Wie schaffe ich es, meiner Führungsrolle gerecht zu werden, dabei aber mein Privatleben nicht vernachlässigen?, fragt Sven Neumann, Vertriebsleiter bei einem IT-Unternehmen.

Sehr geehrter Herr Neumann,

mehr Verantwortung im Job geht meist auch mit mehr (Aufstiegs-)Chancen einher. Wer hier nicht das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben verlieren möchte, muss sich bewusst entscheiden, worauf er verzichten kann, verzichten will und verzichten muss. Denn alles ist nicht möglich, da unsere Zeit nun einmal begrenzt ist.

Probleme treten in der Regel auf, wenn jemand denkt, er sei leistungsstark genug, um alles unter einen Hut zu bekommen. Es ist aber unmöglich, stets perfekt zu sein und alle Ziele und Wünsche gleichzeitig umzusetzen. Wer das ignoriert, reibt sich langfristig auf.

Am glücklichsten machen nachhaltige Ziele

Daher ist es ratsam, sich auf nachhaltige Ziele zu konzentrieren. Wichtig ist, dass Sie dabei immer wieder Ihre Prioritäten überprüfen. So erkennen Sie Ihre Grenzen und können Kompromisse schließen.

Der Harvard-Professor Howard Stevenson hat gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmer Eric C. Sinoway ein System entwickelt, wie Sie herausfinden, was in Ihrem Leben am wichtigsten ist und welche Prioritäten Sie setzen sollten.

Definieren Sie Ihre Ziele für die Bereiche Familie, Sozialleben und Gemeinschaft, Spiritualität, Gesundheit, aber auch materielle Aspekte, Hobbys und Karriere.

Stellen Sie sich zu jedem Bereich Fragen wie: Wer will ich in diesem Bereich sein? Wie viel Zeit möchte ich hier investieren? Wie wichtig ist mir der einzelne Bereich unter Beachtung der Ressourcen Zeit und Energie?