PromotionEin Doktortitel bringt mehr Geld und Prestige

Viele Firmen stellen promovierte Bewerber aus repräsentativen Gründen ein und lassen sich das viel kosten. Die Plagiatsaffären könnten das ändern. von 

MBA-Absolventen bei einer Abschlussfeier in Hamburg

MBA-Absolventen bei Abschlussfeier in Hamburg  |  © REUTERS/Fabian Bimmer

Manchmal gelingt der Karrieredurchbruch erst mit der Promotion. Unternehmensberatungen wie McKinsey oder die Boston Consulting Group etwa werben um junge Talente mit Doktortitel. Sie bieten Absolventen Einstiegsprogramme, in denen die Promotion mit dazugehört. "Maßgeschneiderter Einstieg" nennt McKinsey das. "Ohne Titel geht es nicht. Wer keinen Doktortitel hat, steigt nicht in die Top-Jobs auf – und bekommt auch weniger Gehalt", sagt Daniel Altmann, der als Junior-Berater arbeitet und nebenberuflich in BWL promoviert.

Immerhin gehe es darum, den Kunden auf Augenhöhe zu begegnen, sagt Altmann. Der 30-Jährige schreibt seine Dissertation in Form von Essays, auch damit er schneller fertig wird. Drei Aufsätze muss er über ein Managementthema publizieren – fertig ist die Doktorarbeit. Mit echter Forschung, das gibt der Doktorand selbst zu, hat das nicht viel zu tun. "Die Dissertation ist für mich einfach Grundstein für den nächsten Karriereschritt."

Anzeige

Auch die Karriereberaterin Svenja Hofert sagt: "Bei Unternehmensberatern und Steuerprüfern erfüllt der Doktortitel vor allem einen Prestige- und Statuszweck." Wer in der Branche promoviere, dem gehe es darum, schnell aufzusteigen und die nächste Gehaltsstufe zu erreichen. "Bei einigen Kandidaten kann man da schon eine gewisse Neigung zur Abkürzung entdecken", sagt Hofert. Sie berät Jobeinsteiger und weiß, dass die Promotion aus Karrieregründen gerade unter Anfängern in der Finanz- und Beratungsbranche verbreitet ist.

Tim Hagemann, Professor für Arbeitspsychologie in Bielefeld, hält dieses karrieregetriebene Promovieren durchaus für ein Problem. Die Arbeiten seiner Studenten und Doktoranden prüft er mit einer Plagiatssoftware. Auch unterstellt er vielen nebenberuflichen Promotionen ein geringeres wissenschaftliches Niveau. "Wem es um echte Forschung geht, der promoviert hauptberuflich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität und steckt viel Zeit in seine Dissertation. Nebenberufliche Promotionen haben meiner Beobachtung nach häufiger wissenschaftliche Fehler. Die Plagiatsaffären von zu Guttenberg oder Koch-Mehrin bestärken diesen Vorbehalt", sagt Hagemann.

Der Doktor als tickende Zeitbombe

Doch warum ist der Titel überhaupt so wichtig? Nach Ansicht von Hagemann habe eine Promotion noch immer einen gewissen psychologischen Effekt. "Ein Doktortitel ist ein Zeichen von Glaubwürdigkeit, Seriosität und Autorität", sagt der Psychologieprofessor. Zahlreiche Banken, Unternehmensberatungen oder auch Rechtsanwaltskanzleien setzen auf diesen Effekt und rekrutieren promovierte Kandidaten für repräsentative Aufgaben. Zwar wurde bisher kein Vorstandsvorsitzender als falscher Doktor entlarvt, Hagemann könnte sich aber vorstellen, dass Firmen bald genauer hinsehen. "Es ist denkbar, dass Unternehmen eines Tages die Abschlussarbeiten ihrer Bewerber checken. Die Software dafür kann man sich im Netz runterladen."

So viel Geld bringt der Doktortitel

Wie groß ist der Gehaltsunterschied zwischen Doktoren und Akademikern mit Master- oder Diplomabschluss? Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2012 verdienen promovierte Männer durchschnittlich 5.342 Euro brutto im Monat. Zum Vergleich: Bei Männern mit einem Universitätsdiplom in der Tasche landet jeden Monat rund 16 Prozent (4.590 Euro) weniger Geld auf dem Konto. Masterabsolventen müssen sogar mit Einkommenseinbußen von rund 18 Prozent rechnen (4.530 Euro).

