Weiterbildung : Pauken für die Karriere

Drei von vier Arbeitnehmern bilden sich gerne weiter. Doch nur ein Bruchteil der Beschäftigten nimmt Bildungsurlaub. Wir erklären, was zu beachten ist.

Die Bereitschaft, sich beruflich weiterzubilden, hat zugenommen. 77 Prozent der Beschäftigten hierzulande sind an Fortbildungen interessiert, wie erst kürzlich der Personaldienstleister ManPower in einer repräsentativen Studie unter mehr als 1.000 Arbeitnehmern festgestellt hat. Der Untersuchung Jobzufriedenheit 2013 zufolge wünscht sich ein gutes Drittel vor allem Sprachunterricht in Business English, Spanisch und Chinesisch. Immerhin noch jeder Fünfte sieht Fortbildungsbedarf im IT- und Softwarebereich, weitere 18 Prozent wollen ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse verbessern.

Der Weiterbildungshunger schlägt sich auch bei den Arbeitgebern nieder: Gut drei Viertel der Unternehmen bieten regelmäßig Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter an – mit steigender Tendenz, wie eine Auswertung des Statistischen Bundesamts gezeigt hat. Vor allem in den vergangenen fünf Jahren ist demnach das Angebot von beruflichen Bildungsmaßnahmen angewachsen, was mit den allmählich spürbaren Auswirkungen des Fachkräftemangels zu tun haben dürfte.

Die Bildungsetats in vielen Firmen sind allerdings nicht oder nur kaum größer geworden. Viele Arbeitgeber setzen auf interne Schulungen: Jobrotation, bei der die Mitarbeiter untereinander die Arbeitsplätze tauschen, sowie Mitarbeiter-schulen-Mitarbeiter-Programme werden von gut zwei Dritteln der Unternehmen eingesetzt. 

Nur zwei Prozent nehmen Bildungsurlaub

Bietet der Arbeitgeber Weiterbildungen an und gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, so haben die Arbeitnehmervertreter ein Mitbestimmungsrecht. Auch können die Mitarbeiter dem Arbeitgeber Vorschläge für Fortbildungen machen. Generell sollten Bildungsveranstaltungen für alle Mitarbeiter und Abteilungen angeboten werden.

Daneben können Arbeitnehmer Bildungsurlaub in Anspruch nehmen. Trotz der gestiegenen Nachfrage nach Fortbildungen stagniert die Zahl der Beschäftigten, die Bildungsurlaub nutzen, auf sehr niedrigem Niveau. Nach wie vor nehmen lediglich zwei Prozent Bildungsurlaub. Allerdings gibt es auch nur in zwölf Bundesländern einen gesetzlichen Anspruch auf eine Freistellung zur Fortbildung. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen gehen Beschäftigte leer aus. Dort, wo es ein Gesetz gibt, steht Arbeitnehmern eine bezahlte Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr zu, es können aber auch zehn Tage angerechnet auf zwei Jahre sein, wie es etwa in Berlin der Fall ist. Im Saarland gibt es nur drei Tage im Jahr.

Verlagsangebot

Der ZEIT Stellenmarkt

Jetzt Jobsuche starten und Stellenangebote mit Perspektive entdecken.

Job finden

Kommentare

5 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren