Viele Mitarbeiter würden nach eigenen Angaben um bis zu 60 Prozent effektiver arbeiten, wenn sie sich vom Chef unterstützt fühlten. Glaubt man dem Ergebnis der Studie Lessons for Leaders from the People, die die Talentmanagement-Beratung DDI weltweit durchgeführt hat, wissen viele Führungskräfte nicht, wie sie ihre Mitarbeiter motivieren.

Die Macher der Studie wollen Führungskräften vor Augen halten, wie ihre Mitarbeiter denken. Zu diesem Zweck werten sie die subjektiven Eindrücke der befragten Arbeitnehmer aus. Die Befragten sollten ihren eigenen Chef bewerten und ihn oder sie mit der Führungskraft in ihrer Laufbahn vergleichen, die sie als besten Chef in der eigenen Karriere empfunden hatten.

Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie teilweise nur halb so produktiv arbeiten können, wie sie wollten, weil ihnen die Unterstützung durch den Chef fehlt. 37 Prozent sagten, selten oder sogar niemals motiviert zu sein. Auch die Effizienz ihres Vorgesetzten schätzte gut ein Drittel der Befragten als schlecht ein.

Mitarbeitern fehlt Anerkennung

Befragt nach den inhaltlichen Kritikpunkten an ihrem Chef nannte jeder Zweite die fehlende Möglichkeit, Probleme eigenständig lösen zu können. 45 Prozent nannten fehlendes Feedback und Lob als Manko. Mehr als ein Drittel gab eine schlechte Arbeitsorganisation als Problem an. Ebenso häufig wurde das Bevorzugen einzelner Kollegen kritisiert. Jeder Zweite sagte außerdem, er habe schon einmal über einen Jobwechsel wegen seines Chefs nachgedacht. Immerhin 39 Prozent sagten, sie hätten schon einmal wegen Problemen mit dem Vorgesetzten ihren Job gekündigt.

Schwache Führung führt zu schlechten Ergebnissen. Entsprechend könne eine gute Personalführung effizientere Ergebnisse liefern, schreiben die Autoren. Wenn sich Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen, sei ihre Loyalität mit dem Arbeitgeber höher. Kleinere Fehler werden dann eher verziehen. Auch das spiegelt die Umfrage wider: 98 Prozent der Befragten, die angaben, sich von ihrem Chef motiviert zu fühlen, sind nach eigenen Angaben zu Höchstleistungen bereit. Bei den frustrierten Arbeitnehmern dagegen waren es gerade einmal elf Prozent.