Bei den Frauen liegt das durchschnittliche Gehalt mit Doktortitel bei 4.679 Euro brutto im Monat.

Die Unterschiede beim Monatsgehalt sind größer als bei den Männern: Frauen mit einem Diplom von der Universität verdienen rund 32 Prozent weniger (3.534 Euro) im Vergleich zu Frauen mit Doktortitel. Haben sie einen Masterabschluss, erhalten sie rund 22 Prozent weniger (3.827 Euro).

Gender-Pay-Gap

Nach Angaben der Hans-Böckler-Siftung verdienen Männer mit Doktortitel rund 14 Prozent mehr als promovierte Frauen, das sind jeden Monat 663 Euro. Bei Akademikern mit einem Diplomabschluss von der Universität ist der Unterschied zwischen den Gehältern höher: Männer verdienen 30 Prozent mehr als Frauen.

Je älter die Akademiker sind, desto größer wird die Gehaltslücke zwischen Mann und Frau. Während Frauen bis 24 Jahre etwa elf Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, liegt der Gehaltsunterschied bei den Beschäftigten über 50 Jahre schon bei rund 25 Prozent.

Alle Zahlen beziehen sich auf Vollzeitjobs mit einer 40-Stunden-Woche.

Führungskräfte

Egal welche Branche, Führungskräfte mit Doktortitel erhalten ein höheres Gehalt als ihre Kollegen ohne Promotion. Nach Angaben der Beratungsfirma Kienbaum ist der Gehaltsunterschied im Bereich "Nahrungs- und Genussmittel" am größten. 26.000 Euro verdient eine promovierte Führungskraft mehr, das sind 3.000 Euro monatlich.

Am geringsten ist der Unterschied im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau. Jeden Monat landet bei den Führungskräften mit Doktortitel rund 580 Euro mehr auf dem Konto als bei ihren Kollegen mit Universitätsabschluss.

Bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) kann man sich so etwas nicht vorstellen. "Im Doktor sehen wir keine Zeitbombe, und wir checken auch nicht die Dissertationen unserer Bewerber", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Promovierte Bewerber sind bei PwC gern gesehen. "Nach unserer Erfahrung sind Mitarbeiter mit Promotion ambitionierter und engagierter", sagt Marius Möller, Personalvorstand bei PwC. Vielleicht auch, weil sich der Doktortitel schlicht auszahlt. Über Branchen und Positionen hinweg verdienen Promovierte durchschnittlich zwischen 500 bis 1.000 Euro brutto mehr im Monat als solche ohne die höchsten akademischen Weihen. Das hat die Hans-Böckler-Stiftung ausgerechnet.

Tina Groll
Tina Groll

Tina Groll ist Redakteurin im Ressort Karriere bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

"Grundsätzlich schafft ein Doktortitel beste Voraussetzungen für Karriere. Und in der Pharmabranche, Biotechnologie, Medizin oder Forschung und Entwicklung ist die Promotion die Eintrittskarte, ohne die es selbst auf normaler Mitarbeiterebene nicht geht", sagt der Managementtrainer Roland Jäger. "Hier ist der Titel ein reiner Kompetenznachweis, mit dem eher dezent umgegangen wird."

Karriereberaterin Hofert hat auch Klienten, die ihren Titel lieber verschweigen. "Gerade für eine Karriere im Mittelstand kann ein Titel sogar hinderlich sein. Da braucht es den Showeffekt für den Kunden nicht. Sogar ein MBA wird da schon als too much empfunden", sagt sie. Und immer brächte ein Titel auch nicht mehr Einkommen, sagt sie. "Gerade in überlaufenen Branchen sinkt das Lohnniveau. In Medien, Werbung und Marketing haben viele Fachkräfte eine Promotion – und verdienen schlecht."

