Zwei Drittel der bundesweit rund 7,4 Millionen Minijobber sind Frauen. Viele von ihnen haben einen oder mehrere Minijobs – aber nicht als Nebenbeschäftigung, sondern als Haupterwerb. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Doch das Jobben hat Tücken: Der Studie zufolge wird ein Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umso unwahrscheinlicher, je länger der geringfügigen Beschäftigung nachgegangen wird.

Der Untersuchung zufolge sind die meisten Minijobberinnen bereits sechs Jahre und sieben Monate geringfügig beschäftigt. Bei verheirateten Frauen sind es sogar sieben Jahre und ein Monat. Und nur 14 Prozent der Frauen, die früher einen Minijob als Hauptbeschäftigung ausübten, hätten heute eine Vollzeitstelle, ein Viertel eine Teilzeitstelle mit mindestens 20 Stunden pro Woche. Mehr als die Hälfte sei aber nicht mehr am Arbeitsmarkt tätig, so das Ergebnis der Ministeriumsstudie. Von einer Brückenfunktion zurück in volle Beschäftigungsverhältnisse könne also keine Rede sein, folgern die Autoren der Untersuchung.

Problematisch daran ist auch, dass für Minijobs bislang keine Rentenversicherungspflicht bestanden hat und die geringfügigen Arbeitsverhältnisse damit die weibliche Altersarmut verstärken. Das sehen auch drei Viertel der Befragten in der Studie kritisch. Erst seit Beginn des Jahres gibt es rentenversicherte Minijobs. Für alle neuen Minijobs werden seither Rentenversicherungsbeiträge fällig, die bereits bestehenden können freiwillig in die Versicherung einzahlen – müssen aber nicht.

Frauen wählen Minijob wegen besserer Vereinbarkeit

84 Prozent der Frauen mit Minijob sind der Studie zufolge verheiratet, nur zehn Prozent ledig. Als Hauptargumente für die geringfügige Beschäftigung geben diese Frauen erhoffte familienfreundliche Arbeitsbedingungen an: wenig Arbeitsstunden pro Woche bei gleichzeitiger Flexibilität, mit der auch weiterhin Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen zu bewältigen sind.

Als Minijobs werden Beschäftigungsverhältnisse mit einem Monatsgehalt von aktuell bis zu 450 Euro bezeichnet. Wer einer solchen Beschäftigung nachgeht, ist bis zu dieser Gehaltsgrenze von Steuern und Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Für die Studie wurden mehr als 2.000 Frauen befragt. Etwa die Hälfte von ihnen hat einen Minijob, die andere Hälfte übte früher einen aus.