PersonalgesprächZum Personalgespräch, hopp hopp!

Der Arbeitnehmer wird zum Personalgespräch gebeten. Wie er sich vorbereiten sollte und was seine Rechte sind, erklärt Jurist Ulf Weigelt in der Arbeitsrechtskolumne. von 

Mein Chef hat mir einen Termin zum Personalgespräch geschickt. Auf was soll/muss ich mich vorbereiten?, fragt Michael Franke.

Sehr geehrter Herr Franke,

lädt der Chef zum Personalgespräch, fragen sich die meisten Mitarbeiter, ob sie dieses Gespräch überhaupt führen müssen oder ob der Chef es anordnen kann? Und auch, ob er verpflichtet ist, den Grund zu nennen?

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Aber auch Vorgesetzte sind häufig unsicher, denn eine ausdrückliche gesetzliche Regelung zu Personalgesprächen existiert nicht. Nicht selten führen diese Unsicherheiten daher zu Konflikten.

"Da staunt der Chef"

Was ist erlaubt, was nicht? Der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt gibt Antworten auf Nutzerfragen. Jede Woche, immer mittwochs in der Arbeitsrechtskolumne "Da staunt der Chef".

Schreiben Sie uns (und geben Sie dabei bitte Ihren Namen und Ihren Wohnort an). Wir freuen uns und wählen unter allen Problemen, die uns gestellt werden, jede Woche eine Frage aus und beantworten sie hier.

Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie: Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Antworten und Informationen sowie der Rechtsprechung. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen. Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Ulf Weigelt, Choriner Straße 63, 10435 Berlin. Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Autors bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

ALS E-BOOK KAUFEN

Die Antworten von Fachanwalt Ulf Weigelt stehen Ihnen auch übersichlich gesammelt als E-Books zur Verfügung. Nach dem Download können Sie jederzeit und überall auf Ihrem elektronischen Lesegerät zu arbeitsrechtlichen Fragen nachschlagen.

Hier finden Sie eine Übersicht unserer E-Books www.zeit.de/ebooks.

Möchte Ihr Chef im Personalgespräch mit Ihnen über Ihre Arbeitsleistung oder Ihr Verhalten im Betrieb sprechen, können Sie sich nicht widersetzen. Tun Sie das doch, darf Ihr Chef eine Abmahnung und im Wiederholungsfall sogar eine Kündigung aussprechen. Denn er kann aufgrund seines Weisungsrechts solch ein Gespräch einseitig anordnen. Vorausgesetzt: Das Gespräch findet während der Arbeitszeit statt und es existiert ein sachlicher Anlass. Nutzt Ihr Chef solche Personalgespräche ausschließlich dafür, Sie zu schikanieren und ordnet sie deshalb auch noch außerhalb Ihrer Arbeitszeit an, müssen Sie dem Gesprächstermin nicht folgen.

Ulf Weigelt
Ulf Weigelt

Ulf Weigelt ist Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Auf ZEIT ONLINE beantwortet er jeden Mittwoch in der Serie "Da staunt der Chef" Leserfragen zum Arbeitsrecht. Die Serie ist auch als E-Book erschienen. Weigelt hat mit Sabine Hockling auch den Ratgeber Arbeitsrecht geschrieben.

Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts müssen Mitarbeiter noch nicht einmal zum Personalgespräch erscheinen, wenn ausschließlich über eine Änderung der Vertragsbedingungen oder gar der Vertragsbeendigung gesprochen werden soll – denn soweit geht das Weisungsrecht eines Arbeitgebers nicht.

Das heißt für Sie: Einerseits müssen Sie nicht jedem Personalgesprächstermin nachkommen. Um hier eine Entscheidung treffen zu können, muss Ihnen der Gesprächsinhalt genannt werden. Aber auch: Ordnet Ihr Arbeitgeber das Gespräch rechtmäßig an, müssen Sie persönlich erscheinen.

Ein Recht darauf, rechtlichen Beistand (z.B. in Form eines Fachanwalts für Arbeitsrecht) mitzubringen haben Sie nicht. Es sei denn, Ihr Chef bringt betriebsfremde Personen mit zum Gespräch, dann dürfen auch Sie sich eine Unterstützung mitbringen.

Leserkommentare
  1. Personalgespräche dienen ja (im Idealfall) dazu den aktuellen Leistungsstand des Mitarbeiters zu dokumentieren.
    Anschließend sollte es eine Liste mit Zielen für den nächsten Zeitraum und (vor allem bei neueren Mitarbeitern) den Hilfestellungen die der AG noch leisten sollte geben.

    Als Mitarbeiter würde ich mich immer anhand meiner Stellenbeschreibung (so es sie denn gibt :) ) vorbereiten.

    Was sind meine Aufgaben? Wie sehe ich meine Leistung in diesen Punkten.
    Welche Aufgaben übernehme ich über meine aktuelle Stellenbeschreibung hinaus? (Sehr wichtig, wenn man auch gleich noch mehr Geld haben will)

    Welche Aufgaben/Kompetenzen kann/will ich noch übernehmen.
    Was werde ich im nächsen Zeitraum erreichen?
    Welche Weiterbildungen/Schulungen möchte ich (mit unterstützung vom AG) besuchen?

    Eine Leserempfehlung

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