Gender Pay GapWie groß ist der Unterschied wirklich?

Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen 22 Prozent weniger als Männer. Das Institut der deutschen Wirtschaft sagt, es sind zwei Prozent. Wie kann das sein? von Steffi Fetz

Heute ist wieder bundesweiter Aktionstag zur Lohnungleichheit. Am sogenannten Equal Pay Day machen Frauen in Deutschland darauf aufmerksam, dass sie immer noch weniger verdienen als Männer. Eine Aktion wird sein, mit symbolischen 100-Euro-Scheinen zu wedeln, die aber nur 78 Euro wert sind. Das soll zeigen: Das Gehalt der Frauen ist 22 Prozent niedriger als das der Männer. Diese Zahl hat auch das Statistische Bundesamt am Dienstag veröffentlicht.

Im Januar noch verkündete das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln, dass der Unterschied bis auf zwei Prozent schmilzt, wenn man bestimmte Faktoren berücksichtigt. Wie kommen solche unterschiedlichen Zahlen zustande?

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Gender Pay Gap

Als Gender Pay Gap wird die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bezeichnet. Einer OECD-Studie aus dem März 2012 zufolge verdienen Vollzeit beschäftigte Frauen in Deutschland durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das belegen auch die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamt. Die Statistiker stellen eine unbereinigte Lohnlücke von 22 Prozentfest.

ImGlobal-Gender-Gap-Report des Weltwirtschaftsforums  2012 kam Deutschland auf Platz 13, 2006 war die Bundesrepublik noch auf Platz fünf gewesen.

Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Berufen und wenig in Führungspositionen. Das erklärt zwei Drittel des Lohnunterschieds. Es bleiben jedoch sieben bis acht Prozent Differenz aufgrund des Geschlechts. Dieser Unterschied wird als bereinigte Lohnlücke bezeichnet.

Gender Pension Gap

Als Gender Pension Gap wird die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen bezeichnet. Einer Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Februar 2012 zufolge beträgt sie 59,6 Prozent. Dabei fällt der Gender Pension Gap im Osten mit 36,7 Prozent niedriger aus als im Westen mit 63,4 Prozent.

Maßgeblich für die Rentenlücke sind die weiblichen Erwerbsbiographien: Frauen, die sich für Ehe und Familie entschieden haben, bekommen sogar 69,6 Prozent weniger Rente. Sie haben für die Kindererziehung ihre Erwerbstätigkeit oft lange unterbrochen und in Teilzeit gearbeitet. Dadurch haben die Frauen nur geringe Rentenansprüche erworben.

Die heutige durchschnittliche gesetzliche Rente von Frauen beträgt 645 Euro im Monat, für Männer hingegen 1.595 Euro.

Vorweg: Es gibt eigentlich zwei Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Der eine ist die unbereinigte Lohnlücke. Sie vergleicht die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Männern und Frauen. Die Statistiker vergleichen hier völlig abgekoppelt von Position oder Branche, Ausbildung oder Arbeitsvertrag alle durchschnittlichen Männerlöhne mit allen durchschnittlichen Frauenlöhnen. Herauskommt die unbereinigte Lohndifferenz – das sind die 22 Prozent des Statistischen Bundesamtes.

Anders wird gerechnet, will man die bereinigte Lohnlücke feststellen. Hier werden alle Faktoren berücksichtigt, die vergleichbar sind: Branche, Beruf, Qualifikation, Position. Es wird dann offensichtlicher, ob die Frau allein wegen ihres Geschlechts in der Bezahlung benachteiligt wurde.

Zwei Rechnungen, zwei Ergebnisse

Während Rechnung 1 relativ einfach zu erstellen ist, muss bei Rechnung 2 differenziert werden. Aus den Daten der Frauen und den Daten der Männer werden Zwillinge gebildet und verglichen. Doch der Vergleich hat Tücken. Denn wenn beide zum Beispiel eine Leitungsfunktion im unteren Management in der Gesundheitsbranche haben, heißt das noch lange nicht, dass beide gleich gut verdienen. Die Frau arbeitet vielleicht in der Personalabteilung, der Mann dagegen in der Produktionsleitung. Ihre Jobs sind zwar formal auf der gleichen Hierarchieebene, in der Produktion sind aber die Löhne höher.

