MitarbeitermotivationWie kann der Chef den Teamgeist fördern?

Die Führungskraft wünscht sich loyale und engagierte Mitarbeiter. Welche Maßnahmen es gibt, die Mitarbeiter zu einem guten Team zu formen, erklärt Sabine Hockling. von 

Kann ich als Führungskraft das Verhalten meiner Mitarbeiter beeinflussen, sodass sie zum Beispiel loyal sind oder Teamgeist entwickeln?, fragt Werner Prange, Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen.

Sehr geehrter Herr Prange,

für Führungskräfte sind "gute" Mitarbeiter solche, die loyal sowie lern- und leistungsbereit sind, gern Verantwortung übernehmen, Teamgeist besitzen, unternehmerisch denken sowie diszipliniert auf Unternehmensziele hinarbeiten. Um das aus Mitarbeitern herauszuholen, braucht es besondere persönliche Kompetenzen.

Anzeige

Das Modell der transformationalen Führung setzt hier an. Dieses Konzept fordert Ihnen persönlich einiges ab – denn es basiert auf authentisch gelebten Werten wie Vertrauen, Respekt und Loyalität zwischen den Mitarbeitern und dem Teamleiter. Schaffen Sie es, diese Werte glaubhaft vorzuleben, führt dies in der Regel auch zu großer Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, sowie zu höheren Leistungen ihres Teams. 

Chefsache: Fragen von Führungskräften

Wie gelingt gute Personalführung und was zeichnet einen fairen Chef aus? Jede Woche, immer freitags, beantwortet die Management-Expertin Sabine Hockling in der Serie "Chefsache" Fragen von Führungskräften.

Schreiben Sie uns (und geben Sie dabei bitte Ihren Namen und Ihren Wohnort an). Wir freuen uns und wählen unter allen Problemen, die uns gestellt werden, jede Woche eine Frage aus und beantworten sie hier.

Waldemar Pelz, Professor am Institut für Management-Innovation, hat die Voraussetzungen für transformationale Führung wissenschaftlich untersucht. Er stellt fest, dass Führungskräfte, die transformationale Führung umsetzen, sechs Kompetenzen haben:

Erstens begreifen sie sich als Vorbilder und nehmen diese Funktion sehr ernst. Ihre persönlichen Ziele, Werte und Überzeugungen sind authentisch. Zweitens setzen sie ihren Mitarbeitern klare Ziele. Sie sorgen dafür, dass das Team Erfolgserlebnisse hat, die die Mitarbeiter mit Stolz erfüllen und sie zu größeren Leistungen inspirieren.

Werte authentisch vorleben

Des Weiteren stellen diese Entscheider ihren Leuten alle notwendigen Ressourcen und Möglichkeiten zur Weiterbildung zur Verfügung, die sie brauchen, um Aufgaben selbstständig erfüllen zu können. Natürlich sorgen sie auch für faire Spielregeln. Denn zwischenmenschliche Beziehungen basieren auf konstruktiven Werten wie Vertrauen, Offenheit und Transparenz. Fünftens machen diese Leader den Mitarbeitern klar, was von ihnen erwartet wird und welche Konsequenzen es hat, wenn sie den Anforderungen nicht gerecht werden. Ein Klima der persönlichen Verantwortung ist dabei förderlicher als eine Rechtfertigungskultur. Und sechstens sollte das Denken und Handeln in Ihrem Team an Chancen, Risiken und deren wirtschaftlichen Konsequenzen ausgerichtet sein. Gute Führungskräfte sollten daher Veränderungs- und Verbesserungsinitiativen fördern.

Sabine Hockling
Sabine Hockling

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Mit Ulf Weigelt schrieb sie den Ratgeber Arbeitsrecht. Seit 2011 ist sie Autorin der Serie Chefsache. Seit 2014 im neuen Format: Immer freitags spricht sie mit der Managerin Linda Becker über Führungsfragen. Hockling bloggt mit Tina Groll unter diechefin.net, der Blog für Führungsfrauen, über Frauen und Karriere.

Mihály Csíkszentmihályi, Begründer des Flow-Prinzips, hat in einer Studie die gelebten Werte herausragender Unternehmerpersönlichkeiten untersucht. Er stellte fest, dass auch individuelle Persönlichkeitsmerkmale wie Ehrgeiz, Integrität, Optimismus und Energie das eigene Führungsverhalten positiv beeinflussen.

