Führungsposition und Teilzeitarbeit lassen sich nach wie vor schlecht miteinander vereinbaren. In Deutschland arbeiten nur fünf Prozent aller Manager weniger als 30 Stunden pro Woche, wie aus einer am Montag vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. In den Niederlanden sind es demnach zwölf Prozent und in Großbritannien immerhin acht Prozent. Allerdings sind es vor allem Managerinnen die ihre Arbeitszeit reduzieren. 

In Deutschland haben 14,6 Prozent der Frauen in Managementpositionen eine kürzere Arbeitszeit, aber nur 1,2 Prozent der Männer. In den Niederlanden haben 31,5 Prozent der Frauen und 4,1 Prozent der Männer in den Führungsetagen ihre Stundenzahl verringert.

Auch zwischen den Branchen gibt es erhebliche Unterschiede. In Deutschland finden sich Teilzeitmanager am häufigsten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und öffentliche Verwaltung. Im verarbeitenden Gewerbe sind sie dagegen die Ausnahme. Besonders selten kommt grundsätzlich Teilzeitarbeit in den Führungsebenen großer Unternehmen und bei Selbstständigen vor.

In den Niederlanden ist Teilzeitarbeit verbreiteter

Dass nur wenige Führungskräfte ihre Arbeitszeit reduzieren, liegt den WZB-Forschern zufolge unter anderem an der Arbeitskultur und den Erwartungen an Manager. Die Unterschiede zwischen den europäischen Ländern erklären die Forscher mit der Akzeptanz und Verbreitung von Teilzeitarbeit insgesamt. "Manager reduzieren eher in den Ländern ihre Arbeitszeit, in denen Teilzeiterwerbstätigkeit von Beschäftigten ohnehin weit verbreitet ist", so die Autoren.

Für die Studie wurden Daten einer europäischen Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahr 2009 ausgewertet.