GedächtnistrainingMit Spickzetteln fällt Lernen leicht

Spicker helfen auch im Job. Ob Vortrag oder Präsentation, das Anfertigen von Spickzetteln ist eine effiziente Lerntechnik, schreibt Coach Matthias Böhme im Gastbeitrag. von Matthias Böhme

Fürs Lernen wollte ich schon in der Schulzeit nicht zu viel Zeit opfern. Also habe ich mir Spickzettel angefertigt. Mit der Zeit wurden sie immer raffinierter und effektiver. Das Verblüffende: Das Zettel-Anfertigen half mir beim Lernen. So effizient, dass der Spicker selbst am Ende völlig überflüssig wurde. Trotzdem habe ich bis heute nicht aufgehört, mit Spickzetteln zu arbeiten. Denn sie sind eine der besten Lernmethoden.

Ob bei Bewerbungen, im Job, für Reden, Vorträge, Präsentationen oder Workshops – immer wenn es darum geht, einen Inhalt auf das Wesentliche zu reduzieren und zu präsentieren, hilft das Anfertigen eines Notizzettels.

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Im ersten Schritt gilt es, den zu präsentierenden Inhalt zu lesen und sich dabei zu fragen, was daran die wichtigsten Aussagen sind.

Im nächsten Schritt bringt man Ordnung in die Aufzeichnungen. Alles Wissenswerte wird dabei in eine eigene Ordnung strukturiert. So weiß man später beispielsweise beim freien Halten eines Vortrags, welcher Punkt wo auf dem Spicker steht. Man kann schnell nachschauen und muss nicht umständlich den ausgearbeiteten Vortrag durchwühlen und ablesen.

Anleitung für den perfekten Spickzettel

Ich empfehle, maximal ein halbes DIN-A-4-Blatt zu verwenden und dieses mit einer noch gut lesbaren Schriftgröße zu bedrucken – und mehrere Stichpunkte statt ganze Ausformulierungen zu verwenden.

Matthias Böhme
Matthias Böhme

Der Gedächtnistrainer Matthias Böhme hat sich auf Lern- und Kreativitätstechniken sowie Schnelllesen spezialisiert. Er ist Autor mehrerer Karriereratgeber zum Thema Konzentration und Lernen.

Das Problem an gut gemachten Spickzetteln ist allerdings: Sie sind in der Regel gar nicht mehr nötig.

Denn das Anfertigen eines Spickzettels erfordert alles Wichtige, um einen Stoff effektiv zu lernen: Auf die Kernaussagen fokussieren, einen umfassenden Inhalt auf das Wesentliche reduzieren, ihn strukturieren, übertragen und wiederholen.

Was muss ich wirklich notieren, wie kann ich einen Inhalt kürzer ausdrücken? Fragen wie diese erfordern eigenständiges Denken und eigenständiges Denken wiederum ist Lernarbeit pur. Lernen ohne Aufwand gibt es nicht. Aber er lohnt sich, denn mit jedem Training wächst die Merkfähigkeit. Wer oft lernt, kann sich Dinge immer leichter und schneller merken.

Leserkommentare
    • YMB
    • 19. Februar 2013 13:51 Uhr

    Wir erlauben bei uns teilweise Spicker, das verhindert stumpfes Auswendiglernen. Dann stellen wir auch eher Anwendungs- und Übertragungsfragen, das ist wirklichkeitsnäher und für beide Seiten interessanter.

    (Fach ist BWL)

    2 Leserempfehlungen
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    Als ich den Artikel geschrieben habe, habe ich von meiner Tochter abgeschaut: Sie hatte von Lehrern berichtet, die ebenfalls aus den genannten Gründen Spicker im Kleinformat zulassen.

  1. und die ist recht lange her - gab es diesen Tip, allerdings ohne pseudowissenscahftlichen Bombast (Nullwörter wie "Neurowissenschaftler", "Struktur", "Coach" oder "Struktur") aufgeblasen...
    Davon abgesehen konnte ich mit Spickzetteln ohnehin noch nie lernen, vielleicht weil Lernen nicht das sture Auswendiglernen bedeutet (eher: bedeuten soll), sondern den Stoff zu verstehen (das gilt selbst für VOkabeln)...

    Eine Leserempfehlung
    • Infamia
    • 19. Februar 2013 14:04 Uhr

    Spicker haben mir insofern immer viel gebracht, weil ich sie dann während der Arbeit nur noch selten brauchte. Einmal akribisch auf minimalster Fläche geschrieben, war er im Prinzip überflüssig.

    2 Leserempfehlungen
  2. eigentlich weiß man das alles, es war aber trotzdem schön, es noch einmal zu lesen. Danke dafür, nun sitzt es.

    4 Leserempfehlungen
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    • zappp
    • 19. Februar 2013 15:16 Uhr

    Und das war bereits die Kernaussage.

    • zappp
    • 19. Februar 2013 15:16 Uhr

    Und das war bereits die Kernaussage.

    Antwort auf "guter Beitrag"
  3. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie nur Kommentare mit konkretem Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

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    • 4hkut00
    • 19. Februar 2013 15:49 Uhr

    Entfernt. Bitte kehren Sie zur Diskussion des konkreten Artikelthemas zurück. Danke, die Redaktion/jp

    • 4hkut00
    • 19. Februar 2013 15:44 Uhr

    Während meines Studiums habe ich unheimlich viele "Spickzettel" angefertigt. Ich hatte sie immer zur Klausur dabei, aber nie benutzt (ich hatte sie noch nicht einmal greifbar, also waren es doch eher "Lernzettel"). Beim Lernen haben sie mir immer gut geholfen. Ich hatte dabei DIN A5-Zettel von Hand in extrem kleiner Schrift beschriftet - jeder Themenbereich hatte eine andere Farbe. Diese feinmotorische Tätigkeit kombiniert mit unterschiedlicher Farbgebung, half mir wohl gut bei der Verarbeitung. Ich kann diese Lernmethode wärmstens weiter empfehlen.
    Ich werde heute abend gleich mal im Keller nachsehen, ob diese Zettel noch existieren :)

    4 Leserempfehlungen
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    Zitat aus Ihrem Kommentar: "Ich hatte dabei DIN A5-Zettel von Hand in extrem kleiner Schrift beschriftet - jeder Themenbereich hatte eine andere Farbe."
    Wenn man dann noch etwas Struktur dazumischt und mit Linien sinnvolle Verknüpfungen einzeichnet, hat man schon fast ein Mind-Map. Meines Erachtens auch eine der besten Lernmethoden.

    • 4hkut00
    • 19. Februar 2013 15:49 Uhr
    8. [...]

    Entfernt. Bitte kehren Sie zur Diskussion des konkreten Artikelthemas zurück. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "[...]"

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