KarriereVier von zehn Frauen bereuen Elternzeit

Eine Babypause empfinden viele Frauen als Nachteil für die eigene Karriere: Das zeigt eine Umfrage für das Familienministerium. Besonders unzufrieden sind Teilzeitkräfte.

Frau mit Kinderwagen

Frau mit Kinderwagen

Vier von zehn Frauen bedauern es im Nachhinein, Elternzeit in Anspruch genommen zu haben. Das geht aus einer unveröffentlichten Elternumfrage des Familienministeriums hervor, aus der die Welt am Sonntag zitiert.

Demnach stellen 38 Prozent der Teilnehmerinnen an der Studie negative Auswirkungen der Babypause auf das berufliche Fortkommen fest. Bei den Männern sind es 28 Prozent. Insgesamt wurden knapp 4.000 Mütter und Väter zwischen Ende Januar und Mitte Februar befragt.

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Besonders groß ist die Unzufriedenheit bei Teilzeitkräften: Die meisten jungen Eltern fühlen sich laut der Umfrage zwar von ihren Chefs unterstützt, wenn es um eine Reduzierung der Arbeitszeit geht. Doch fast vier von zehn Teilzeitbeschäftigten gaben an, sie hielten verringerte Arbeitszeiten aus Karrieregründen für problematisch.

Gute Noten für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Im Großen und Ganzen zeigen sich die jungen Eltern der Umfrage zufolge aber überraschend zufrieden mit den Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie die Zeitung berichtet. Vier von fünf Befragten geben demnach an, dass es in ihren Firmen als unproblematisch erachtet werde, Elternzeit in Anspruch zu nehmen.

Fast 80 Prozent hätten zudem angegeben, die Länge der Arbeitszeit in Absprache mit dem Vorgesetzten flexibel verändern zu können.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Zitat:
    "Vier von zehn Frauen bedauern es im Nachhinein, Elternzeit in Anspruch genommen zu haben."

    Als Ausführungen kommen dann:
    "Demnach stellen 38 Prozent der Teilnehmerinnen an der Studie negative Auswirkungen der Babypause auf das berufliche Fortkommen fest. "

    Hier wird also eine Einrichtung, die in erster Linie der Eltern-Kinde-Beziehung zu gute kommen solll, auf den reinen Karriere-Aspekt reduziert.

    Eine Kleinigkeit nebenbei: Wenn die Kinderlein mal krank (bei kleinen Kindern teilweise sehr oft) sind, dann nimmt die auch keine Betreuungseinrichtung. Also dürfen die Mutter (oder auch der Vater) dann mal ganz zügig einen Tag freinehmen. So etwas ist ein ganz anderer Karriere-Killer, als eine geplante Elternzeit.

    Aber mit der Elternzeit zeigt man dem Arbeitgeber ganz klar: Es gibt wichtigeres, als deinen Job und die paar Kröten, die ich dafür bekomme.

    Leider werden bei vielen Menschen Kinder mittlerweile als Krankheit und Störfaktor betrachtet.

    Ich würde mir wünschen, dass bei Publikationen der Ministerien auch ein Verweis auf die Quelle beim Artikel aufgeführt wird.

    50 Leser-Empfehlungen
  2. Liebe Zeitredaktion!
    Mittlerweile sind die Kommentare zu bestimmten Artikeln - so auch diesem - lesenwerter und weniger tendenziös als die Artikel selbst! Ich könnte nur die vorgenannten Aspekte wiederholen, deshalb beschränke ich mich auf ein Bravo für die Kommentator_innen!

    34 Leser-Empfehlungen
  3. Ja so ein Baby ist schon ein Karrierekiller für uns Frauen. Ein Kindergartenkind, das ständig neue Krankheiten mit nach Hause bringt übrigens auch.

    Was will man mit solchen Artikeln eigentlich erreichen? Das wir Frauen überhaupt keine Kinder mehr bekommen?

