Bunte Teller und Schalen, Teekannen inklusive passender Tassen, dazwischen auch Tabletts und weitere Gefäße: In dem kleinen Ladengeschäft von Tanja Möwis prägen Keramikprodukte unterschiedlichster Form und Machart das Bild. Dazwischen finden sich auch bunt bemalte, rechteckige Pflastersteine aus Ton. Moment mal – Pflastersteine? Möwis nickt.

"Für den Garten stellen wir auch kleine Pflastersteine als Dekoelement her", sagt die Keramikerin aus Bremen. Überhaupt ginge es in der Töpferei (heute wird eher der Begriff Keramikhandwerk verwendet) nicht nur um Teller und Tassen aus Ton. Der Beruf wird in drei Fachrichtungen unterteilt. In der Baukeramik werden Fliesen und Ofenkacheln sowie Skulpturen und Gefäße für den Gartenbereich gefertigt. In der Fachrichtung Dekoration erarbeiten Keramiker Reliefs und Mosaiken, außerdem verzieren sie Keramikgegenstände etwa durch Aufsetzen von Glasperlen und Steinen.

Bekannt ist die Töpferei vor allem durch die dritte Sparte, die Scheibentöpferei. Auf der drehenden Töpferscheibe entstehen runde Gefäße: Schalen, Krüge, Vasen.

Möwis liebt diese klassischen Keramiken. Aber die Produkte, die in ihrem Laden zu sehen sind, stellen nur einen Bruchteil ihrer Arbeiten dar. "Wir produzieren nur eingeschränkt auf Vorrat. Das meiste wird nach Auftragslage hergestellt." Das kann das komplette Familien-Service ebenso sein wie ein Dutzend Pflastersteine, eine Skulptur für den Garten oder Brunnenabdeckungen.

Arbeit mit der Scheibe lernen

Kommt ein Kunde mit einem Wunsch, etwa der Herstellung von Schalen und Tellern, bespricht die Handwerkerin seine Idee. Wie soll das Geschirr genau aussehen? Welche Form, welche Farbe soll es haben? Die nächsten Arbeitsschritte erfolgen dann schon auf der Töpferscheibe.

Möwis bringt den feuchten Ton auf der Drehscheibe durch Ziehen und Drücken in Form. Mit einem Fußpedal kann sie die Scheibe in Bewegung setzen und stoppen. Stimmt die Form, muss das Gefäß einen Tag lang trocknen, sodass es sich beim Transport nicht verformen kann, aber dennoch weiter bearbeitet werden kann.

"Feinheiten können besser hinzugefügt oder beseitigt werden, wenn der Ton nicht mehr so weich ist", sagt Möwis. Sind im Feintuning alle Details erarbeitet, etwa Muster eingeritzt oder letzte Korrekturen in der Form vorgenommen, dann muss das Tonprodukt weitere zwei Wochen trocknen. Erst dann kann es bei etwa 1.000 Grad Celsius zum ersten Mal gebrannt werden. Durch das Brennen wird der Gegenstand fest.

Aber mit einmal Brennen ist es nicht getan: Nach dem ersten Vorgang bemalt die Handwerkerin ihr Werk – entweder mit einer farbigen oder auch farblosen Glasur. Dann folgt ein weiterer Brennvorgang, erst dann ist die Keramik fertig. "Töpfern ist ein langwieriger Prozess. Wenn ich heute einen Gegenstand herstelle, dann ist dieser in drei Wochen endgültig fertig", sagt Möwis.