Management : Die meisten Chefs demotivieren

Die meisten Vorgesetzten scheitern an der Motivation ihrer Mitarbeiter – und das weltweit. Das stellt eine neue Studie der Unternehmensberatung Hay Group fest.

Was bedeutet Führung? Vor allem die Mitarbeiter zu motivieren, würden wohl die meisten Vorgesetzten und Untergebenen antworten. Doch nur jeder dritte Chef (37 Prozent) in Deutschland sorgt tatsächlich für ein leistungsförderndes oder motivierendes Arbeitsklima. Und fast die Hälfte (49 Prozent) der Manager hierzulande sorgt sogar für das Gegenteil, nämlich eine demotivierende Arbeitsatmosphäre.

Im weltweiten Vergleich steht Deutschland damit sogar noch recht gut da. Dies geht aus einer aktuellen globalen Studie der internationalen Unternehmensberatung Hay Group hervor, die auf Befragungen von 95.000 Beschäftigten aus über 2.200 Unternehmen weltweit basiert.

Chefs in Italien, den Niederlanden, Spanien und Belgien bringen ihre Mitarbeiter noch sehr viel weniger zum Arbeiten als die Deutschen. In Italien schaffen 70 Prozent der Chefs ein demotivierendes Klima, in den Niederlanden sind es 68 Prozent und in Spanien und Belgien jeweils 62 Prozent. Und außerhalb Europas haben die Menschen noch schlechtere Chefs. In Japan demotivieren 73 Prozent, in Indien 70 und in Chile 67 Prozent der Chefs. Und auch in Nordamerika sind es immer noch 48 Prozent.

Was machen die Führungskräfte falsch?

"Viele Manager auf der ganzen Welt setzen auf einen einzigen Führungsstil anstatt immer neu zu entscheiden, in welcher Situation welcher Führungsstil angemessen ist", sagt Thomas Gruhle von Hay Group. Die Unternehmensberater haben eine Typologie von sechs Führungsstilen entwickelt.

In Europa dominiere zurzeit der direktive Führungsstil. "Das heißt, der Vorgesetzte erwartet, dass der Mitarbeiter seine Anweisungen uneingeschränkt befolgt. Der Chef übernimmt die Kontrolle und gibt Anweisungen", erklärt Gruhle. Dieser Führungsstil komme bei vielen Angestellten – insbesondere bei den Jüngeren – nicht gut an. "Für die Kreativität und die Eigeninitiative der Mitarbeiter ist ein ausschließlich direktiver Führungsstil Gift. Er killt jegliche Motivation", sagt Gruhle.

Er rät, unterschiedliche Führungsstile zu kombinieren: den visionären, partizipativen, den Zusammenhalt fördernden und coachenden. "All unsere Studien zeigen, dass ein durchdachter Mix an Führungsstilen das Unternehmensklima verbessert", so Gruhle.

Chefs sollten gerecht sein

Einen ganz anderen Tipp zur Motivation gibt Jason Colquitt, Organisationspsychologe und Managementprofessor an der University of Georgia: Gerechtigkeit. Mitarbeiter, die ihre Chefs als gerecht empfinden, zeigten sich enthusiastischer, sozialer und leistungsfähiger, behauptet Colquitt auf Basis einer aktuellen Meta-Studie.

Gerechtigkeit mache leistungsfähiger, führe zu einem besseren Miteinander und bewirke, dass Freude und Glück zunahmen, während Ärger oder Wut seltener wurden. Diese Gefühle machten, so Colquitt, Mitarbeiter leistungsfähiger und -bereiter. Außerdem schädigten Mitarbeiter, die ihre Vorgesetzten für gerecht halten, ihr Unternehmen seltener vorsätzlich.

Erschienen in der WirtschaftsWoche

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24 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Sie haben ja beide Recht

Es macht Sinn den Hammer immer an einen bestimmten Platz zu hängen, wenn der Hammer im Schichtbetrieb genutzt wird und der Platz wirklich sinnvoll ausgewählt wurde. Nur das ist je nach Blickwinkel der Betrachter nicht immer einfach zu entscheiden. Und die Wahl der QM-Ersteller ist da nicht immer die beste.
Was den Mülleimer angeht sind Sie ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. Es ging um den Aufstellplatz für den Mülleimer, nicht um seinen Inhalt. Selbstverständlich muß der Eimer so gekennzeichnet sein, dass man freiwillig nur das hineinwirft, was auch rein darf.
Aber alle QM-Ersteller sollten sich bewußt sein, dass auch sie nicht immer alles befolgen, was sie an Vorschriften vor die Nase gesetzt bekommen. Spätestens auf dem Weg nach Hause können sie das im Selbstversuch herausbekommen. Im Umgang mit den Regeln, die allen auferlegt sind. Und deswegen sollte ein jeder QM-Ersteller sich immer erst fragen, ob seine neue oder auch manche alte Regel wirklich erforderlich und einhaltbar ist.