Reise-BloggerMit Urlaub machen Geld verdienen

Welcher ist der schönste Strand? Reiseblogger beurteilen Urlaubsorte und Fernreisen. Immer mehr Schreiber können hauptberuflich davon leben, zeigt der Beruf der Woche. von 

Die Reisebloggerin Anja Beckmann

Die Reisebloggerin Anja Beckmann  |  © Anja Beckmann

Ob am Strand von Teneriffa, in der Nähe von alten Mayaruinen in Mexiko oder in den Bergen Neuseelands: Anja Beckmanns Arbeitsplatz ist dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Die Bloggerin aus Köln reist kreuz und quer durch die Welt und fotografiert und dokumentiert ihre Reiseerlebnisse auf ihrem Blog Travel on Toast.

Die PR- und Marketingexpertin hat sich vor einiger Zeit als Reisebloggerin selbstständig gemacht und verbindet seither ihre Leidenschaften Weltenbummeln und Kochen miteinander, denn in ihrem Blog gibt die Selbstständige nicht nur Reisetipps, sondern auch kulinarische Empfehlungen zum jeweiligen Reiseziel. "Ich bin so eine Art Ein-Frau-Online-Magazin", sagt die Bloggerin. "Ich bin meine eigene Chefin und entscheide selbst, wohin ich reise und worüber ich schreibe."

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Jede Reise ist für Beckmann ein neues Projekt. Wochen und Monate im Voraus recherchiert sie über das jeweilige Land und legt sich eine spannende Route zurecht. Wohin lohnen sich Ausflüge? Welche Themen könnten für die Leser des Blogs interessant sein? Welche Restaurants sind empfehlenswert? Was gibt es für Sehenswürdigkeiten vor Ort? Alles lässt sich nicht durchplanen. "Einiges kann man auch erst unterwegs oder vor Ort organisieren", sagt Beckmann.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Während ihrer Reisen schreibt Beckmann über ihre Erlebnisse, testet Restaurants, schießt Fotos und stellt ihre Reiseberichte auf ihr Blog. Die neuesten Postings twittert sie, und selbstverständlich verpflegt sie auch ihre wachsende Facebook-Fangemeinde.

Geld verdient Beckmann durch Bannerwerbung auf ihrem Blog, gesponserte Beiträge oder durch den Verkauf von Artikeln an Reisemagazine. Mitunter nimmt sie an Presse- oder Bloggerreisen teil, dann werden von den Veranstaltern die Flug- und Hotelkosten übernommen. Einfluss auf ihren Reisebericht habe das jedoch nicht, betont sie. "Die Leser möchten transparente, ehrliche Berichte, also vermerke ich es, wenn ich eingeladen wurde. Und wenn ich etwas zu beanstanden habe, dann schreibe ich das auch."

Allein vom Bloggen leben kann sie allerdings noch nicht. Ein zweites Standbein hat Beckmann nach wie vor in der PR-Branche. "Es gibt in Deutschland aber immer mehr Reiseblogger, die das hauptberuflich machen." Mit gezieltem Marketing und steigenden Zugriffszahlen auf die Blogs steige auch das Interesse der Touristikbranche an einer Zusammenarbeit mit den Bloggern. Den klassischen Magazinen machen die Blogger Konkurrenz. Allerdings sei dies ein sehr langer Weg. Einfach ein Blog anlegen und damit Geld verdienen, so einfach ist es nicht. Zunächst muss das Blog bekannt werden, es muss viele Leser erreichen und der Autor selbst muss zu einer Marke im Netz werden. Dafür ist nicht nur viel Zeit, sondern auch ein wenig Investment in Suchmaschinenoptimierung notwendig.

