FührungskräfteWie leben deutsche Manager?

Entscheider in Deutschland achten auf ihre Gesundheit und wollen gleichberechtigte Partner. Managerinnen verzichten für Karriere eher auf Kinder, stellt eine Studie fest.

Die Mehrheit der Manager der deutschen Wirtschaft achtet auf ihre Gesundheit. 60 Prozent der Verantwortlichen in Unternehmen pflegen nach eigenen Angaben einen bewussten Lebensstil, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Handelsblatts in Zusammenarbeit mit der Personalberatung Heidrick Struggles feststellt. Knapp Dreiviertel geben an, sich bewusst zu ernähren, nur jeder Zehnte rauche. Aber 60 Prozent trinkt regelmäßig Alkohol auch unter der Woche.

Auch das Privatleben vernachlässigen die Manager offenbar nicht: Nur knapp jeder Fünfte gab an, häufig abends länger auf beruflichen Veranstaltungen wie Treffen und Terminen mit Kollegen oder Geschäftspartnern zu bleiben, heißt es in der Umfrage. Allerdings sparen die Entscheider am Schlaf: 42 Prozent sagten, sie schliefen nur fünf bis sechs Stunden pro Nacht. Nicht wenige gaben an, deshalb chronisch übermüdet zu sein. Geschäftsreisen nutzen die Führungskräfte deshalb, um sich während der Fahrt auszuruhen. 65 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig im Flieger und Zug zu schlafen. Gelegenheit haben die Führungskräfte oft genug dafür: Fast drei Viertel (72 Prozent) sind einen oder zwei Tage pro Woche unterwegs.

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Die Arbeitsbelastung für die Manager ist laut Umfrage hoch: Die Hälfte der Befragten gaben an, zwischen 51 und 60 Stunden wöchentlich zu arbeiten, ein Fünftel sogar 61 bis 70 Stunden. Und immerhin fünf Prozent sind über 70 Stunden für ihre Firma aktiv. Ein Viertel allerdings nimmt die Work-Life-Balance ernst und schaltet nach Feierabend das Diensthandy aus. 

Privat leben neun von zehn männlichen Managern in einer festen Partnerschaft. Vielen dieser Männer ist eine gleichberechtigte Partnerschaft wichtig. Zwei Drittel der Manager-Gattinen sind berufstätig. Bei den befragten Managerinnen haben drei Viertel einen festen Partner. Auch die Führungsfrauen wollen einen ebenbürtigen Mann – 88 Prozent ihrer Partner sind berufstätig.  

Während die männlichen Führungskräfte keine Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehen, verzichten dagegen viele Managerinnen auf Kinder. Nur 41 Prozent der weiblichen Führungsverantwortlichen sind Mütter, hingegen 88 Prozent der männlichen Manager Väter. Für die Untersuchung wurden 1.225 Manager befragt.

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Leserkommentare
  1. 88 Prozent der männlichen Manager sind Väter. 75 Prozent (50+20+5) arbeiten mindestens 51 Stunden.
    Und sie legen Wert auf eine gleichberechtigte Partnerschaft und haben keine Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

    Ich glaube kein einziges Wort.

    Wieviele der Gattinnen haben eine Vollzeitstelle und wer kümmert sich doch gleich um die Kinder?

    10 Leserempfehlungen
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    Ehm sie wissen schon, dass es in Deutschland Betreuungsstätten gibt, in die man seine Kinder geben kann?

    großes Haus oder mehrere und pro Kind eine Nanny dann geht das schon.

  2. ..., wesentliche Unterschied zwischen 1880 und heute: Leute mit Geld arbeiten und riskieren einen Herzinfarkt für ihr Vermögen. Immerhin.

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    Eine Untersuchung ergab dass Menschen in offensichtlich belastenden Jobs wie Bauarbeiter deutlich häufiger Herzinfarkte erleiden als Manager. Eine andere sogar: im Gegenteil, je höher die Position je größer das Sicherheitsgefühl und die mentale Entspanntheit im Berufsalltag. Was eigentlich auch auf der Hand liegt. Je weniger potentielle kleine Diktatoren man über sich hat desto ruhiger fühlt man sich.
    Aber falsche Mythen werden unverdrossen wieder erzählt und wirken mit an einer Schein-Realität die letztlich die Politik prägt.
    Die Manager als arme getriebene Herzinfarkt-kndidaten. Und als Menschen die von ihrer Verantwortung gebeugt sind. Wenn sie Mist bauen und andere ihren Arbeitsplatz/ ihre Existenz verlieren werden sie ja schließlich hart zur Rechenschaft gezogen. 0der? Wie war das mit dem goldenen Handschlag?

