Nicht jedes Trainee-Programm bereitet auf eine Karriere im Management vor. Es gibt einige, die eher einem Praktikum oder einer Assistentenstelle entsprechen. So bietet etwa ein renommiertes Berliner Hotel ein dreimonatiges Trainee-Programm im Servicebereich an. Absolventen berichten von Ausbeutung zu Dumpingpreisen ohne Perspektive.

"In so kurzer Zeit eine fundierte Ausbildung zu absolvieren, erscheint sehr ambitioniert", sagt Lukas große Klönne. Er setzt sich für eine Zertifizierung der Nachwuchs-Karriereprogramme ein und hat die "Charta karrierefördernder und fairer Trainee-Programme" mitgegründet. Dahinter stecken die Jobbörse Absolventa und das Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sie wollen ein Siegel für faire Trainee-Programme ins Leben rufen.

Das Zertifikat sollen Firmen bekommen, deren Berufseinstiegsprogramme tatsächlich auf den Job vorbereiten. Ein wichtiges Qualitätskriterium ist die Dauer des Programms. Studien zeigen, dass Trainees durchschnittlich fünf unterschiedliche Abteilungen durchlaufen und dort zwischen neun und zwölf Wochen bleiben.

Qualitätskriterien für ein gutes Traineeprogramm

Weitere Kriterien sind neben einem qualifizierten Auswahlverfahren auch transparente Ausbildungsinhalte, individuelle Ausbildungsplanung, Weiterbildungen sowie Karriereperspektiven und Betreuung durch einen Mentor sowie Zugang zu Netzwerken mit anderen Fach- und Führungskräften.

Während der Programme schnuppern die Einsteigern in der Regel in alle wichtigen Abteilungen eines Unternehmens. Seriöse Anbieter kombinieren dieses Learning by doing mit fachlichen Weiterbildungen: Seminare, Vorträge und Messebesuche gehören in der Regel dazu. Auch eigene Projekte, die das Profil schärfen, sind wichtig. Nicht immer ist es vorteilhaft, wenn die spätere Zielposition zu Beginn des Programms gleich festgelegt ist. Oft fehlt dem Trainee dann die Möglichkeit für individuelle Entwicklungen.

Dennoch ist eine Perspektive wichtig. Die Trainees sollten spätestens nach der Hälfte des Programms erfahren, welche weitere Laufbahn das Unternehmen ihnen bieten kann. In Zeiten von Fachkräftemangel sind längerfristig ausgerichtete Nachwuchsförderungsprogramme ein wesentlicher Baustein der Personalpolitik. "Hierzu gehört auch, dass der Trainee nach erfolgreichem Abschluss des Programms mit eigenem Verantwortungsbereich und signifikant höherem Gehalt belohnt wird", sagt Branko Woischwill, der das Buch Trainee-Knigge geschrieben hat. 

Laut der Gehaltsdatenbank PersonalMarkt ist die Spannbreite unter den Gehältern bei Einstiegsprogrammen groß. Es gibt Firmen, die ihrem Nachwuchs gerade einmal 18.000 Euro Bruttojahresgehalt zahlen und Unternehmen, in denen die Trainees 66.000 Euro bekommen. Das durchschnittliche Einkommen liegt zwischen 36.500 bis 43.100 Euro je nach Branche und Größe des Unternehmens.