Obwohl die meisten Führungskräfte um diese einfachen Verhaltensweisen wissen, hapert es in der Praxis an der Realisierung. Woran, können Sie selbst herausfinden, indem Sie sich immer wieder selbstkritisch beobachten. Kontrollieren Sie, ob Sie sich an die Werte stringent halten.

Wie es um Ihre eigene transformationale Führungskompetenz steht, können Sie außerdem hier in einem Online-Test kostenlos testen. Nach der Beantwortung von rund 50 Fragen erhalten Sie ein Profilblatt mit Ihren Kompetenzen im Vergleich zu anderen Teilnehmern. Es kann ein erster Hinweis auf blinde Flecken sein, an denen Sie dann arbeiten können.

Ihre Sabine Hockling

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Oakham
    • 29. März 2013 17:24 Uhr

    wieviele Seminare, Workshops, Schulungen etc. ich im Laufe der Zeit bei einem deutschen Unternehmen mitgemacht habe - die äußerst beliebten Wochenendseminare eingeschlossen. Sie alle haben nur dazu geführt, dass wir eine Mitarbeiter-Pflaume, und davon gibt es genug in größeren Unternehmen, nicht mehr als solche bezeichnen und behandeln durften. Aber, was noch viel wichtiger war: Der Output der Abteilung veränderte sich nicht - schon gar nicht zum Besseren.

    Wie schön dagegen doch die Zeiten in einer (englischen) Werbeagentur, die ich jetzt nicht nenne, in D: Gute Leute - selten Deutsche, ein hoher Kreativoutput, eine klare Struktur. Jeder hatte einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Freiraum. Lange Diskussionen gabs mit dem verantwortlichen Creativdiretor nie. Der Job war entweder gut - dann hat er "verkauft" und er war es eben nicht. Dann mussten wir einfach noch mal ran. Und - Pflaumen hielten sich nicht lange, wenn sie es überhaupt in die heiligen Kreativhallen schafften. Also, bye, bye, McNap, Paul M. & Co. Ihr wart einfach gut - und Gott sei Dank nicht deutsch.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es gibt keine Teamarbeit, jedenfalls nicht im Sinne des Wortes, das den Motivationskünstlern, die damit auch noch eine Menge Geld verdienen, vorschwebt !
    Jeder leistet seinen Beitrag und das für sich allein ! Sollte es mal eng werden, so packen andere mit an (deligieren = Chefsache, dafür bekommt er sein Geld). Ansonsten; behandelt man seine Mitarbeiter gut, bezahlt ihnen ein anständiges Gehalt, dann kommt alles von selbst !

    Ganz einfach !

  1. Es gibt keine Teamarbeit, jedenfalls nicht im Sinne des Wortes, das den Motivationskünstlern, die damit auch noch eine Menge Geld verdienen, vorschwebt !
    Jeder leistet seinen Beitrag und das für sich allein ! Sollte es mal eng werden, so packen andere mit an (deligieren = Chefsache, dafür bekommt er sein Geld). Ansonsten; behandelt man seine Mitarbeiter gut, bezahlt ihnen ein anständiges Gehalt, dann kommt alles von selbst !

    Ganz einfach !

    7 Leserempfehlungen
  2. Nur wenn dann mehr Teambuilding als Work betrieben wird hört der Spass aber auf.

    Wie Oakham unter 1. schon schrieb, bei manchen hift es auch nichts und die anderen brauchen es nicht.

  3. Wenn ich schon in einer Überschrift Worte wie "Teamgeist" oder gar wie hier "Teamgeist fördern" lese, weiß ich, dass der Artikel nichts sein kann.

    Ich sehne mich so danach, wenn der Mythos Teamgeist endlich verschwunden ist. Am Meisten beschwören und predigen doch ausgerechnet die Akteure und Vorgesetzten den Teamgeist, die in der Praxis immer genau das Gegenteil vom Teamgeist machen.

    Ein Team- bzw. Teamgeist entsteht garantiert nicht durch irgendwelche Theorien oder konkrete Handlungsempfehlungen. Ein wirkliches Team entsteht dann, wenn alle an einem Strang ziehen und v. a. unter einander gut klar kommen und gerne zusammen arbeiten. So etwas kann man nicht durch Vorgaben herbeikonstruieren. Aber einem Personaler so etwas zu erklären, ist unmöglich.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 2b
    • 29. März 2013 21:34 Uhr

    aber das ist Thema der nächsten Beiträge,
    dann im Jahr 2047 trotz 50Mbit Internet (wegen
    Copyright&Urheberrecht
    http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht#Dauer_des_Schutzes
    und Leistungsschutzrecht
    http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverlege...
    und teils Patentansprüchen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Patent#Technologietransfer
    ...)???

