Mindestens 67 Millionen Fahrräder besitzen die Deutschen laut Statistischem Bundesamt – wahrscheinlich sogar viel mehr. Denn Radfahren ist nicht nur gesund und umweltschonend, es macht auch Spaß. Wenn nur die lästigen Reparaturen nicht wären. Über die freut sich Torsten Ueberfeldt, Zweiradmechaniker mit eigenen Zweiradwerkstätten in Bremen. "In den letzten Jahren hat der Radverkauf wieder zugenommen. Es gibt immer mehr Menschen, die auf ihr Auto verzichten und komplett aufs Rad umsteigen", sagt er. Und weil mehr Räder auch mehr Aufträge für Wartung und Reparatur bedeuten, nimmt auch dieses Geschäft ordentlich zu. "Jetzt im Frühjahr haben wir besonders viel zu tun. Da ist bei uns Hochsaison."

Zweiradmechaniker arbeiten ähnlich wie Automechaniker. Am Anfang einer Wartung steht die Begutachtung des Fahrzeugs. Wo liegen sicherheitsrelevante Mängel vor? Welche Teile müssen ausgetauscht werden? Der Mechaniker empfiehlt dem Kunden, welche Teile erneuert werden sollten. Erst dann wird der Auftrag erteilt.

Nun geht es ab in die Werkstatt, wo die defekten Teile ausgetauscht werden. Auch hier gehört noch einmal eine intensive Begutachtung dazu. Manchmal fällt den Mechanikern ein Defekt auf, den der Besitzer des Rads noch nicht entdeckt hat oder nicht zuordnen konnte.

Zu den häufigsten Verschleißteilen zählen abgefahrene Reifen und defekte Schläuche, aber auch die Bremsen müssen regelmäßig nachjustiert werden. Auch Licht muss immer mal wieder instand gesetzt werden und hin und wieder braucht auch die Gangschaltung eine neue Einstellung.

Gute Jobaussichten

Außer Wartungs- und Reparaturaufgaben gehört die Kundenbetreuung mit zum Job. Annahme und Übergabe von Rädern in die und aus der Reparatur zählen dazu und natürlich die Verkaufsberatung. Welche Ersatzteile eignen sich? Was für Zubehör gibt es? Bleibt noch der Verkauf von neuen und gebrauchten Rädern.

Zweiradmechaniker brauchen motorisches und handwerkliches Geschick, ein gutes Auge und mechanisches Verständnis. Wo und wie entstehen Zug, Druck und Fliehkräfte? Auch Physik und Mathematik sind in diesem Job wichtig. "Man sollte in der Lage sein, Übersetzungsverhältnisse, Radumfang sowie Speichenlängen ausrechnen zu können. Aber das lernt man in der Ausbildung", sagt Ueberfeldt. Die ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Manche entdecken hier auch ihr Interesse für Motoren betriebene Zweiräder – und spezialisieren sich auf Motorräder.

Die Azubis lernen die Arbeit mit den unterschiedlichen Werkzeugen, aber auch den Aufbau der verschiedenen Radkomponenten und beispielsweise wie neue Speichen in die Felgen eingebaut werden. Die Ausbildung wird mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen. Später ist noch eine Weiterbildung zum Meister möglich. Aber auch regelmäßige Weiterbildungen gehören dazu.