StudieFirmen nutzen Social Media für Mitarbeiterkommunikation

Viele Unternehmen haben mittlerweile einen Facebook-Auftritt. Eine Studie zeigt: Zunehmend verwenden sie die Netzwerke auch für die interne Kommunikation. von 

Deutsche Unternehmen nutzen zunehmend die sozialen Netzwerke, um die Kommunikation mit den Mitarbeitern zu verbessern, die virtuelle Zusammenarbeit zu vereinfachen und eine offene Unternehmenskultur vorzuleben. Das zeigt die Studie Enterprise 2.0 über die Social-Media-Nutzung in Unternehmen. Sie wurde von der Wiesbaden Business School und dem Beratungsunternehmen embrander erstellt.

Der Untersuchung zufolge setzen die Firmen vor allem interne, soziale Unternehmensnetzwerke und interaktive Intranets. Sie verwenden Kollaborationssoftware, Instant Messaging und eigene Wikis. Auch virtuelle Meetings sind beliebt. Rund ein Viertel nutzt auch Pod- und Videocasts.     

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Die Nutzung von Social Media ist vielfältiger geworden, stellen die Autoren der Studie fest. Sie untersuchen regelmäßig, wie sich soziale Medien als Werkzeug in der Wirtschaft etablieren. 2006 befassten sich gerade einmal vier Prozent der Unternehmen mit solchen Tools. 2010 war es schon gut ein Drittel. Mittlerweile setzen 60 Prozent der Firmen auf Facebook, Twitter, Google+ oder auf Kollaborationssoftware. Die Unsicherheit im Umgang mit der neuen Technik hat also abgenommen. Nicht aber die Sorge, dass die neue Technik gut von den Mitarbeitern genutzt wird. Immerhin 41 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie Produktivitätsverlust fürchten, 29 Prozent der Arbeitgeber sorgen sich um Shitstorms, und immerhin noch ein Viertel mahnt an, dass die Umsetzungskosten hoch sind.   

Auch die Ziele der Firmen haben sich teilweise verändert. Weniger stark geht es den Unternehmen darum, mit Social Media neues Personal zu rekrutieren, sich ein gutes Arbeitgeberimage zu geben, eine stärkere Kundenbindung zu erreichen oder die Identifikation der Mitarbeiter mit der Firma zu stärken. Diese Ziele sind zwar nach wie vor wichtig; wichtiger sind der Studie zufolge aber die Verbesserung der internen Kommunikation und Zusammenarbeit (89 Prozent nennen das als oberstes Ziel) sowie das Verfügbarmachen von implizitem Wissen sowie die verbesserte Speicherung des Expertenwissens in der Firma.    

Entscheidern geht es um die Unternehmenskultur

Offenbar zeigt sich ein verändertes Verständnis bei den Entscheidungsträgern. Sie nehmen die neue Technik als Instrument wahr, mit dem sich die Unternehmenskultur verändern lässt. Auffällig viele der befragten Führungskräfte betonen, dass es ihnen um eine transparentere Kommunikationskultur beim Einsatz von Social Media geht. 

Dennoch ist in vielen Betrieben nicht klar, wer für die Steuerung von Social Media zuständig ist. Nur ein Viertel der Befragten in der Studie gibt an, dass der Bereich systematisch gesteuert werde. 35 Prozent der befragten Unternehmen haben sich der Befragung zufolge noch keine Gedanken darüber gemacht. Vor allem große Konzerne, größere Unternehmen und innovative Start-ups beschäftigen Social-Media-Manager, die meist ein eigenes Team bilden oder für ein entsprechendes Projekt abgestellt sind. 17 Prozent der befragten Firmen machen davon Gebrauch. In weiteren 17 Prozent der befragten Unternehmen ist die Geschäftsführung oder der Vorstand verantwortlich, in gut einem Drittel kümmert sich die Marketing-, Personal- oder Kommunikationsabteilung darum. Immerhin 15 Prozent der Firmen haben die IT damit beauftragt. 

Befragt wurden 264 Unternehmen, die Hälfte davon beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter.

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    • Quelle ZEIT ONLINE
    • Schlagworte Studie | Google | Facebook | Führungskraft | Marketing | Personal
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