    • 2b
    • 29. März 2013 21:34 Uhr

    aber das ist Thema der nächsten Beiträge,
    dann im Jahr 2047 trotz 50Mbit Internet (wegen
    Copyright&Urheberrecht
    http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht#Dauer_des_Schutzes
    und Leistungsschutzrecht
    http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverlege...
    und teils Patentansprüchen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Patent#Technologietransfer
    ...)???

    • Coiote
    • 30. März 2013 0:35 Uhr

    "[...] für Führungskräfte sind "gute" Mitarbeiter solche, die loyal sowie lern- und leistungsbereit sind, gern Verantwortung übernehmen, Teamgeist besitzen, unternehmerisch denken sowie diszipliniert auf Unternehmensziele hinarbeiten. "

    Ich will zwar nicht ganz undifferenziert diese ganzen Tipps als Unfug abqualifizieren, aber es ist doch schon bedenklich aufällig, dass in dem Artikel als Kriterium nicht einmal die fachliche Kompetenz genannt wird. Mittlerweile konzentrieren sich die Führungskräfte derart auf solches Psychologie Gedöns, dass sie die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter aus den Augen verlieren. Sobald man Mitarbeiter hat, die ihre Sache fachlich können, habe diese auch Spaß an der Arbeit, und der Rest wie Leistungsbereitschaft usw. ergibt sich in der Regel von selbst.

    Aber statt dessen setzt man lieber auf Teamgeistseminare, Zeitmanagementseminare, usw., und bei der Einstellung von Mitarbeitern bedient man sich Assessment Centern, die ebenfalls nicht die fachliche Qualifikation prüfen.

    Man sollte sich wieder wie früher mehr auf fachliches Können konzentrieren. Aber das scheint bei der unheiligen Allianz zwischen Psyhologen und BWLern zunehmend aus der Mode zu kommen.

    Eine Leserempfehlung
  4. Besser kann man die Verlogenheit des gesamten Ansatzes nicht auf den Punkt bringen.

    ... ebenso wahr ... "hapert es in der Praxis an der Realisierung." ... ja ja da "realisiert" sich die Geisteshaltung, man muss es nicht sein, frau muss nur "glaubhaft sein".

    Früher sagte man dazu einfach ... so "'n falscher Fünziger".

    In meiner Nachbarschaft wohnt ein Schauspieler der Manger trainiert ... glaubhaft zu wirken, authentisch zu wirken. Ich könnt mich immer wegwerfen vor lachen, wenn ich höre, wie wichtig es ist, dass Manger "authentisch rüber kommen".

    Da gefällt mir der Franziskus-Ansatz besser: Anständig sein!

    An den "Blättern" erkennt man die Bäume. Mich wundert mehr und mehr mit was für Blättern sich dieser Baum hier schmückt.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    > "Schaffen Sie es, diese Werte glaubhaft vorzuleben, ..."
    > Besser kann man die Verlogenheit des gesamten Ansatzes nicht auf den Punkt bringen.

    Management scheint heutzutage nur noch simulieren zu wollen, was (viele?) Menschen gerne hätten. Eine sinnvolle/erfüllende Beschäftigung (oder einfach nur Geld erwirtschaften) mit gerechtem Auskommen und Ehrlichkeit. Stattdessen vergibt man nach Softwareanweisung und Assesment, Schulterklopfen, Teambuilding-Maßnahmen und spielt Buzzword-Bingo.
    Mein Filmtipp: "Work hard, play hard"

    Dazu Dilbert anschauen und versuchen nicht so berechenbar zu sein. ;)

    • inecht
    • 30. März 2013 6:55 Uhr

    An der Spitze steht kein "Team".
    Da regiert alleine ein Vorstandsvorsitzender, ein Chef.
    Unten buckeln die Geringverdiener, die sich im Zweifelsfall keinen Arbeitsgerichtsprozess zutrauen.
    Dazwischen werden unterbezahlte Massen bei Laune gehalten.

    Teams fördern die Ausgrenzung und die Kastenbildung durch die Festigung autoritärer Strukturen.
    Wer "Teams" thematisiert, faselt auch gerne über "Leitbilder" oder "Unternehmenskultur"...

    We are only in it for the money. Frank Zappa, 1968

    3 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Serie Chefsache
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Führungskraft | Klima | Offenheit | Weiterbildung | Chef | Mitarbeitermotivation
Service