All diese Faktoren müssen also berücksichtigt werden. Darum werden beim Gesamtvergleich zwischen Männern und Frauen Prozentpunkte abgezogen, die erklärbar sind. Zum Beispiel, dass die meisten Frauen nicht in einer Führungsposition arbeiten – hier liegt der Frauenanteil nämlich nur bei 30 Prozent. Oder dass rund die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Deutschland in Teilzeit arbeiten. Auch wird berücksichtigt, dass Frauen die eher schlecht bezahlten Frauenberufe wählen.

Der Studie des Institut für Wirtschaft zufolge soll also dieser bereinigte Lohnunterschied bei weniger als zwei Prozent liegen.

So weit, so gut, aber wenn das Statistische Bundesamt diese Faktoren miteinbezieht und mit ihren 22 Prozent weiter rechnet, kommt es auf sieben Prozent. Wie ist das zu erklären? 

Leserkommentare
  1. Wenn man die nicht berufstätigen Mütter und Väter noch mit einberechnet, ist die Lücke noch größer. Sie leisten soziale Familienarbeit und bekommen überhaupt kein Gehalt.

    Insofern könnte die Schlussfolgerung auch heißen: Die soziale Arbeit ist im Jahre 2013 immer noch weniger Wert als alles andere.

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    Diese "soziale Familienarbeit" ist doch für die eigene Familie. Wer soll da bitteschön ihrer Meinung nach bezahlen? Wenn ich daheim meine Wohnung aufräume bekomme ich auch kein Geld dafür...

    • tgoff
    • 21. März 2013 17:56 Uhr

    Die 2% Studie wegen des geringeren samples zu diffamieren ist wohlfeil.

    Die Studie von destatis basiert auf einer Regression. Die 7% kommen zu Stande ohne eine brauchbare Bereinigung um Zulagen, für Erschwernisse, Gefahr oder Dreck. Da Frauen sich aus solchen Berufen bequem heraushalten, würde diese Bereinigung locker die 7% erklären. Denn die paar männlichen Vorstände wirken sich in der Statistik nicht relevant aus.

    Ich halte es für berechtigt, dass ein Mann, der eine der über 30000 Windanlagen in 100m Höhe montiert, oder ein Tief- oder Hochbauarbeiter, der Zulagen bekommt, Frauen sehen das sicher anders.

    Ein Putzmann, der Fenster im 10 Stock von außen reinigt (Frauen habe ich dort noch nicht gesehen) hat zurecht Zulagen und ein Frau, die Räume reinigt zurecht nicht.

    Die Studie des Wirtschaftsinstitutes vergleicht anders, es werden Klassen gebildet, eine z.B. ohne Frauen ohne lange Auszeit. Und siehe da, der Unterschied schwindet auf 2%.

    Mein Zivildienst übrigens hat mich vor dem Studium 2 Jahre gekostet. Gleichaltrige Frauen sind mir ein Leben lang 2 Jahre voraus. 2 Jahre von 40 sind 5%, die ich berechtigterweise mehr verdienen würde, wenn es denn so wäre.

    • Ingogr
    • 21. März 2013 7:26 Uhr

    Der Artikel ist nicht schlecht, leider hat mich der letzte Satz ein wenig verstört. Die Studien sagen nicht, dass die Arbeit von Frauen weniger Wert ist. Die Wertschöpfung einer Abteilungsleiterin wird also im Durchschnitt genauso groß sein, wie die eines männlichen Abteilungsleiters. Nicht die Arbeit der Frauen ist weniger Wert, sondern die Bezahlung ist geringer! Das ist ein großer Unterschied. Wer stehts auf ein "IN" (MiterbeiterIN) als Wortendung achtet, sollte auch hier präzise sein!!!