Leserkommentare
  1. Da gibt es einen zweiseitigen Online-Artikel, dessen Überschrift besagt, dass man mit dem Schreiben von Reiseartikeln seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Und was steht im Text?
    Eine (!) Bloggerin wird vorgestellt, die selbst NICHT davon leben kann. Es wird jedoch von unbekannt zitiert, das es immer mehr gibt, die es könnten. Wenn dies so stimmt, müsste es für ZEIT-Journalisten doch ein leichtes sein, diese Personen aufzufinden.
    Weiters ist es auch technisch ziemlich aufwändig (z.B. Suchmaschinenoptimierung) - Zeit, die zusätzlich mit dem Schreiben, Reisen und "kreativ sein" benötigt wird. Also eher ein Job der pro 2 Manntage Arbeit vielleicht 1 Manntag Einkommen generiert. So kann man natürlich auch davon leben - ähnlich wie Multijob-Reinigungs-, Logistik- und Gastronomiepersonal.
    Und schließlich sind es wieder die ewig gleichen Leute, die da schreiben: frühere Journalisten und PR-Leute. Womöglich auch noch Arbeitslose, die aus der Not heraus Ihr Glück damit versuchen, sich ein Hobby bezahlen zu lassen.
    Dies unter einer unterschwelligen, paradiesischen Botschaft in der Überschrift ("Viel Geld mit entspannter Arbeit verdienen, ganz ohne Chef an den schönsten Plätzen der Welt") zu versehen, grenzt fast schon an Themaverfehlung.

    11 Leserempfehlungen
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    dann noch die wie immer wenig hilfreichen Hinweise am Ende des Artikels:

    Verdienst: variiert
    Ausbildung: lala
    Arbeitszeit: variiert

    Das ist wirklich sehr aussagekräftig.

  2. dann noch die wie immer wenig hilfreichen Hinweise am Ende des Artikels:

    Verdienst: variiert
    Ausbildung: lala
    Arbeitszeit: variiert

    Das ist wirklich sehr aussagekräftig.

    3 Leserempfehlungen
  3. Leider muss man sagen, das Beste am "Reiseblogger"-Artikel: Er steht nicht in der Print-Ausgabe. Denn mit Ihrem aktuellen Beitrag ist ihnen ein wirklich guter Flop gelungen. Oder: Sie haben vielleicht in der Eile der "ZEIT" auf die Recherche verzichtet. Allein schon die beiden Kernaussagen sind, um es zurückhaltend zu formulieren, eher verwegen:
    IMMER MEHR KÖNNEN DAVON LEBEN: Von 100 Reisebloggern können - positiv eingeschätzt - vielleicht zwei von ihrer Tätigkeit "überleben".
    DIE MEISTEN KOMMEN AUS DEM JOUNALISMUS ETC.: Dies wäre eine herrliche Grundlage. Nur: Die wenigsten Reiseblogger kommen aus dem Journalismus.
    Mit freundlichen Grüßen THE RECEPTION INSIDER.

    4 Leserempfehlungen
  4. Als Interviewpartnerin und langjährige Bloggerin kann ich nur sagen: Alle Fakten stimmen.

    Ich kenne Reiseblogger, die auch in Deutschland schon davon leben können. Diese Aussage kann ich ebenfalls nur bestätigen: "Die meisten bekannteren Reiseblogger kommen aus der Medienbranche, sind Journalisten oder PR-Leute. Andere haben vorher in der Tourismusbranche gearbeitet."

    Das zeigt schon der Blick zu Reiseblogger-Netzwerken wie der "Plattform für deutschsprachige Reiseblogger" (http://reiseblogs.org/) und dem "Reiseblogger-Kollektiv" (http://reiseblogger-kolle...).

    Jeder kann bloggen und deshalb kommen Reiseblogger in allen Farben und Formen daher: Manche betreiben es als Hobby, manche als Nebeneinnahmequelle, manche arbeiten als Selbstständige. So kommen die vagen Angaben zu Verdienst und Arbeitszeit zustande.

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  5. Da sieht man mal wieder, wie wenig manche von Reisebloggern wissen: nicht alle Reiseblogger wollen vom Bloggen leben. Will man das, ist es ein Vollzeitjob wie jeder andere auch, der viel Engagement und Ausdauer verlangt und natürlich auch ein gewisses Risiko beinhaltet. Geht man dieses Risiko ein und konzentriert sich als Blogger darauf, kann dies durchaus profitabel sein. Wer nur über seinen letzten Urlaub schreibt, wird damit allerdings nur in den seltensten Fällen wirklich Erfolg haben.

