Ich möchte meine Mitarbeiter motivieren und ihnen sogenannte Incentives anbieten. Worauf muss ich hier achten?, fragt Gerald Weber.

Sehr geehrter Herr Weber,

große Gehaltssprünge sind nicht immer möglich, daher nutzen mittlerweile viele Unternehmen die sogenannten Incentives, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu belohnen. Zufriedene Mitarbeiter sind bekanntlich (noch) bessere Mitarbeiter. Durchgesetzt haben sich zum Beispiel Sachprämien, mobiler Massage-Service, Benzingutscheine sowie Weiterbildungen oder auch eine finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

Passen diese Maßnahmen jedoch nicht zum jeweiligen Mitarbeiter, erreichen sie genau das Gegenteil. Gehen Sie deshalb nicht nach dem Gießkannenprinzip vor, sondern bieten Sie den betreffenden Mitarbeitern mehrere Möglichkeiten zur Auswahl an, sofern möglich.

Wenn Sie Mitarbeitern Incentives gewähren, kann daraus arbeitsrechtlich eine sogenannte betriebliche Übung entstehen, die Sie zu weiteren Incentives verpflichtet. Dieser Anspruch entsteht, wenn Sie Ihren Mitarbeitern in der Regel dreimal in Folge, nach den gleichen Grundsätzen und ohne einen ausdrücklichen Freiwilligkeitsvorbehalt solche Sonderleistungen gewähren. Der Grund: Ihre Mitarbeiter erhalten so den Eindruck, dass sie auch zukünftig damit rechnen können, solche Leistungen zu erhalten.

Möchten Sie das verhindern, sollten Sie die Incentives von Anfang an unter einen (schriftlichen) Freiwilligkeitsvorbehalt stellen. Auch ist es ratsam, die Höhe der Vergünstigungen stets zu variieren sowie sie mit dem Hinweis "Auch in diesem Jahr …" zu gewähren. Und verfügt Ihr Unternehmen über einen Betriebsrat, sollten Sie Ihr Angebot in einer Betriebsvereinbarung ausdrücklich regeln.

Ihr Ulf Weigelt