FehltageSüddeutsche im Job am seltensten krank

Häufiger und länger krank: Dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse zufolge fallen ost- und norddeutsche Arbeitnehmer häufiger wegen Krankheit im Job aus.

Arbeitnehmer in Baden-Württemberg und Bayern haben sich 2012 im Schnitt am seltensten krankschreiben lassen. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag im Internet veröffentlicht wurde. Erfasst wurden Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Im Schnitt waren sie in 11,6 Tagen in Baden-Württemberg krankgeschrieben. In Bayern waren es 12,2 Tage. Der TK-Auswertung zufolge folgte Sachsen mit 13,8 Tagen an dritter Stelle.

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Bei den anderen Ländern in Ostdeutschland sowie Berlin ist allerdings auffällig, dass hier die Fehlzeiten durchweg länger waren als in den westdeutschen Ländern. Sie lagen zwischen 15,8 Tagen in Thüringen und 17,5 Tagen beim bundesweiten Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern.

Seit dem Jahr 2000 erstellt die Versicherung ihren jährlichen repräsentativen Report. Seitdem ähnele sich die Verteilung der Fehlzeiten, sagte TK-Sprecherin Michaela Hombrecher. "Die Vermutung liegt nahe, dass die hohe Zahl an Fehltagen etwas mit der höheren Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Regionen zu tun hat", sagte Hombrecher und verwies auf Auswertungsergebnisse, wonach Arbeitslose 2012 zwar seltener, dafür aber gut doppelt so lange krankgeschrieben waren wie der Durchschnitt aller Erwerbspersonen.  

Minimaler Anstieg der Fehlzeiten

Deutlich geändert habe sich die Lage bei den Krankschreibungen vor allem in Berlin: Die Hauptstadt hatte laut Report 2000 noch die höchsten Fehlzeiten. Mittlerweile liege Berlin hinter Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Insgesamt waren die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr etwas häufiger krankgemeldet als im Vorjahr – der für 2012 ermittelte Krankenstand von 3,88 Prozent entspreche einer durchschnittlich gemeldeten Fehlzeit von 14,2 Tagen pro Kopf.

Insgesamt reichte im vergangenen Jahr jeder Deutsche 1,06 Krankenscheine ein. Diese Zahl sei damit im Vergleich zu 2011 unverändert geblieben. Leicht zugenommen habe aber die Anzahl an Fehltagen pro Erwerbsperson: Diese sei von 14,0 Tagen 2011 auf 14,2 angestiegen. Insgesamt habe es aber nicht mehr Krankschreibungen, sondern eher längere Fehlzeiten gegeben, so die Autoren. Das kann auch auf die Grippewelle Anfang des Jahres 2012 zurückgeführt werden. Pro Krankenschein fehlten die Deutschen im Schnitt 13,3 Tage lang. 2011 waren es 13,2 Fehltage je Krankschreibung gewesen.

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Leserkommentare
  1. Wir haben Amigos, Uli H. und feiern mit den Bayern !

    Meiner kleinen Gemeinde hier geht es so gut, das kein Kindergartenplatz auch nur 1€ kostet und davon gibt´s auch noch genug!
    Wer will kann arbeiten, für die paar die nicht wollen oder nicht können,
    gibt es Hartz4 ohne grossen Sozialneid nach unten!

    Ich weiss, wir Bayern sind derzeit nicht so wirklich wohl gelitten im Land,
    aber irgendwas machen wir anscheinend doch nicht so verkehrt?
    Vielleicht haben wir auch deshalb ein entspannteres Verhältnis zu unseren Amigos und sehen in Uli H. nicht gleich den Antichristen?

    2 Leserempfehlungen
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    • Afa81
    • 14. Mai 2013 16:44 Uhr

    ...aber im Kern stimmt es schon: Wenn man sich den ganzen Tag nur über die ganze Welt und vor allem über andere (auf die man auch keinen Einfluss hat) aufregt, ist das nicht gesund.

    "Ich weiss, wir Bayern sind derzeit nicht so wirklich wohl gelitten im Land..."
    Ha ha, nur derzeit :-)?