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jp

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr geehrte Redaktion,

    es ist nun einmal Fakt, dass man seine Titel in diesem Land mit Einfluss und Geld besser ausspielen kann. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich der Titel für reiche Personen in der Regel rentiert, auch wenn diese Personen unfähiger sind als der Durchschnitt. Alle anderen werden nicht selten als überqualifiziert abgestempelt und bekommen schlechtere Jobs. Dass man sich Doktortitel kaufen kann, ist auch kein Geheimnis! Und wer könnte das sonst machen außer Personen mit dem nötigen Kleingeld?
    Wenn Sie diese Wahrheiten nicht einsehen, bitte ich Sie, sich Studien über die Weiterempfehlung an Gymnasien bzgl. Arbeiterkinder anzusehen oder die Meinungen arbeitsloser Ingenieure, die ja so händeringend gesucht werden.
    Ich selbst habe heute einen Job, den ich mit einfacher Ausbildung auch hätte erreichen können. Dafür wäre kein Studium notwendig gewesen. So geht es tausenden Absolventen in diesem Land, insbesondere auch Leuten mit Promotion.
    Wieso werden Leute wie Schavan Bildungsminister mit einem (ehemaligen) Abschluss in Erziehungswissenschaften (wird man dort auch hinausgeprüft wie in den MINT-Fächern?) ? Wieso nicht kompetente Ingenieure? Schreiben Sie doch einmal einen Artikel, was Schavan Großes geleistet hat, so dass sie heute Bildungsministerien ist.
    Dort draußen gibt es tausende Doktoranden, die hart für ihre Promotion arbeiten. Verweise auf Plagiatsaffären und Titelentwertungen können diese Personen am aller wenigsten gebrauchen!

    Danke!

    • tsnud
    • 09. Februar 2013 12:49 Uhr

    "Und in der Pharmabranche, Biotechnologie, Medizin oder Forschung und Entwicklung ist die Promotion die Eintrittskarte, ohne die es selbst auf normaler Mitarbeiterebene nicht geht", sagt der Managementtrainer Roland Jäger. "Hier ist der Titel ein reiner Kompetenznachweis, mit dem eher dezent umgegangen wird."

    Das erklärt nochmals den hohen Promotionssatz von Biologen. Danke.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lxththf
    • 09. Februar 2013 13:00 Uhr

    der Bedeutung und vor allem Forschungsmöglichkeiten der Naturwissenschaften geschuldet. Biologie, Chemie, Medizin etc. hat andere Forschungsperspektiven, als diverse Geisteswissenschaften. Dies ist z.B. auch der Grund, warum sich Geisteswissenschaften, wie z.B. Philosophie, Psyschologie, Soziologie etc. mittlerweile auch den Naturwissenschaften öffnen und neue Ansätze verfolgen.

    Man kann keinen komplett einheitlichen Standard und Anforderungen an einen Doktortitel stellen, weil die Studienfächer viel zu unterschiedlich sind und ganz eigene Ansprüche und Perspektiven haben, an Lehre und Forschung.

    Man sollte vorsichtig sein, dass man den Titel Doktor nicht medial entwertet, denn daran kann im internationalen Vergleich der dt. Gesellschaft nicht gelegen sein.

  2. Eine Dissertation ist dann besondern ergiebig, wenn sie sich für die spätere Zukunft als leicht zugängliche Orientierungshilfe erweist. Ob Ein Doktor Bratislava dazugehört, ist zweifelhaft.

    Eine Leserempfehlung
  3. Ich finde es einfach unfassbar wie diese ganze Diskussion um die Plagiatsaffairen der jüngsten Zeit in der Gesellschaft ankommt. Obwohl ich hier schon des öfteren Artikel lesen konnte, die einen klaren Unterschied zwischen Promotionen in den sog. Geistes"wissenschaften" und den naturwissenschaftlichen Fächern ziehen, hat die allgemeine Bevölkerug meiner Meinung nach im Mom. nur noch das Bild, dass so gut wie jeder Dr.Titel ergaunert ist.
    Für mich persönlich ist das wie ein Tritt in den Allerwertesten, da ich seit 2 Jahren in Chemie promoviere, für 19 Stunden die Woche bezahlt werden, jedoch 50 Stunden arbeiten muss, um in der Forschung Schritt zu halten mit anderen Wissenschaftlern weltweit.
    Jedoch wird man von Leuten, die weniger Einblick in die Materie und den Unterschied zwischen Promotionen in Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften oder gar Medizin haben, einfach über einen Haufen gekehrt.
    Wenn es nach mir ginge sollte der Doktortitel nur für wissenschaftliche Arbeiten vergeben werden die hauptberuflich!!! angefertigt werden und dazu auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse für unsere Gesellschaft bringen! Alles andere ist Verschwendung von Papier und ein Ärgernis für Doktoranden die es richtig machen.