  3. da wären zwei Ehepaare. Das eine besteht aus einem Mananager und einem nicht arbeitenden "Schmuckstück im Pelz". Das andere besteht aus einer Managerin, deren Partner auch berufstätig ist. Angenommen, beide Paare sind (wie die meisten heute und hierzulande getrauten so sind) geistig gesund und nicht zwangsverheiratet. Daraus lässt sich ja im Grunde ablesen, dass beide Paare im Einvernehmen zu ihrem gemeinsamen Lebensmodell gekommen sind. Warum ist dann eigentlich Paar eins gemäß Artikel weniger "gleichberechtigt" als Paar zwei?

    Die Wörter "Gleichberechtigung" und "Ebenbürtigkeit" sind im Zusammenhang mit diesem Thema längst zu Worthülsen von ein paar Gesellschaftsklempnern aus Politik und Journalismus verkommen.

    11 Leserempfehlungen
  4. "Auch das Privatleben vernachlässigen die Manager offenbar nicht: "

    Leider nicht zu Ende geschrieben. Denn verlangen tun diese Manager von ihren Untergebenen meist mehr, was oft zu Lasten des Privatlebens geht. Bei deutlich schlechter Bezahlung.

    Ich spreche da aus Erfahrung.

    2 Leserempfehlungen
  5. Ständig wird von Managern geredet und geschrieben. Was darunter konkret verstanden wird, sagen aber die wenigsten. Handelt es sich dabei um Führungskräfte? Wenn ja, ab welcher Hirarchieebene? Was ist mit Stabsstellen, die keine Führungsrolle innehaben, aber enorm wichtig sind, viel arbeiten und evtl. für viel Umsatz sorgen? Oder handelt es sich bei Managern um Personen, deren Tätigkeitsbeschreibung enthält, dass sie Manager sind? Wie ist das im öffentlichen Dienst? Ist ein Professor oder Amtsleiter auch Manager? Die "managen" nämlich auch eine ganze Menge. Oder ist die Bezeichnung doch nur vom Einkommen abhängig? Irgendwie ist der Begriff "Manager" so schwammig und nichtssagend, wie beispielsweise der BEgrif "Markt" oder als Mehrzahl "Märkte". Die müssen nämlich auch immer herhalten, wenn man mal wieder keine Ahnung hat, um was es eigentlich geht!

    4 Leserempfehlungen
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    Bei meinem süddeutschen Elektrokonzern werden seit etlichen Jahren Sekretärinnen als "Office Manager" beschrieben.
    Stimmt, da gibt es einiges zu managen im Office.
    Aber bezahlt werden sie immer noch recht karg.

  6. Deutsche Studenten geben an unter den Belastungen von Bachelor und Master zu leiden und unter totalem Arbeitsstess zu stehen. Eine unabhänige Untersuchung ergab, dass im Schnitt 17 Stunden pro Woche für das Studium aufgewendet werden. Soviel zu Umfragen.

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    War das ein Fernstudium nebenher? Ich kenne nur sehr sehr wenige, die so wenig für das Studium getan haben. Die haben aber auch nicht abgeschlossen.

  7. 7. Reiche

    Ehm sie wissen schon, dass es in Deutschland Betreuungsstätten gibt, in die man seine Kinder geben kann?

    • inecht
    • 06. Juli 2013 6:17 Uhr
    2 Leserempfehlungen
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    sie leben um zu Arbeiten, was wohl sonst.
    Und jetzt meine Frage: gibt es eine Studie mit einer Aussage der Personenzahl
    die sich mit Studien/Umfragen beschäftigen und wer sie dafür bezahlt ?
    Der Frauenanteil würde mich auch interessieren.
    Grüne Farbe ist grad aus.

    Mit tariflich geregelter Arbeitszeit und geregeltem Lohn. (Und wie sichs für einen deutschen Kleinbürger gehört, mit Häusle im Grünen resp. mit Bausparvertrag.)

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  • Quelle AFP, tgr
  • Schlagworte Führungskraft | Lebensstil | Umfrage | Unternehmen | Work-Life-Balance
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