Wenn Handy, Notebook oder Flachbildfernseher zu Bruch gehen und als Versicherungsfall eingereicht werden, ist das ein Job für Schadensregulierer. Sie prüfen, ob die Versicherung den Schaden übernehmen muss oder nicht. Nicht immer ist die Arbeit vom Büro aus möglich, sie ermitteln auch vor Ort. Beispielsweise, wenn der Verdacht von Versicherungsbetrug im Raum steht. Allerdings treibt nicht nur Misstrauen die Versicherungsmitarbeiter aus dem Büro – sind die Schäden wie etwa bei einem Wasserschaden sehr groß, helfen sie den Kunden, den Schaden überhaupt zu beziffern.

Markus Wulfert arbeitet als Schadensregulierer. Er leitet das Kompetenzcenter Schaden bei der Gothaer Allgemeine Versicherung AG. "Wir sind sozusagen die Augen und Ohren einer Versicherung", sagt er.

"Wir wollen aber nicht allein auf diese Aufgabe reduziert werden und auch nicht als Versicherungsdetektive bezeichnet werden."

Auch wenn ein Teil Detektivarbeit dazugehört. Schadensregulierer prüfen alle Angaben akribisch, rekonstruieren die Fälle bis ins Detail, befragen Sachverständige und sogar Zeugen. Wird nach einem Feuer Brandstiftung befürchtet, kommen auch mal private Ermittler zum Einsatz, die bei der Suche nach Hinweisen für Versicherungsbetrug behilflich sind.

Täuschung komme vor allem bei Unterhaltungselektronik häufig vor, sagt Wulfert. "Wenn beispielsweise das Nachfolgemodell eines Handys in den Handel kommt, werden die Vorgängermodelle ungewöhnlich häufig Gegenstand eines Versicherungsfalles. Da sind wir dann besonders hellhörig."

Schadensregulierer arbeiten im Innen- und Außendienst. Während im Büro die Fälle am Schreibtisch bearbeitet werden, sind die Außendienstler viel unterwegs und besuchen die Unfallorte.

Logisches Denken, ein guter Umgang mit Menschen, branchenrelevantes Wissen, technischer Sachverstand sowie handwerkliche Kenntnisse sind wichtig für die Arbeit.

Keine klassische Ausbildung möglich

Eine klassische Ausbildung zum Schadenregulierer gibt es nicht. Viele haben ein Jura- oder BWL-Studium absolviert und eine Ausbildung bei einer Versicherung abgeschlossen und wechseln im Laufe ihrer Tätigkeit bei einer Versicherung in die Schadensregulierung. Erst nach einigen Jahren im Innendienst ist ein Wechsel in den Außendienst möglich. Nicht wenige spezialisieren sich auf einen bestimmten, meist technischen Bereich.

Wulfert schätzt die Abwechslung an seiner Tätigkeit, allerdings gebe es auch Schattenseiten. "Es ist mitunter belastend, wenn Menschen auf eine Erstattung angewiesen sind. Oft müssen wir eine Entscheidung treffen, die sachlich korrekt ist, aber aus menschlicher Sicht für die Kunden zum Nachteil ausfällt. Das ist auch für uns nicht immer leicht", sagt Wulfert. "Allerdings überwiegt die Freude und Dankbarkeit in Fällen, in denen wir helfen können."   

  • Verdienst: variiert;
  • Ausbildung: keine spezielle Ausbildung möglich;
  • Arbeitszeit: variiert;