Was können Unternehmen tun, um ihre Mitarbeiter bei einem gesunden und aktiven Leben zu unterstützen?, fragt Niels Betz, Geschäftsführer einer Wohnungsbaugesellschaft.

Sehr geehrter Herr Betz,

mit der Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) legen Sie den Grundstein für ihren Unternehmenserfolg, denn nur gesunde und motivierte Mitarbeiter sind leistungsfähig. Die Bandbreite eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist aber enorm. Daher sollten die Maßnahmen immer individuell auf die Belegschaft und das Unternehmen abgestimmt sein. Generell wichtig ist, dass die Führungsebene ein authentisches Interesse hat und sich aktiv an den Maßnahmen beteiligt. Nur so wird langfristig eine Akzeptanz im Unternehmen aufgebaut. Und die ist wichtig, um das Gesundheitsverhalten und die -kompetenz der Mitarbeiter (und auch des Managements!) zu verbessern. 

In der Regel werden Unternehmen bei der Einführung eines BGM von Sportmedizinern, Physiotherapeuten, Ernährungswissenschaftlern und Psychologen begleitet. Denn die meisten Mitarbeiter (und auch Führungskräfte) verfügen nicht über ein ausreichendes Know-how. Sinnvoll ist daher, zu Beginn neben dem Gesundheitscheck mit individuellen sportmedizinischen Gesprächen auch Seminare zu Themen wie Bewegung, Ernährung, Stressmanagement anzubieten. Ebenfalls wichtig für den Erfolg solcher Maßnahmen ist, wie einfach sie in den beruflichen und privaten Alltag zu integrieren sind.

Checkliste für Gesundheitsmanagement

Folgende Checkliste hilft Ihnen bei Ihrem Vorhaben: Schaffen Sie Bewusstsein für Gesundheit. Fordern Sie alle Mitarbeiter auf, mitzumachen und verankern Sie die Maßnahmen in die Unternehmensstruktur, so erreichen Sie Nachhaltigkeit. Sie können beispielsweise die Arbeitspausen gesund gestalten. Die Kantine sollte gesundes, vollwertiges Essen anbieten. Aushänge und Infomaterial über gesunde Ernährung schaffen Aufmerksamkeit ebenso wie Kalorien- und Nährwertangaben. Wichtig sind auch attraktive Pausenplätze. Initiativen für mehr Bewegung in der Pause können auch hilfreich sein. So animiert BMW an seinem Standort in München die Mitarbeiter etwa dazu, öfter mal die Treppen statt den Lift zu nehmen. 

Um konkrete Maßnahmen zu entwickeln, sollten Sie auch den Ist-Zustand in Ihrem Betrieb ermitteln. Dazu gehört, die Daten zur Krankheitsquote und Fluktuation auszuwerten. Gegebenenfalls können Sie Mitarbeiterbefragungen durchführen. Haben Sie Mitarbeiter, die wegen einer schweren Krankheit oder wegen psychischer Belastung sehr lange ausgefallen sind, können Sie Krankenrückkehrgespräche etablieren. Schaffen Sie außerdem einen Gesundheitszirkel, in dem Sie das BGM planen und holen Sie dazu unbedingt auch einige Mitarbeiter an den Tisch. Andernfalls kann der Eindruck entstehen, das Gesundheitsprogramm werden den Mitarbeitern übergestülpt.

Schließlich müssen Sie bei der Umsetzung realistisch bleiben. Ein hoher Krankenstand lässt sich nicht ad-hoc reduzieren. Liegen Ihnen alle Daten vor, entwickeln Sie einen Stufenplan mit erreichbaren Zielen. Dann informieren Sie alle Mitarbeiter ausführlich über die geplanten Maßnahmen. Zu Beginn des Projekts sollten Sie schon Feedback-Termine festsetzen, um den Erfolg messen bzw. um Nachbesserungen vornehmen zu können. Auch sollten Sie Maßnahmen überlegen, die die Belegschaft motiviert, am Ball zu bleiben (z.B. gemeinsame Kochkurse oder auch Trainingseinheiten, an denen auch die Führungsmannschaft teilnimmt). 

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann das Vertrauen Ihrer Belegschaft steigern und zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung führen. Sie werden dadurch ein attraktiver Arbeitgeber und das ist ein wichtiger Aspekt in Zeiten des demografischen Wandels.

Ihre Sabine Hockling