Personalführung : So setze ich mich als Führungsfrau durch

Die Chefin ist neu in ihrer Position und bekommt viel Gegenwind. Was kann sie tun, um sich Respekt zu verschaffen? Antwort gibt Sabine Hockling in der Serie Chefsache.

"Ich bin vor einigen Monaten als erste Frau zur Teamleiterin einer Abteilung geworden und habe 30 jetzt vor allem männliche Mitarbeiter unter mir. Leider habe ich den Eindruck, dass mich meine männlichen Mitarbeiter nicht richtig respektieren. Ich befürchte, wenn ich hart durchgreife, werfen sie mir zickiges Verhalten vor. Bin ich zu soft, kann mein Führungsstil als typisch weiblicher Kuschelkurs bewertet werden. Wie kann ich mir als Chefin mehr Respekt verschaffen?", fragt Diana Ziegler, Teamleiterin in einer Beratungsfirma.

Sehr geehrte Frau Ziegler,

steigt ein Mitarbeiter auf, haben sowohl Vorgesetzte als auch Belegschaft große Erwartungen, die der aufgestiegene Mitarbeiter – egal, ob männlich oder weiblich – erfüllen soll. 

Die Gleichstellungsbeauftragte der Fachhochschule Bielefeld, Hilde Schumacher-Grub, hat wissenschaftlich untersucht, wie sich Männer und Frauen in der Sprache unterscheiden.

Sie kommt zu dem Schluss, dass Männer eher eine Konkurrenzsprache sprechen, es Frauen dagegen in der Regel um ein Miteinander auf Augenhöhe geht. Sie nutzen eher eine Beziehungssprache, um Kontakt herzustellen.

Männer machen in ihrer Sprache Hierarchien deutlich und markieren ihren Status. Sie sprechen direkter und verdeutlichen sehr klar: Ich will die Nummer eins sein. Frauen formulieren stärker indirekt. Die von ihnen gewählten Sprechmuster stellen Konsens her. Sie machen klar: Ich will beliebt sein.

Sabine Hockling

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Mit Ulf Weigelt schrieb sie den Ratgeber Arbeitsrecht. Seit 2011 ist sie Autorin der Serie "Chefsache". Immer freitags spricht sie mit Managementexperten über Führungsfragen. Hockling bloggt mit Tina Groll unter diechefin.net, das Blog für Führungsfrauen, über Frauen und Karriere.

Kommunizieren Männer untereinander, wahren sie viel Körperdistanz und haben wenig Blickkontakt. Reden sie hingegen mit Frauen, sind sie oft dominant und machen sich breit. Bisweilen unterschreiten sie dabei auch die Körperdistanz. Wenn Frauen untereinander kommunizieren, sind sie einander zugewandt und haben wenig Körperdistanz. Reden sie mit Männern, zeigen sie oft ein Flirtverhalten. Außerdem gibt es zwischen den Geschlechtern auch Unterschiede beim Sprachtempo, Lautstärke sowie Tonhöhe.

Auch wenn Sie vielleicht nicht so sprechen – unterschätzen Sie nicht, wie stark traditionelle Rollenbilder wirken. Von Männern wird stärker dominantes Verhalten erwartet, von Frauen eher soziales. Sind Männer in ihrer Mitarbeiterführung besonders sozialkompetent, werden sie dafür groß gelobt, Frauen bekommen dafür in der Regel aber keine Sonderpunkte. Von ihnen wird erwartet, mitfühlend und verständnisvoll zu sein. Und sobald Frauen einen härteren Stil in der Mitarbeiterführung an den Tag legen, werden sie manchmal sogar als unweiblich oder gezwungen männlich kritisiert.

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