Gleich mehrere Ernährungsstudien, die die Wirkung von Kaffee kritisch untersuchten, konnten die angeblichen negativen Effekte aber nicht nachweisen. Eine Untersuchung kam vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Für sie befragten die Forscher 42.600 gesunde Erwachsene neun Jahre lang immer wieder zu ihrer Ernährung und ihrem Lebensstil.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag sind nicht gesundheitsschädlich. Sie können sogar in die tägliche Flüssigkeitsbilanz miteinbezogen werden. Zwar wirkt Kaffee zunächst harnanregend, insbesondere bei Menschen, die nicht oft Kaffee trinken. Bei passionierten Kaffeetrinkern ist der Effekt allerdings nicht mehr nachweisbar.

Die Forscher fanden auch heraus, dass täglicher Kaffeekonsum nicht vermehrt zu  Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Im Gegenteil, die Wissenschaftler konnten feststellen, dass die Kaffeetrinker weniger häufig an Diabetes des Typ 2 erkrankten. Das Risiko derjenigen, die mehr als vier Tassen pro Tag tranken, war um 23 Prozent geringer als das derjenigen, die weniger als eine Tasse am Tag zu sich nahmen.

Zu viel Trinken schadet

Übrigens kann man es mit dem Trinken auch übertreiben. In der Medizin sind Wasservergiftungen dokumentiert, darunter der Fall eines 22-jährigen Athleten, der im Jahr 2007 am London-Marathon teilnahm. Er starb, weil er zu viel getrunken hatte.  

Der Effekt ist paradox: Wenn jemand zu schnell zu viel Wasser zu sich nimmt, fällt der Natriumgehalt im Blut stark ab. Das führt zu einem großen Durstgefühl. Man trinkt immer mehr, wodurch eine Überwässerung des Körpers entsteht. Irgendwann wird der Salzverlust zu groß, und es kann zu Hirnschwellungen kommen.

Um eine Wasservergiftung zu bekommen, müsste man aber viel mehr als sieben oder acht Liter in kurzer Zeit trinken. Das dürfte selbst einem Kaffeejunkie mit Schreibtischjob schwerfallen.