    Ich habe bis vor sieben Jahren, 26 Jahre in Bayern gelebt und hatte tatsächlich das Gefühl, dass sich die Menschen dort eher erstmal um ihren eigenen Dreck kümmern, anstatt ständig nach links und nach rechts zu schielen. Allerdings lebe ich jetzt in Berlin - und das ländliche Leben kann man sicher nicht so direkt mit dem Großstadtleben, wo man quasi aufeinander sitzt und mit vielen unterschiedlichen Menschen klar kommen muss, vergleichen.

    Der Sozialneid ist hier, verglichen mit meinem früheren Wohnort, erdrückend, da haben Sie sicher auch was richtiges gesagt.

    Die Zahlen wundern mich nicht.Hier in Berlin mach ich auch so meine Erfahrung. Wir haben hier die wenigsten Feiertage in Deutschland und es mehren sich die Krankheitstage bei mir und meinen Freunden. Und das mit Mitte 30! Viele meiner Freunde sind Akardemiker oder haben einen Meister und ähnliches, arbeiten sich aber zu Tode, für oftmals weit unter 2000 € netto.
    Trotzdem steht Berlin wirtschaftlich abgeschlagen weit hinter Bayern, mehr Arbeit und weniger Lohn kann also nicht das Rätsels Lösung sein. Aber das versteht ja keiner von den verblendeten, neoliberalen Wachstumsfanatikern, ich denke das wollen sie auch nicht.
    Was der Uli damit zu tun hat erschließt sich mir aber nicht, egal, Hauptsache Dortmund gewinnt am 25.05. :-)
    Gruß

    • Afa81
    • 14. Mai 2013 16:44 Uhr

    ...aber im Kern stimmt es schon: Wenn man sich den ganzen Tag nur über die ganze Welt und vor allem über andere (auf die man auch keinen Einfluss hat) aufregt, ist das nicht gesund.

    "Ich weiss, wir Bayern sind derzeit nicht so wirklich wohl gelitten im Land..."
    Ha ha, nur derzeit :-)?

    Ich habe bis vor sieben Jahren, 26 Jahre in Bayern gelebt und hatte tatsächlich das Gefühl, dass sich die Menschen dort eher erstmal um ihren eigenen Dreck kümmern, anstatt ständig nach links und nach rechts zu schielen. Allerdings lebe ich jetzt in Berlin - und das ländliche Leben kann man sicher nicht so direkt mit dem Großstadtleben, wo man quasi aufeinander sitzt und mit vielen unterschiedlichen Menschen klar kommen muss, vergleichen.

    Der Sozialneid ist hier, verglichen mit meinem früheren Wohnort, erdrückend, da haben Sie sicher auch was richtiges gesagt.

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  2. Die Zahlen wundern mich nicht.Hier in Berlin mach ich auch so meine Erfahrung. Wir haben hier die wenigsten Feiertage in Deutschland und es mehren sich die Krankheitstage bei mir und meinen Freunden. Und das mit Mitte 30! Viele meiner Freunde sind Akardemiker oder haben einen Meister und ähnliches, arbeiten sich aber zu Tode, für oftmals weit unter 2000 € netto.
    Trotzdem steht Berlin wirtschaftlich abgeschlagen weit hinter Bayern, mehr Arbeit und weniger Lohn kann also nicht das Rätsels Lösung sein. Aber das versteht ja keiner von den verblendeten, neoliberalen Wachstumsfanatikern, ich denke das wollen sie auch nicht.
    Was der Uli damit zu tun hat erschließt sich mir aber nicht, egal, Hauptsache Dortmund gewinnt am 25.05. :-)
    Gruß

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    und der Uli gehört zur Familie!
    Und innerhalb einer Familie verzeiht man auch mal Fehler,
    für die das Familienmitglied zwar gerade stehen muss,
    trotzdem wird es weiter geachtet für das, was es bisher für die Familie getan hat!
    Gar nicht so schwer zu verstehen, oder?