    19 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lxththf
    • 09. Februar 2013 13:09 Uhr

    Einstellung gegenüber den Geisteswissenschaften und das ohne Grundlage. In den Geisteswissenschaften in den jeweiligen Fachbereichen gibt es klare Vorgaben und Ansprüche an wissenschaftliches Arbeiten. Ein kleines Beispiel. Programme für die Analyse von sozialen Netzwerken wurden von den von Ihnen so geschmähten Geisteswissenschaftlern der Soziologie gemacht. Psychologen nutzen heute gerne auch naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Untersuchungsansätze um Thesen zu prüfen und zu forschen.
    Sie sollten also schon ein wenig Respekt zeigen und nicht so eindimensional "Ihren" Fachbereich als die einzig wahre Wissenschaft auffassen, denn dann sind Sie keinen Deut besser als diejenigen, die Sie kritisieren.

    • Mike M.
    • 09. Februar 2013 13:32 Uhr

    ...sowohl in den Geistes- als auch in den Naturwissenschaften. Es macht eben einen Unterschied, ob 10% oder 90% eines Jahrgangs promovieren.

    Wenn die Anforderungen aber allgemein so niedrig wären, wie hier manches mal der Eindruck entsteht, hätten die Betrüger keinen Grund zu plagiieren, sondern würde das Ding eben selber schreiben. Gerade weil das Projekt Promotion anscheinend manche überfordert, gerade auch in den Geisteswissenschaften, gibt es (wenige) Leute, die keinen anderen Ausweg sehen, fremde Gedanken als eigene auszugeben. Die gilt es eben rauszufiltern. Das scheint ja derzeit ganz gut zu funktionieren. Die abschreckende Effekt eines Falls Schavan dürfte gewaltig sein.

    Solange gesellschaftlich relevante Themen in welchem Gebiet auch immer bearbeitet werden, finde ich natürlich auch eine Promotion in Geisteswissenschaften wertvoll. Jedoch ist es vorallem eben dort leider üblich die Promotion im sog. "stillen Kämmerlein" zu absolvieren. Das wird in den Naturwissenschaften relativ schwer fallen. Aber vielleicht haben sie Recht und mir fehlt der Überblick. Ich wollte die Geisteswissenschaften generell jedoch nicht herabschätzen.

    ich fürchte, sie haben sich zu lange in ihrem labor aufgehalten mein freund. ich verstehe ihren frust, falls dem so sein sollte, der daraus hervorgeht, dass sie zu einer promotion mehr oder weniger verpflichtet sind um später nicht als eine bessere laborhilfe arbeiten zu müssen. ich versteh auch ihren ärger darüber, dass menschen nebenberuflich "halbe" dissertationen zusammenbasteln (wobei das ebenfalls eine gewaltige unterstellung ist/sein kann) "nur" um die nächsten karrierestufe schneller zu erklimmen.

    was ich allerdings nicht verstehe ist ihre, und das ist lediglich meine persönliche ansicht, eingeschränkte (oder nur auf die naturwissenschaftl. fächer bezogene) perspektive gegenüber geisteswissenschaften. ich will ihnen auch nicht unterstellen, dass sie absolut keine ahnung haben was geisteswissenschaften sind.
    ich wollte sie lediglich bitten, sich nicht auf das niveau der von ihnen so sehr verachteten leute herabzulassen, indem sie sich nicht unbedingt besser verhalten und andere wissenschaften pauschal degradieren.
    nur weil sie in chemie promovieren (müssen! wohlgemerkt) haben sie nicht das recht so einen unsinn zu behaupten. vielen dank.