    Auch verstört der letzte Satz des Artikels, weil er wie eine Ungerechtigkeit klingt, siehe "noch immer". Wenn aber Frauen selbst gewählt (!) lieber in der Personalabteilung als im Vertrieb oder lieber im Kindergarten als in der besser bezahlten Baubranche arbeiten, so sind das persönliche, selbst verschuldete Lebensentscheidungen, in die Politik oder Gesellschaft kaum eingreifen sollten.

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    bei solchen Entscheidungen von "freien Entscheidungen" zu sprechen, finde ich undifferenziert. Schließlich werden Frauen bzw. Mädchen von kleinauf so sozialisiert, dass sie die ihnen naturalisierend zugeschriebenen Eigenschaften wie Empathie, Emotionalität etc, irgendwann an sich selbst sehen und mitunter entwickeln. Auf der anderen Seite bekommen die Jungs eben Bagger und Kipplaster als Spielzeug, wen wundert es da noch, dass Frauen eher in Berufen arbeiten, in denen sie mit Menschen zu tun haben, wohingegen Männer z.B. eher in die Baubranche gehen.
    Solange es Geschlechterrollen und komplementäre Erwartungen gibt, wird auch die Verteilung auf verschiedene Branchen vom Geschlecht abhängig sein. Und nicht, weil die Menschen -Frauen wie Männer- dies aus komplett freien Stücken gewählt hätten.

    der punkt des artikels ist aber, WARUM arbeit im kindergarten (ergo am menschen) finanziell weniger wert is als in der baubranche? ist die verantwortung etwa geringer? wohl eher nicht. wohl eher, weil typische "weibliche" berufe weniger wertGESCHÄTZT werden, selten weil es irgendwelche messbaren faktoren dafür geben würde.

    Wahrscheinlich haben Sie recht mit Ihrer Interpretation. Mit grosser Sicherheit werden Sie aber auch konträre Meinungen lesen. Diese Votanten könnten einwenden, dass die geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen, die im Ergebnis zu einem tieferen Einkommen bei den Frauen sorgen, kulturell bedingt sind, bzw. durch tradierte Differenzierung bei der Erziehung von Jungen und Mädchen. Dieses Argument ist aber deshalb nicht stichhaltig, weil die heutige, globalisierte, virtualisierte, vernetzte Welt die alten Vorstellungen längst ad absurdum geführt hat. Nicht nur die Erziehung determiniert die Mädchen zu etwas softeren Berufen, die vielleicht halt schlechter bezahlt werden, sondern auch die biologisch bedingten Besonderheiten des weiblichen Geschlechts. Alles lässt sich nicht standardisieren, normieren unb der ultimativen, aber lediglich theoretischen Gerechtigkeit zuführen.

    • messmer
    • 26. Oktober 2013 7:10 Uhr

    ist sicher nicht vom Autor selbst.

  2. aber was sind die Schlußfolgerungen?
    Sollen Unternehmen verpflichtet werden, eine 45jährige Frau der wegen Familienpause 5 Jahre Berufserfahrung fehlen, genauso zu bezahlen wie den 45jährigen Mann, der die ganze Zeit im Beruf war?
    Oder muss dieser Ausgleich nicht eher im privaten Bereich (der Partnerschaft der Eltern) und im Rentensystem (durch Anrechnung von 2 Beitragsjahren pro Kind) stattfinden.
    Das Unternehmen zahlt was es bekommt und da ist die "Familienarbeit" im Zweifel weniger als Qualifikation zu beachten.

