WerbetechnikerSie bauen Reklame zum Anfassen

Werbetechniker werden gesucht. Reklamehersteller sind kreative Universalhandwerker, die aus den verschiedensten Jobs Kenntnisse brauchen, zeigt der Beruf der Woche. von 

Hunderte Milliarden Dollar Umsatz macht die Werbebranche weltweit jedes Jahr. Ein großer Teil davon sind klassische Werbemittel: Schilder, Leuchtreklame, Beschriftungen für Schaufenster, Fassaden, Bautafeln oder Fahrzeuge. All diese Dinge werden von Werbetechnikern hergestellt. "Wir machen Werbung zum Anfassen", sagt Martina Gralki, Bundesinnungsmeisterin beim Zentralverband Werbetechnik. Mit Marketingkampagnen, Fernsehspots oder Videoclips haben die Schilderhersteller wenig zu tun, sie sind das Fußvolk der Werbewirtschaft.

Werbetechniker bauen und gestalten auch komplette Informationssysteme und Messestände.

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Im Zentrum der Arbeit steht immer der Kundenwunsch. Oft ist bei der Umsetzung eine Werbeagentur eingebunden, die den Entwurf macht.

Bei weniger umfangreichen Werbemitteln geht es aber auch ohne Designer. Dann fertigt der Werbetechniker nach den Kundenwünschen eine Skizze an. Wie soll die Reklame aussehen und wie groß soll sie sein? Gibt es schon ein Firmenlogo, welche Schrifttypen und Farben sollen verwendet werden? Hat der Kunde keine eigene Idee, arbeitet der Werbetechniker mit bestehenden Vorlagen.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

Schon mal einen Kampfmittelräumer oder einen Bird Controller bei der Arbeit erlebt?

Jede Woche stellt unser Autor Markus Schleufe einen ungewöhnlichen Job in unserer Serie "Beruf der Woche" vor. 

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Bei Außenreklame, die an Gebäuden angebracht werden soll, gibt es einiges zu bedenken. Trägt die Statik die geplante Reklame? Muss ein Bauantrag dafür gestellt werden? Wie soll die Werbeanlage befestigt werden, wo verläuft der Strom?

Vergoldete Schilder

Sind alle Einzelheiten geklärt, wird anhand der Skizze mittels spezieller Software am PC ein erster Entwurf gestaltet und dem Kunden geschickt. Sofern der Entwurf gefällt, geht es in die Produktion. "Lichtreklame wird am Computer erstellt, mit Maschinen ausgesägt und mit einem Plotter bedruckt und dann von Hand zusammengebaut und am Gebäude angebracht", sagt Gralki. Werbetechniker arbeiten mit einer Vielzahl an Geräten und Materialien. Plastik, Folie, Holz, mitunter Glas und Acryl. "Zwar kommt einiges an Technik zum Einsatz, aber im Grunde ist unser Beruf noch immer ein Handwerk", sagt Gralki. "Im Schwarzwald werden zum Beispiel noch viele Schilder von Hand vergoldet."

Für die Arbeit als Schilder- und Lichtreklamehersteller muss die Rechtschreibung stimmen, schließlich dürfen Namen und Slogans keine Fehler haben. Außerdem ist Mathematik, Flächen- und Körperberechnung gefragt. Eine starke Farbsehtüchtigkeit, ein gutes Augenmaß, körperliche Fitness und Schwindelfreiheit sowie handwerkliches Geschick sind ebenfalls erforderlich. Auch brauchen Werbetechniker Weitblick und müssen vorausschauend denken – manchmal gibt es bei der Montage von Werbemitteln vor Ort unerwartete Hindernisse. Dann ist Improvisationstalent gefragt.

Die Ausbildung ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Auf dem Stundenplan stehen Typografie, Baustilkunde, viele Inhalte aus dem Maler- und Lackiererbereich sowie Sicherheit am Arbeitsplatz. Darüber hinaus lernen die Lehrlinge, Schriften zu zeichnen und von Hand Blattmetall zu schneiden und zu verarbeiten, sowie mit Metall, Holz, Plexiglas und anderen Kunststoffen umzugehen.

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