    Für den 25. wünsch ich euch und uns allen einen richtig heissen Tanz!
    nichts wäre schlimmer, als wenn der FCB diese Spiel trocken und uncharmant mit 2.0 gewinnt und der BVB keine Chance hatte!
    Für mich bleibt diese Saison auch grossartig, wenn der BVB einen guten Tag erwischt und gewinnt.-)

    • bkkopp
    • 14. Mai 2013 16:57 Uhr

    Ich war in mehr als 40 Berufsjahren insgesamt 50-60 Arbeitstage krank, und ich kenne eine ganze Reihe von Leuten bei denen es ähnlich war.

    Das sind also durchschnittlich ca. 1.3 Tage im Jahr über das ganze Berufsleben.

    Ich habe mich auch nie 'krank gemeldet' wenn ich es nicht wirklich war, und ich kenne eine Reihe von Leuten, die dies auch immer so gehalten haben.

    Ich denke unverändert, dass die sogenannten 'Arbeitnehmerrechte' zu grosszügig konstruiert sind, und für die grosse Zahl der Unternehmen auch zu teuer sind.

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    Ich gehe davon erstmal aus das die meisten Leute nicht "krankfeiern". Wenn Sie 40 Jahre gearbeitet haben, liegt die Vermutung nahe das der Großteil ihrer Arbeitszeit in den 70/80 er Jahren gefallen sein muss. Die Arbeitsverhältnisse sind mit denen der heutigen Zeit überhaupt nicht zu vergleichen.
    Ich wage die Behauptung das Ihre durchschnittlichen Krankentagen nicht erreicht hätten, wenn Sie mit dem heutigen Durchschnittslohn, Arbeitszeit, bei gleichzeitig steigenden Kosten, zu kämpfen hätten.
    Gruß

    und ich hatte mich auch nur krank gemeldet, wenn ich wirklich krank war!
    Als ich den Job aufgegeben und mein Leben anders gestaltet habe, wurde ich schnell wieder gesund...
    und als Selbstständiger war ich selbst mit 41 Grad Fieber mal in der Firma,
    was meine Mitarbeiter als ungesund empfanden, mich sofort nach Hause und ins Bett verfrachteten .-)
    Krankheit ist ein äusserst relativer Begriff und selbst eine andauernde Unzufriedenheit kann zur Krankheit werden.
    Das beste Gegenmittel ist Motivation und jede Firma mit hohen, überdurchschnittlichen Krankmeldungen sollte erstmal in die eigene Struktur schauen!
    In der Softwareentwickler Firma eines Freundes gibt es sogenannte *No Bock* Tage und kaum Krankmeldungen.
    Alle 2-3 Jahre zahlt er seinen Jungs eine Prämie aus und schickt sie für ein ein halbes Jahr auf Urlaub, den Akku aufladen, Kopf freibekommen, Seele baumeln lassen oder Neues sehen!
    Da geht es eben um Kreativität, nicht um Zeit ableisten!

    • shtok
    • 14. Mai 2013 23:54 Uhr

    hatten im März auch mit einer dt. Firma zu tun, wo sich ein Held mit Grippesymtomen noch zur Arbeit geschleppt hat, nach eine Woche lagen 11 von 12 Mann der Abteilung dar nieder, einer mit einer super Lungenentzündung.

    Leute sollten zu Hause bleiben, wenn sie krank sind besonders in Zeiten, wo Großraumbüros der letzte Schrei sind.

    @Thema
    Wundert nicht das Leute im Norden und Osten öfters krank sind, denn Stress tut sein übriges oder wie man in LSA sagt Wir stehen früher auf und 90 Minute hin und 90 Minuten zurück sind zumutbar.
    Das da Gesundheit irgendwann auf der Strecke bleibt kein Wunder. Aber imltho wird sich das auch im Süden bald ändern, wenn dort nicht mehr die gebratenen Tauben rumfliegen und der Stress im Arbeitsleben zu nehmen wird.

    • bkkopp
    • 15. Mai 2013 8:35 Uhr

    Ich habe mich bestimmt nie als 'Held' gesehen, und ich weiss sehr gut, dass ich , und mehrere meiner Bekannten mit sehr ählichen individuellen Krankenstandstagen, einfach gesundheitliches Glück hatten. Ich will mein Beispiel auch nicht zur Norm empfehlen.

