Einer meiner Auszubildenden ist ständig krank. Von vier Wochen fehlt er in der Regel drei. Kann ich ihm kündigen?, fragt Manuela Schaffer.

Sehr geehrte Frau Schaffer,

wenn Ihr Auszubildender nicht mehr in der Probezeit ist, haben Sie schlechte Karten, ihm zu kündigen.

Der Grund: Der Gesetzgeber stellt sehr hohe Hürden bei der Kündigung von Auszubildenden.

Ihnen bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, ein Gespräch mit ihm zu führen, um herauszufinden, was los ist. Liegt das Problem am Arbeitsplatz, können sie gemeinsam überlegen, was verändert werden kann. Liegt die Ursache im Privatumfeld, fragen Sie, wie eine Hilfe Ihrerseits aussehen kann, um die hohen Fehlzeiten zu beseitigen.

Vielleicht ist auch der Wechsel des Auszubildendenplatzes eine Alternative für Ihren Schützling. Falls das der Fall ist, finden Sie bei Ihrer Innung oder Kammer Unterstützung.

Schlägt er Ihre Hilfe aus oder ist Ihre Unterstützung am Ende keine Hilfe, müssen Sie Ihrem Azubi unmissverständlich klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann. Denn es geht ja nicht nur darum, dass er ständig fehlt und so im Betrieb keine Unterstützung ist und die Ausbildung an sich leidet. Ihm fehlen am Ende auch die Erfahrungen, um die Ausbildung abschließen zu können.

Verfügen Sie in Ihrem Betrieb über einen Ausbilder, sollten Sie zunächst ihm das Gespräch überlassen. Denn neben Fachkenntnissen verfügen Ausbilder in der Regel über das nötige pädagogische Know-how.

Ihr Ulf Weigelt