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    "Die Frau arbeitet vielleicht in der Personalabteilung, der Mann dagegen in der Produktionsleitung. Ihre Jobs sind zwar formal auf der gleichen Hierarchieebene, in der Produktion sind aber die Löhne höher.", da stelle ich mir schon die Frage, ob man da nicht regulativ eingreifen sollte, dass innerhalb eines Unternehmens fuer eine Position die eine vergleichbar umfangreiche Ausbildung und Arbeitserfahrung erfordert und die sich formal auf derselben Hierarchieebene befindet, nicht auch verpflichtet sein sollte, dasselbe Gehalt zu zahlen. Sicher ist es richtig, dass viele Frauen eher als Maenner ihren Beruf nicht nur im Hinblick auf Verdienstchancen waehlen, sondern auch im Hinblick darauf, wie er sich mit einem Leben als Familie vereinbaren laesst, richtig ist aber auch (!) dass urspruengliche "Maennerberufe" zu schlechtbezahlten "Frauenberufen" erst werden WENN sich Frauen vermehrt dafuer interessieren - und umgekehrt.

    ...wären wohl eher angebracht, wie z.b.

    1) garantie auf einen kinderbetreuungsplatz mit vernünftigen öffnungszeiten
    2) ein teil der karenz wird für die väter resverviert, ergo kann nicht von der mutter genommen werden.

    gibt noch einiges mehr wie etwa ehegattensplitting, aber die zwei wären wohl die wirksamsten.

    • tgoff
    • 21. März 2013 17:41 Uhr

    Bei Jungens, die in der Schule benachteiligt werden, heißt das lapitar "selbst Schuld".

    Das ist der Unterschied.

    Frauenförderung gibt es allenthalben. Man lese z.B. mal ein sogenanntes hessisches Gleichstellungsgesetz (leicht zu googeln). solche Gesetze gibt es für alle Bundesländer und den Bund.

    Maßnahmen zu Gleichstellung für Männer werden im §1 ausgeschlossen. Der GEsetzgeber definiert Gleichstellung ausschl. für Frauen.

    Solange jeder Satz, der mit Gleichstellung beginnt mit dem Wort Frauenförderung endet, hat das, was ich da lese nichts mit Gleichstellung zu tun, auch dieser Artikel nicht.

    Das Ziel ist die übliche Legendenbildung mit dem Ziel weiterer Frauenförderung und Diskriminierung von Männern.

    Gleichberechtigung für Männer wäre z.B. ein Ziel..

  3. 4. PayDay

    "Die Arbeit von Frauen ist im Jahre 2013 immer noch weniger Wert als die von Männern."

    Sie haben doch diesen Satz selbst widerlegt! Wie kommen Sie zu dieser Aussage, wenn Sie vorher im Text schreiben:

    "Wir können darüber streiten, welche Zahl den exakten Lohnunterschied aufzeigt und welche Faktoren mit einberechnet werden sollen. Ob die Frauen selbst schuld sind, weil sie lieber soziale Berufe ausüben, ihr Gehalt nicht richtig aushandeln können oder sich lieber um die Familie kümmern wollen. "

    Ich kenne auch Fälle (das ist natürlich nicht repräsentativ), in denen die Frau zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben WOLLTE.

    "für Maschinen mehr Wert sein soll und besser bezahlt wird als die Verantwortung für Menschen."

    Eine Führungskraft (ob nun m/w) z.B. im Produktionssektor, hat auch eine Verantwortung Menschen gegenüber, nämlich den Angestellten.
    Eine leistungslose Vaginalquote , um Frauen in die Top-Positionen zu bringen, bringt rein gar nichts. Der Daimler merkt das gerade bei seinem "Diversity-Programm", weil die technische Mannschaft (die ja nun mal immer noch und auch in Zukunft männlich dominiert ist) gegen diese leistungslose Vaginalquote revoltiert. Welcher Mann mit Karriereabsichten bewirbt sich denn in einem Unternehmen mit Frauenquote, wenn er sich an fünf Fingern abzählen kann, daß man nicht per Leistung weiterkommt, sondern per Geschlecht?

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    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/kvk

  4. seit Urzeiten ging der Mann auf die Jagd während die Frau zuhause gearbeitet hat (kochen, Kinder erziehen, waschen usw. pp. ja das ist Arbeit).