    Ich habe übrigens bis 2008 vollzeitig als Angestellter gearbeitet, meine Arbeitserfahrung ist also nicht nur aus der Arbeitswelt der 1970/80er Jahre. Darüberhinaus habe ich bestimmt zwei Drittel meines Berufslebens, als leitender Angestellter ohne Überstundenbezahlung, immer 50 - 60 Wochenstunden gearbeitet. Sonntage waren sehr oft Reisetage. Wiederum, ich habe mich nie als besonderer Vielarbeiter gesehen, da ich immer wusste, dass es sehr viele gibt, die genauso arbeiten. Auch heute sind die Flughäfen am Wochenende nicht nur von Urlausreisenden frequentiert - die Flieger sind voll mit Geschäftsreisenden.

    Es gibt einen Zusammenhang zwischen Arbeitsethos und Krankenstand, auch wenn dies viele nicht hören wollen.

  3. und der Uli gehört zur Familie!
    Und innerhalb einer Familie verzeiht man auch mal Fehler,
    für die das Familienmitglied zwar gerade stehen muss,
    trotzdem wird es weiter geachtet für das, was es bisher für die Familie getan hat!
    Gar nicht so schwer zu verstehen, oder?

    Für den 25. wünsch ich euch und uns allen einen richtig heissen Tanz!
    nichts wäre schlimmer, als wenn der FCB diese Spiel trocken und uncharmant mit 2.0 gewinnt und der BVB keine Chance hatte!
    Für mich bleibt diese Saison auch grossartig, wenn der BVB einen guten Tag erwischt und gewinnt.-)

    2 Leserempfehlungen
  4. Ich gehe davon erstmal aus das die meisten Leute nicht "krankfeiern". Wenn Sie 40 Jahre gearbeitet haben, liegt die Vermutung nahe das der Großteil ihrer Arbeitszeit in den 70/80 er Jahren gefallen sein muss. Die Arbeitsverhältnisse sind mit denen der heutigen Zeit überhaupt nicht zu vergleichen.
    Ich wage die Behauptung das Ihre durchschnittlichen Krankentagen nicht erreicht hätten, wenn Sie mit dem heutigen Durchschnittslohn, Arbeitszeit, bei gleichzeitig steigenden Kosten, zu kämpfen hätten.
    Gruß

    6 Leserempfehlungen
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    mit den Krankheitstagen zu tun? Oder ist es doch so, dass man im Norden eher mal krank feiert, weil man weniger verdient – als eigenmächtiger Gerechtigkeitsausgleich sozusagen? Ich jedenfalls arbeite seit 10 Jahren und war noch keinen einzigen Tag krank – muss allerdings dazu sagen dass ich selbstständig bin.

    • gooder
    • 14. Mai 2013 17:31 Uhr

    Ich nehme an, dass heute weniger schwer körperlich gearbeitet wird, als es noch in den 70er Jahren der Fall war. Mit Durchschnittslohn, Arbeitszeit und steigenden Kosten lassen sich Krankheitstage kaum begründen, schon gar nicht wenn man berücksichtigt, dass die Arbeitszeiten in den 70er Jahren länger und die Durchschnittslöhne niedriger waren.

  5. mit den Krankheitstagen zu tun? Oder ist es doch so, dass man im Norden eher mal krank feiert, weil man weniger verdient – als eigenmächtiger Gerechtigkeitsausgleich sozusagen? Ich jedenfalls arbeite seit 10 Jahren und war noch keinen einzigen Tag krank – muss allerdings dazu sagen dass ich selbstständig bin.

    Eine Leserempfehlung
    • gooder
    • 14. Mai 2013 17:31 Uhr

    Ich nehme an, dass heute weniger schwer körperlich gearbeitet wird, als es noch in den 70er Jahren der Fall war. Mit Durchschnittslohn, Arbeitszeit und steigenden Kosten lassen sich Krankheitstage kaum begründen, schon gar nicht wenn man berücksichtigt, dass die Arbeitszeiten in den 70er Jahren länger und die Durchschnittslöhne niedriger waren.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tgr
  • Schlagworte Arbeitnehmer | Arbeitslosengeld | Internet | Krankenkasse | Krankenstand | Ostdeutschland
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