UrteilVerletzung in der Raucherpause ist kein Arbeitsunfall

Wer sich in der Raucherpause während der Arbeit verletzt, erleidet keinen Arbeitsunfall. Denn Rauchen sei Privatsache, urteilte das Berliner Sozialgericht.

Sturz in der Raucherpause – wem das passiert, hat nach einem Urteil des Berliner Sozialgerichts zwar Pech gehabt, aber keinen Arbeitsunfall. Das teilte das Gericht am Dienstag mit. Damit gebe es auch keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Das Rauchen sei eine persönliche Angelegenheit ohne sachlichen Bezug zur Berufstätigkeit, entschieden die Richter.

Mit dem Urteil vom 23. Januar wurde die Klage einer Pflegehelferin aus einem Berliner Seniorenheim abgewiesen, die Zahlungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung erzwingen wollte (S 68 U 577/12). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Leserkommentare
  1. Schade, ich dacht schon ich könnte später einmal meinen Lugenkrebs als Arbeitsunfall abtun.

  2. Das heißt also, dass jede Bewegung in meiner Pause zu unterlassen ist, da ich ja auch als Nichtraucher in meiner Pause stürzen könnte, wenn ich mir zum Beispiel einen Tee kochen möchte.

    Krass!

    Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass dieses Urteil Bestand hat. In der Pause erledige ich viele Privatsachen (Toilette, Essen, Trinken usw.).

    Also Rechtsprechung ist schon eine merkwürdige Sache.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Azenion
    • 05. Februar 2013 17:53 Uhr

    Das sind Tätigkeiten, die der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit dienen. Selbst der Spaziergang an der frischen Luft dient diesem Zwecke.

    Rauchen hingegen nützt niemandem, im Gegenteil, schadet allen.

  3. Mit enormen Potential zur Ausweitung auf andere Bereiche.

    Wie verblendet muß man als Richter sein, ein solches Urteil zu fällen? Welches Selbstverständnis hat ein Richter, welcher seine persönliche Meinung als Rechtsauslegung auffaßt?

    Wie geeignet sind solche Richter überhaupt Recht zu sprechen? Eigentlich gar nicht.

    Mit solchen Richtern entfernen wir uns auf jedem Fall immer weiter vom Rechtsstaat, wie er herkömmlich verstanden wird.

    Und an die lieben Rauchergegner, und alle anderen auch, keiner sollte glauben, daß dieses Urteil sich nicht beliebig auf alles Mögliche ausweiten läßt, sollte es Bestand haben.

    • Azenion
    • 05. Februar 2013 17:53 Uhr

    Das sind Tätigkeiten, die der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit dienen. Selbst der Spaziergang an der frischen Luft dient diesem Zwecke.

    Rauchen hingegen nützt niemandem, im Gegenteil, schadet allen.

    Antwort auf "Umkehrschluss"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tgr
  • Schlagworte Arbeitsunfall | Gericht | Richter | Unfallversicherung
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