    Frauen arbeiten auch heute in vielen Berufen die eher schelcht bezahlt werden und wo es überbedarf gibt! (Friseure!).

    Die Deutsche alle sind gleicher als gleich Politik hat nur eins zur Folge, vor allem die Oberschicht kriegen keine Kinder mehr und die Arbeiterschicht wird mitgenommen.

    Auch wenn es Equal-Pay geben würde, was in einigen Bereichen berechtigt ist, so würde dadurch und mit einen Mindestlohn kein Weltfrieden einkehren.

    Auch ist einfach nicht alles mit der Arbeit vereinbar.

    • Anja66
    • 21. März 2013 7:46 Uhr

    Vaginalquote, an Stelle der existierenden leistungslosen Penisquote wäre doch mal eine erfrischende Abwechslung. ;-).-

    6 Leserempfehlungen
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    " an Stelle der existierenden leistungslosen Penisquote "

    Wo sehen Sie diese Penisquote?

    MfG

    • Wing89
    • 21. März 2013 14:22 Uhr

    Ich habe den Eindruck, dass im Hinblick auf diese Diskussion das Ziel von Unternehmen missverstanden wird. Scheinbar glaubt man, dass Unternehmenführungen den ganzen Tag Frauen diskriminieren und Kumpels Karriere ermöglichen und nebenbei gucken, dass sie nicht soooooo doll Pleite gehen. Wenns mal wieder um die Banken geht zögert man nicht Managern grenzenlose Geldgier vorzuwerfen. Entscheidungsträger in Unternehmen wählen DIE Leute aus und zahlen ihnen DAS Gehalt von dem sie ausgehen, dass damit am Ende das beste finanzielle Ergebnis herauskommt!

    Und zu "ich erlaube mir, anstelle von Anja zu antworten" von Witwe Bolte:

    Vielleicht ist dieser bei Männern definitiv häufiger und stärker auftretende Druck viel zu Verdienen einer der Gründe dafür warum Männer ihre Karriere so gestalten, dass möglichst viele gehaltssteigernde Merkmale (Branche, mehr Wochenstunden usw.) enthalten sind.

    Meiner Meinung nach ist es im Durchschnitt eben schlimmer wenig zu verdienen, wenn man ein Mann ist.

  5. " an Stelle der existierenden leistungslosen Penisquote "

    Wo sehen Sie diese Penisquote?

    MfG

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    Antwort auf "eine leistungslose"
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    Überall!

    Mir wurde der Leitungsposten verweigert, da die Herren sich gegenseitig die Leiter rauf geholfen haben. Trotz einmütigen Eingeständnisses, dass ich besser qualifiziert bin. Gleiches Prinzip floss in die Entlohnung ein. Die Männer haben ja alle ein Haus abzuzahlen und Kinder in der Schule. Deshalb wird da mehr bezahlt. Die Frau kann sich ja nen Mann suchen, der dann das Einkommen erhält. Die Frau selbst kriegt es nicht. Hat mit Leistung und Können null zu tun. Ich hab in der Firma aufgehört....

    • Tossim
    • 29. August 2013 22:54 Uhr

    Es nennt sich 'Heidi-Experiment':

    2003 legte eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität New York und der Columbia Business School Studenten einen Bericht über eine beruflich immens erfolgreiche Person vor. Nur eine Gruppe liest den echten Namen der beschriebenen Person: Heidi Roizen. Für die andere Gruppe wird der Name gegen Howard ausgetauscht. Das Ergebnis nach dem Lesen: Heidi wird als kalt, berechnend und karrierebesessen bewertet, Howard als sympathisch und aufstrebend.
    Dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, sondern dieses Denken System hat, beweisen Untersuchungen, in denen bei Bewerbungen, die ohne Angaben des Geschlechts gemacht werden, Frauen besser abschneiden als Männer.

    • Mari_
    • 21. März 2013 7:52 Uhr

    "Auch wird berücksichtigt, dass Frauen die eher schlecht bezahlten Frauenberufe wählen."