    Um Goethe zu zitieren
    "Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor! "
    Wenn sie Geisteswissenschaften als unwissenschaftlich abstempeln, dann müssen sie das mit allen Bereichen machen, die nicht exakt bewiesen werden können. Also auch mit den eigenen.
    Da bleibt nicht mehr viel übrig außer vllt die Physik und Mathematik, denn nur diese basieren auf logischen Grundregeln, die aus sich selbst heraus bewiesen werden können, aber selbst hier gibt es Unstimmigkeiten(String Theorie,Schwarze Löcher und und und).
    Der Doktortitel in jeder Art von Wissenschaft, die gewissen Anforderungen entspricht trägt seinen Sinn, die Aufgabe des Wissenschaftlers ist diesen herauszufiltern und zu hinterfragen. Die jetzige Inflationswelle kommt auch dadurch zustande, dass Internet und andere Medien das Ganze transparenter gemacht haben.
    Die Zahl der Plagiate ist nicht gestiegen, eher gesunken. Doch jeder einzelne Fall wird nun aufgebauscht wie ein Weltuntergang.
    Verzerrte Wahrnehmung nennt sich das, aber das sollten sie ja wissen.

    • ManRai
    • 09. Februar 2013 15:09 Uhr

    Naturwissenschaftler arbeiten - und wirklich arbeiten - bis zu 5 jahren an der Promotion, es kann sein das Ergebnisse falsch interpretiert werden, aber wir arbeiten ehrlich und luegen nicht und schreiben nicht ab. Die ganze Diskussion ist absolut s..... als Dr.rer.nat. oder Dr.phil.nat. muss ich reproduzierbare !!!!!!! Ergebnisse vorweisen und peer-reviewed veroefftlichen, hoffentlich in Journals mit Impact factor > 10. Die ganze Diskussion ziehlt auf die Nicht-Naturwissenschaftlichen DR's ab, was ist ein belegbares Ergbnis in Jura, Soziologie, oder sonstwo in den Geisteswissenschaften (ich lasse Theologie aus).....

    Langfristig sollten die Geistes"wissenschaften" abgewickelt oder zumindest um mindestens 3/4 im Umfang (Forschung u. Studentenzahlen) reduziert werden.

    Auf Wunsch kann ich gern Ideen dafür liefern.

    So ist die Welt in den Augen der Technokraten:

    Wenn man x-mal eine Kanonenkugel gegen eine Wand donnert und dann aufschreibt, beim wievielten Mal sie umgefallen ist, gilt das als Forschung.

    Wenn aber Architekturstudenten Konzepte für eine neue Form von Stadt entwickeln, gilt das als Spinnerei.

    Die gesellschaftliche Relevanz eines Fachgebiets sollte nicht von Befangenen beurteilt werden.

  4. Das ist eine sagenhafte Entwicklung.
    Ich würde vorschlagen, zu dem Dr.-Titel noch ein "Sehr gut" von Stiftung Warentest und "USB 3.0-kompatibel" dazuzugeben, das bringt dann nochmal 7,95 Euro mehr am Tag!

    Die Wahrheit ist allerdings, dass die Unternehmen händeringend nach Bewerbern mit sozialer Kompetenz und Teamfähigkeit suchen, weil das Turbo-Abitur und das Dampfdruck-Studium mehr und mehr Sozial-Zombies zu Tage fördert, die in den Unternehmen wie Fremdkörper wirken, wenn man sie nicht aufwendig durch Schulungen aufs richtige Gleis setzt.

    Mag sich der Dr.-Titel auf einem Bewerbungstitel auch gut machen - wichtig ist nur auf dem Platz!

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sozial-Zombies (von denen es immer mehr geben wird aus dem noch angeheizten Dampfdruck-Studium nach Turbo-Abitur) nicht vor Einstellung erkennen und andere Bewerber bevorzugen? Oder sind die Sozial-Zombies schon jenseits des Schreibtisches? -

    • lxththf
    • 09. Februar 2013 13:00 Uhr

    der Bedeutung und vor allem Forschungsmöglichkeiten der Naturwissenschaften geschuldet. Biologie, Chemie, Medizin etc. hat andere Forschungsperspektiven, als diverse Geisteswissenschaften. Dies ist z.B. auch der Grund, warum sich Geisteswissenschaften, wie z.B. Philosophie, Psyschologie, Soziologie etc. mittlerweile auch den Naturwissenschaften öffnen und neue Ansätze verfolgen.

