Büchsenmacher : Waffennarren haben in diesem Beruf nichts verloren

Büchsenmacher bauen und reparieren Sport- und Jagdwaffen. Allerdings ist ein differenzierter Umgang mit Schusswaffen Jobvoraussetzung, zeigt der Beruf der Woche.
Jede Woche ein neuer Beruf auf ZEIT ONLINE © Tim Boyle/Getty Images

Was für den Autoliebhaber der eigene Oldtimer ist, ist für den Sportschützen oder Jäger die eigene Waffe. Sie wird liebevoll gepflegt. Zuständig für Wartung und Reparatur sind Büchsenmacher wie Stephan Merx. Er ist seit 17 Jahren mit eigenem Geschäft als Büchsenmacher tätig und kümmert sich um die Waffen seiner Kunden, repariert Jagdgewehre und Sportpistolen und berät Kunden zu fachlichen Fragen rund ums Thema Jagd- und Sportwaffen.

"Die eigene Waffe ist für viele Jäger und Schützen etwas, das man nicht jedem anvertraut", sagt Merx. Die Montage von Zielfernrohren, die Reparatur des Waffenmechanismus oder die Restauration von alten Waffen macht den Hauptteil seiner Arbeit aus, der eigentliche Waffenbau kommt nur noch gelegentlich vor. Etwa fünf bis zehn Mal im Jahr baut er im Kundenauftrag eine neue Waffe. Gut mehrere Tausend Euro kostet eine neue Waffe.

Beim Neubau einer Waffe werden zuerst die Details mit dem Kunden besprochen. Welches Repetiersystem soll es sein? Wie lang und dick soll der Lauf sein? "Außer der Mechanik und dem Lauf werden alle Teile nach Kundenwunsch angepasst", sagt Merx.

Hauptsache persönlich

Dann geht es um den Schaft, der komplett vom Büchsenmacher stammt. Auch hier gilt es zu klären: Welche Form soll der Schaft haben und welche Gravur soll ihn zieren? Die meisten Kunden wünschen sich dafür persönliche Motive.

Einen typischen Arbeitstag gibt es für den Büchsenmacher nicht, jeder Tag ist anders. "Selbst wenn ich drei Mal am Tag einen Schlagbolzen auswechseln muss: Jede Reparatur ist anders, weil es immer ein anderes Waffensystem ist. Für die Arbeit wird handwerkliches Geschick, Geduld und Ruhe, eine schnelle Auffassungsgabe sowie ein ausgeprägtes visuelles Vorstellungsvermögen benötigt.

Büchsenmacher ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit dreieinhalb Jahren Dauer. In der Theorie stehen Fächer wie etwa Waffenkunde und -technik, Optik, Ballistik, Werkstoffkunde, technische Mathematik auf dem Lehrplan. Im praktischen Teil lernen die Auszubildenden den Umgang mit Werkstoffen wie Kunststoff, Metall und Holz.

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Kann man zustimmen

"Die Jagd ist nun mal in Deutschland erlaubt und auch notwendig. Durch meine Arbeit wird gewährleistet, dass die Waffe eines Jägers einwandfrei funktioniert und dem Tier so ein qualvoller Tod erspart wird."

Jo, auch der qualvolle Tod des Jägers ist gelegentlich Thema, siehe Blaser R93

Jagd in Deutschland

Ich kenne viele Leute, die Jagd verabscheuen. Obwohl ich selbst kein Jäger bin, fallen mir zwei gute Argumente dagegen ein

Zum einen hat ein Tier, das durch die Kugel eines Jägers zu Tode kommt, in der Regel ein erheblich besseres Leben gehabt als in der Massentierhaltung. Wer also aus Mitleid mit den Tieren gegen Jagd ist, sollte konsequenterweise auch Veganer sein. Ich persönlich finde dagegen das Töten von Tieren zum Verzehr nicht so schlimm, die Zustände in Mastbetrieben aber katastrophal - und esse daher gern Wild.

Zum anderen ist die jadg notwendig. Da wir in deutschland alle größeren Raubtiere ausgerottet haben, geräten die Wildbestände sonst völlig außer Kontrolle und die Wälder würden kaputt gehen.