    In einem allerdings muss ich meinen Vorrednern recht geben: der Artikel wäre glaubhafter, wenn mehr erfolgreiche Reiseblogger vorgestellt worden wären.

    Eine Leserempfehlung
  6. Provokativ und plakativ, die Überschrift. meine Herren!! Nur damit hier keine falschen Vorstellungen von Reisebloggern entstehen: A) Ist eine Reise, bei der ich für Meerblog (http://meerblog.de) recherchiere, das Gegenteil von Urlaub. B) Ist es wirklich leider so, dass kein Reiseblogger derzeit vom Reisebloggen allein leben kann. Bitte hier melden, falls ich mich irre! C) Gibt es in der Tat sehr viele Journalisten, die (reise)bloggen. Letztendlich wird die Qualität eines Reiseblogs aber gewiss dadurch mitbestimmt, inwiefern er sich vom (Reise-) Journalismus löst und kreativ weiterentwickelt... (@Reception Insider) Eine These!

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    Wer vom Bloggen leben will, muss sich Gedanken darüber machen, für wen er schreibt. Sind das Reisende, die sich über bestimmte Reiseziele informieren wollen oder Touristiker. Im letzten Fall ist das Einkommenspotential sicher geringer als im ersten. Nicht jeder Reiseblogger will sich auf Nischen beschränken. Und wenn er das tut hängt der Erfolg davon ab, wie zielgenau die Blog-Nische ist. Ich veröffentliche zum Beispiel zwei Blogs, die sich nach Destinationen unterscheiden und eine bestimmte Nische abdecken (Genießer Reisen): http://www.travelworldonl... und http://www.american-lifes....

    Während Reisejournalisten im Print sich ausschließlich aufs Schreiben ihrer Artikel beschränken können, sind erfolgreiche Reiseblogger Allrounder: sie müssen sich in vielen Bereichen auskennen. Sie sind Autoren, Fotografen, Website Designer, Social Media Kenner, Reiseberater, Netzwerker, Marketing-Spezialisten und vieles mehr.

  7. Also, es gibt wahrscheinlich nicht so viele Reiseblogger, die davon leben können, aber ich bin so ein Exemplar in Deutschland. Seit Anfang des Jahres lebe ich ausschließlich von meinem Reiseblog BREITENGRAD53 (http://www.breitengrad53.de).

    Und ich gebe Elke von Meerblog absolut recht: Mit Urlaub haben die Reisen nichts zu tun. Außerdem verbringe ich die restliche Zeit damit, meinen Blog zu "füttern". In der Regel sitzt man dafür vor dem Computer oder dem Smartphone und bedient Blog sowie alle möglichen Social Media Kanäle. Es ist für mich inzwischen ein normaler Job bei dem man eben viel unterwegs ist.

    Und wie bei allen Selbständigen hängt der Verdienst davon ab, was verkauft werden kann oder verkauft wird. Da gibt es vielfältige Möglichkeiten und daher ist es auch schwer zu sagen, was ein einzelner Blogger monatlich verdient.

    Generell gehört aber viel Einsatz und ein dickes Fell dazu, hauptberuflicher Reiseblogger zu sein.

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  8. Wer vom Bloggen leben will, muss sich Gedanken darüber machen, für wen er schreibt. Sind das Reisende, die sich über bestimmte Reiseziele informieren wollen oder Touristiker. Im letzten Fall ist das Einkommenspotential sicher geringer als im ersten. Nicht jeder Reiseblogger will sich auf Nischen beschränken. Und wenn er das tut hängt der Erfolg davon ab, wie zielgenau die Blog-Nische ist. Ich veröffentliche zum Beispiel zwei Blogs, die sich nach Destinationen unterscheiden und eine bestimmte Nische abdecken (Genießer Reisen): http://www.travelworldonl... und http://www.american-lifes....

    Während Reisejournalisten im Print sich ausschließlich aufs Schreiben ihrer Artikel beschränken können, sind erfolgreiche Reiseblogger Allrounder: sie müssen sich in vielen Bereichen auskennen. Sie sind Autoren, Fotografen, Website Designer, Social Media Kenner, Reiseberater, Netzwerker, Marketing-Spezialisten und vieles mehr.

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