    Warum findet man sich gesellschaftlich eigentlich nicht mit der Tatsache ab, dass die meisten Mütter sehr gerne zuhause bleiben würden, wenn das für sie finanzierbar wäre? Muß man uns Frauen zur Emanzipation zwingen? Und ist das dann überhaupt Emanzipation im eigentlichen Sinne?

    Ich habe bei solchen Artikeln immer das Gefühl, das Mütter in eine bestimmte Richtung gedrängt werden sollen: möglich frühe Fremdbetreuung und möglich schnell wieder dem Arbeitgeber zur Verfügung stehen (und nebenbei die Löhne durch das Überangebot an Arbeitnehmern drücken).

    Ist dem Autor nicht bekannt, dass Betreuungseinrichtungen Kinder nicht nehmen, die krank sind und dass sich das natürlich auf die "Karriere" auswirkt? Ein Kind behindert immer die Karriere, weil man sich nicht hundertprozentig auf den Beruf konzentrieren kann (es sei denn, man kann sich eine Rund-um-die-Uhr-Kinderfrau leisten).

    Liebe Zeit-Redaktion. Machen Sie doch mal eine Umfrage in einem Altersheim unter Frauen, die zugunsten der Karriere auf Kinder und Familie verzichtet haben. Wahrscheinlich liegt dort die Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation nahezu bei 100%.

    Geld ist eben nicht alles im Leben.....

    30 Leser-Empfehlungen
  4. Ja, aus Karrieregründen ist es selten positiv auch noch andere Schwerpunkte im Leben als seinen Job zu haben. Aber die Erkenntnis dass man nicht alles gleichzeitig haben kann heißt doch nicht dass die Leute nicht zufrieden sind. Damit muss man sich in vielen Lebensbereichen mit abfinden. Ansonsten scheint das Ergebnis der Befragung eher überraschend positiv, komplett anders als das was man sonst so an öffentlichem Wehklagen hört.

    21 Leser-Empfehlungen
  5. Der Aussage meines Vorkommentators kann ich nur zustimmen. Wenn ich meine ehemaligen Kommilitoninnen ansehe, dann stelle ich folgendes fest: während die Männer nach ca. 8 Jahren fast allesamt Abteilungsleiter oder Direktoren sind, sind 80% der Frauen nach wie vor auf Referentenebene. Alle hatten übrigens dieselben Ausgangsvoraussetzungen und jetzt komme mir bitte keiner damit, dass das alles Gender-Opfer seien.

    Und dann kommt IN der Babypause die Jammerei, dass das der Karriere schade. Da habe ich mich auch gefragt: welcher Karriere? Die einzige übrigens, die vor dem baby Teamleiterin war, ist es selbst mit Baby immer noch. Überraschung. Und selbst die sagt, dass sie es ok und nachvollziehbar findet, dass sie während der Babyzeit mit 70% Stelle nicht weiter nach oben kommt. Aber sie habe ja auch noch 35 Jahre Zeit.... das nenne ich mal eine gesunde Einstellung.

    20 Leser-Empfehlungen
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    "Alle hatten übrigens dieselben Ausgangsvoraussetzungen "

    Als Ihre Kommilitoninnen mit dem Studium fertig waren, wurden die potentiellen Chefs mit deren Gebährfähigkeit "bedroht". Da nimmt man halt lieber einen jungen Mann und schafft den nach oben. Wenn der "lästige Blagen" in die Welt setzt, dann ist das meistens ( ! ) das Problem des Chefs der Frau . . . und wenn eine kleine Referentin wegfällt, dann fällt das nicht so ins Gewicht. Wer was Anderes behauptet, ist naiv oder unehrlich . . .

    "Alle hatten übrigens dieselben Ausgangsvoraussetzungen "

    Als Ihre Kommilitoninnen mit dem Studium fertig waren, wurden die potentiellen Chefs mit deren Gebährfähigkeit "bedroht". Da nimmt man halt lieber einen jungen Mann und schafft den nach oben. Wenn der "lästige Blagen" in die Welt setzt, dann ist das meistens ( ! ) das Problem des Chefs der Frau . . . und wenn eine kleine Referentin wegfällt, dann fällt das nicht so ins Gewicht. Wer was Anderes behauptet, ist naiv oder unehrlich . . .

