Ich möchte gerne für drei Monate eine Auszeit vom Job nehmen. Welche Möglichkeiten habe ich, trotzdem mein Gehalt und meine Sonderleistungen weiter zu beziehen?, fragt Manuela Feichter.

Sehr geehrte Frau Feichter,

es gibt an und für sich verschiedene Möglichkeiten, eine Freistellungsphase zu finanzieren. Allerdings müssen dann auch entsprechende Grundvoraussetzungen diesbezüglich bestehen.

Da ist zum einen ein Zeitwertkonto: Sie füllen dieses Konto durch Überstunden, Urlaubstage oder auch Gratifikationen sowie Einmalzahlungen auf. Während Ihrer Auszeit erhalten Sie dann das "angesparte" Guthaben als normales Gehalt ausgezahlt. Ein Vorteil: Da Ihr Gehalt während der Freistellung weiterläuft, entstehen auch weiterhin Rentenansprüche.

Das Zeitwertkonto hat aber Grenzen, denn Sie und Ihr Arbeitgeber müssen sowohl die gesetzliche Arbeitszeit als auch den Mindesturlaub einhalten. Daher bietet sich das Zeitwertkonto an, wenn Sie lange im Voraus planen können oder Ihre Freistellungsphase entsprechend kurz ist.

Auch die Elternzeit lässt sich nutzen

Eine andere Möglichkeit ist ein Teilzeitvertrag: Sie arbeiten über die im Arbeitsvertrag vereinbarte Arbeitszeit hinaus und sparen die Zeit an. Oder Sie vereinbaren mit Ihrem Arbeitgeber einen befristeten Lohnverzicht: Sie arbeiten wie bisher, erhalten aber nur einen gewissen Teil Ihres Gehalts. Auch hier erwirtschaften Sie ein Guthaben, das sie während Ihrer Freistellungsphase erhalten.

Haben Sie einen Anspruch auf Elternzeit, können Sie diesen ebenfalls für die Auszeit nutzen. Ist Ihr Arbeitgeber einverstanden, können Sie diesen nämlich verschieben. Sie müssen hier nur darauf achten, dass Sie die Elternzeit bis zum achten Geburtstag Ihres Kindes genommen haben.

Bei all diesen Möglichkeiten können Sie nicht nur auf ein regelmäßiges Gehalt zählen, sondern auch auf Ihre soziale Absicherung. Denn Ihre Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Pflege sowie Krankenversicherung laufen zwar reduziert, aber ohne Unterbrechung weiter.

Eine weitere Möglichkeit ist der unbezahlte Urlaub. Diese Variante hat meiner Meinung nach aber mehrere Nachteile: Sie verfügen in der Freistellungsphase nicht nur über kein Gehalt, sondern zahlen auch keine Rentenversicherungsbeiträge ein – und dies wirkt sich negativ auf die Höhe Ihrer späteren Rente aus. In solchen Fällen ist es ratsam, monatlich den Mindestbeitrag aus eigener Tasche einzuzahlen. Dies gilt auch für Ihre Krankenversicherung, auf die im gar keinen Fall verzichtet werden sollte. Planen Sie Ihre Auszeit im Ausland, benötigen Sie meist auch noch eine entsprechende Zusatzversicherung.