klar: Die 17-Jährige möchte lieber Mechatronikerin werden. "Als technische Zeichnerin säße ich zu viel vor dem Computer", erzählt sie.

Verlagsangebot

Der ZEIT Stellenmarkt

Jetzt Jobsuche starten und Stellenangebote mit Perspektive entdecken.

Job finden

Kommentare

105 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

64. Wer profitiert wirklich von dem Genderwahn – 2

@velligis - Nr. 2

Hätte man dieses Geld in Krankenhäuser und andere sozialen Berufe fließen lassen, so wäre das der ganzen Bevölkerung zugute gekommen. Stattdessen gehen die Finanzmittel vorwiegend in "Girls Days", wo man den Mädchen erklärt, sie sollen Baggerführer werden – mit, wie wir gesehen haben, Effekt gleich Null.

Das heißt, die Gelder gehen an die Funktionär/INNEN….

Ob so etwas der Wirtschaft wirklich hilft?

Hier wird keine Frauenförderung, sondern eine Ideologie bedient, mit dem Ziel, der Auflösung der Geschlechtsunterschiede in den Köpfen, denn biologisch geht es sowieso nicht.

Die logische Folge dieses Gender-Wahnsinns sind Meldungen wie die von wochenblatt.de vom 5.3.13 wonach

– auf Vorschlag der Piraten natürlich –

in Berlin jetzt Unisex-Toiletten eingerichtet werden – für das "dritte Geschlecht".