Nutzen Selbstständige ein Büro im Eigenheim, gilt dies als häusliches Arbeitszimmer – selbst dann, wenn das Büro ein ganzes Obergeschoss umfasst. Die Kosten dafür können nur begrenzt von der Steuer abgesetzt werden, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil (Az: VIII R 7/10).

Geklagt hatte ein Freiberufler, der mit seiner Familie im Erdgeschoss eines Zweifamilienhauses wohnt und die räumlich vollständig getrennte obere Etage als Büro nutzte. Im Jahr 2001 entstanden dafür anteilige Kosten in Höhe von 7.830 Euro. Diese machte er voll als Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt erkannte die Kosten aber nicht an und ließ nur den Abzug für ein häusliches Arbeitszimmer zu. Die Grenze liegt heute bei 1.250 Euro pro Jahr.

Der BFH gab dem Finanzamt nun recht. Das Büro sei noch dem häuslichen Bereich zuzurechnen. Denn um von der Wohnung dorthin zu gelangen, müsse "keine der Allgemeinheit zugängliche oder von fremden Dritten benutzte Verkehrsfläche betreten werden", heißt es in der Begründung.

Damit verwies der Finanzhof auf die Gründe, mit denen die Abzugsbeschränkung für ein häusliches Arbeitszimmer gerechtfertigt wird. Weil die Räume auch privat genutzt werden können – etwa für private Bürotätigkeiten oder für Gäste – sind sie nicht mit einem externen Büro vergleichbar.