    Man kann keinen komplett einheitlichen Standard und Anforderungen an einen Doktortitel stellen, weil die Studienfächer viel zu unterschiedlich sind und ganz eigene Ansprüche und Perspektiven haben, an Lehre und Forschung.

    Man sollte vorsichtig sein, dass man den Titel Doktor nicht medial entwertet, denn daran kann im internationalen Vergleich der dt. Gesellschaft nicht gelegen sein.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Biologen"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist schon entwertet, da sie sich mit dem Dr. Dr. als Voraussetzung zur Uni-karriere schon lächerlich macht,hinzu kommt die auch von Kollegen immer wieder berichtete Arroganz des dt. Wissenschaftsbetriebes, die glauben ein PhD wäre ein besseres Diplom oder es gern den amerikanischen Doktor nennen.

    Man kann übrigens einheitliche Standards setzen, in dem man es z.B. zur Pflicht macht, den Erkenntnisgewinn in einem einzelnen Kapitel am Ende der Arbeit darzulegen. Da würde sich schnell die Vielzahl der Promotionen in D erledigen.

    @Thema
    Finde die Aussage des Prof. Hagemann, der uns leider im Unklaren darüber lässt, wieviel Leute er denn so promoviert, denn ich ziehe mal in Zweifel das der Erkenntnisgewinn in der Psychologie so groß ist, das er die Vielzahl der Dr. die sich da rumtreiben untermauern würde, auch wenn man bedenkt das man im Ausland an renomierten Einrichtungen meist 4-8 Jahre für einen Doktor braucht und man in D nach max. 3 Jahren fertig ist.

    Die ganze Diskussion ist jedoch müssig, einfach ein anonymes Bewertungsverfahren einführen, wo die Prüfer weder dem Dr. Vater noch dem Promovierenden bekannt und Uni extern sind und auch keine Zusammenarbeit des Dr. Vaters oder Promovierenden mit den Prüfern bei anderen Projekten gegeben ist. Da wäre in D schon ein großer Schritt nach vorne gemacht.

  5. ... meiner Erfahrung nach bringt der Titel vor allem Frauen und Menschen, denen das berühmte Vitamin B fehlt, wichtige Impulse für ihre Karriere.

    Der Dr.-Titel in der Pharmaindustrie ist einfach daher wichtig, da sie es mit vielen Mediziner zu tun haben, bei denen der Mensch - abgesehen von Patienten - sowie erst ab Dr. anfängt.

    Eine Leserempfehlung
  6. Der Personalleiter der einstigen Kögel Fahrzeugwerke GmbH war zwar universitär promoviert. Dadurch aber, dass unter dessen Ägide wesentliche Erkenntnisse in der Frage industriell erfolgreicher Verausgabung menschlicher Arbeitskraft nachweislich außer Acht blieben, kam das Unternehmen nicht umhin, seinerzeit im Jahr 2009 mehr über kurz als lang vor der Neu-Ulmer Außenstelle des Augsburger Amtsgerichts Zahlungsunfähigkeit erklären zu müssen. Noch heute von derlei zweifelhaftem Prestige zu zehren und darüber hinaus dafür Geld zu erhalten, sanktionierte wegen der dadurch eintretenden Überforderung jeglicher Gerichtsbarkeit bislang kein Strafrichter.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Otto2
    • 09. Februar 2013 13:42 Uhr

    Eigentlich geht es um einen Qualifikations-Nachweis für die Fähigkeit zur wissenschaftlichen Arbeit auf einem Fachgebiet.
    Selbst Mediziner können Facharzt ohne Doktor-Grad sein.
    An Hochschulen und Unis ist der Doktorgrad weitgehend Voraussetzung für eine Einstellung, weil dort wissenschaftliche Forschungsarbeit Kernstück (neben der Lehre) ist.
    Für alle anderen Tätigkeiten ist der Doktorgrad nicht erforderlich - also eher ein Schmuck.
    Und wie das bei Schmuck manchmal so ist, kann man ihn verlieren oder er ist aus der Mode oder ein Kenner bestaunt das schöne Stück, stellt dabei aber fest, das schmückende Ding ist nicht redlich erworben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Geld | McKinsey | Doktortitel | Promotion | Biotechnologie | Dissertation
Service