  6. Die Essenz in diesem Bericht liegt darin, dass "Gute Noten für Vereinbarkeit von Beruf und Familie" die Möglichkeit zeigt (auch in Deutschland) gebärfreudig zu sein.

    Wieso werden die angehenden Mütter (+Väter) mit diesem maliziösen Titel verschreckt?

    18 Leser-Empfehlungen
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    Frauen mit Kinderwagen sind "draussen" und müssen sich warm anziehen.

    Worum geht's? Um Aufmerksamkeit.
    Da kommt es halt zu solchem Output der Gelben Schrott-Presse.
    Nehmen Sie's als Kollateralschaden.

    Es handelt sich hier wohl nur um die Spiegelung eines schlechten Wunschgedanken auf irgendeine Studie. Vermutlich ist bloß irgendjemand nichts besseres eingefallen, etwas Munition gegen Familienleistungen oder für mehr Arbeitskraftverfügbarkeit zu verballern.

    Denn sehen wir uns diesen Ruß doch einmal an;

    "Vier von zehn Frauen bedauern es im Nachhinein, Elternzeit ..."
    weil
    "... stellen 38 Prozent der Teilnehmerinnen an der Studie negative Auswirkungen der Babypause ..."

    Dies hat die selbe Qualität wie:

    "Vier von zehn Fußgängern bedauern es Schuhe zu tragen, ..."
    weil
    "38% der Studienteilnehmer fanden es doof in Pfützen getreten zu sein, ..."

    Völliger zusammenhangsloser Nonsens in Reinform, Propagandapraktikanten eben. ;)

    Frauen mit Kinderwagen sind "draussen" und müssen sich warm anziehen.

    Worum geht's? Um Aufmerksamkeit.
    Da kommt es halt zu solchem Output der Gelben Schrott-Presse.
    Nehmen Sie's als Kollateralschaden.

    Es handelt sich hier wohl nur um die Spiegelung eines schlechten Wunschgedanken auf irgendeine Studie. Vermutlich ist bloß irgendjemand nichts besseres eingefallen, etwas Munition gegen Familienleistungen oder für mehr Arbeitskraftverfügbarkeit zu verballern.

    Denn sehen wir uns diesen Ruß doch einmal an;

    "Vier von zehn Frauen bedauern es im Nachhinein, Elternzeit ..."
    weil
    "... stellen 38 Prozent der Teilnehmerinnen an der Studie negative Auswirkungen der Babypause ..."

    Dies hat die selbe Qualität wie:

    "Vier von zehn Fußgängern bedauern es Schuhe zu tragen, ..."
    weil
    "38% der Studienteilnehmer fanden es doof in Pfützen getreten zu sein, ..."

    Völliger zusammenhangsloser Nonsens in Reinform, Propagandapraktikanten eben. ;)

    • ktkrch
    • 10.03.2013 um 10:07 Uhr

    Mal wieder ein nichtssagender Artikel. Wie lang haben die Frauen und Männer denn Elternzeit genommen?

    Kinder brauchen nun mal die ersten Jahre mehr Aufmerksamkeit. Wer damit ein Problem hat sollte es unterlassen Kinder in die Welt zu setzen.

    16 Leser-Empfehlungen
    • IQ130
    • 10.03.2013 um 10:48 Uhr

    ist eine Sache der Definition. Sind das die guten Berufstätigen? Bänker, die bereits das Vermögen unserer Kinder verzockt haben?

    Eine Familie zu ernähren und durch die Wirren des Alltags durchs Leben zu kommen - DAS sind die wahren Helden und die Guten.

    Ist nicht vielmehr die Karriere hinderlich am guten Leben??

    14 Leser-Empfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, sk
  • Kommentare 64
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