    Da beißt sich die Maus in den Schwanz.

    So, so, "Frauenberufe" sind eben schlechter bezahlt, das muss berücksichtigt werden. Wenn Frau das gleiche verdienen will wie Mann, muss Frau eben einen Männerberuf ergreifen, voll logisch!

    Und für die Altenpflegerin mit Knochenjob im 3-Schicht-System kann sich Leistung eben nicht lohnen. Ist halt ein Frauenberuf. Schade.

    11 Leserempfehlungen
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    "Wenn Frau das gleiche verdienen will wie Mann, muss Frau eben einen Männerberuf ergreifen, voll logisch!"

    Eigentlich schon logisch. Denn wenn es dann im z.Bsp. Pflegeberuf einen Fachkräftemangel gibt, dürften die Löhne steigen, oder?

    "Und für die Altenpflegerin mit Knochenjob im 3-Schicht-System kann sich Leistung eben nicht lohnen. Ist halt ein Frauenberuf. Schade."

    Tja, es fehlt wohl die Penisquote in diesen Berufen (liegt drezeit bei knapp 20%). Aber da interessieren sich Frauen wohl nicht für.

    MfG

    "Und für die Altenpflegerin mit Knochenjob im 3-Schicht-System kann sich Leistung eben nicht lohnen. Ist halt ein Frauenberuf. Schade."

    In gewisser Hinsicht bedeutet das ja auch, das eben diese Frauen es wohl versäumen eine der ihren in eine Spitzenposition ihrer Gewerkschaft zu berufen und ordentlich um die Löhne zu verhandeln. (Ja, die Diskriminierung existiert, lässt sich eben nur schwer messen.) Handeln statt meckern!
    Das betrifft ja schließlich nicht nur Frauen, die Mix-Disziplin der Leher z.Bsp. zerstreitet sich auch lieber selber, statt gemeinsam für angemessene Arbeitsbedingungen und Entlohnung zu stehen.

    Zum Artikel: Danke, sehr informativ. Kommt selten genug vor, dass über Studien mehr als eine fehlerhafte Verschriftlichung der Prozentangaben berichtet wird. Also bitte mehr in diesem Stil.

    • 可为
    • 21. März 2013 11:11 Uhr

    im Idealfall regelt der Markt die Arbeitslöhne, und wenn es da unterschiedliche Gehälter für gleiche Arbeit gibt, muss etwas anderes unterschiedlich sein. Und wenn ich da alle Alternativen durchgehe von Frauen sagen derartigem leichter zu, bis zu für bestimmte Positionen braucht man Männer und es sind zu wenig da...lande ich immer wieder bei der Ansicht es kann nicht die gleiche Leistung sein!

    Wenn ein Unternehmen tatsächlich gleiche Leistung für 78% bekommen könnte, ist doch davon auszugehen, dass es nurnoch 78%-Kräfte beschäftigen würde... Ich denke wenige Unternehmen können es sich leisten 22% Lohnkosten zu verschenken...

    "So, so, "Frauenberufe" sind eben schlechter bezahlt, das muss berücksichtigt werden. Wenn Frau das gleiche verdienen will wie Mann, muss Frau eben einen Männerberuf ergreifen, voll logisch!"

    Natürlich ist das richtig. Der Arbeitsmarkt ist ein Markt, und die Gehälter werden nach Angebot und Nachfrage festgesetzt und nicht irgendwelchen Gutmenschenkriterien.
    Wer sich entscheidet, eine Ausbildung als Frisörin zu machen statt als Feinmechaniker, darf sich später nicht darüber beschweren, dass er/sie weniger verdient. Und wer Anglistik statt Maschinenbau studiert ebenfalls nicht.
    Das hat nichts mit Diskrimierung zu tun. In Berufen, in denen es eine große Nachfrage nach Fachkräften gibt, aber nur ein geringes Angebot an Bewerbern, sind die Gehälter nun mal höher. Und in diesem Berufen arbeiten halt öfter Männer.

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