Serie Beruf der WocheMies bezahlte Diät-Begleiter

Ob abnehmen oder Lebensmittelallergie: Ernährungsberater helfen bei gesunder Ernährung. Doch nur wenige können hauptberuflich davon leben, zeigt der Beruf der Woche. von 

Eine Ernährungsumstellung ist gar nicht so einfach durchzuhalten. Der Job von Ernährungsberatern ist es, dabei zu helfen. Ob mit dem Ziel, Gewicht zu reduzieren oder ein Leben mit einer Lebensmittelmittelunverträglichkeit, eine besondere Diät für Sportler oder stillende Mütter – die Gründe für eine Ernährungsumstellung sind vielfältig. "Wir begleiten Menschen bei der Umsetzung", sagt Elisabeth Rohde 1. Vorsitzende vom Verband freier Ernährungsberater e.V..

Die Beratung findet in Seminaren zu bestimmten Ernährungsthemen für Gruppen, aber auch für Einzelpersonen statt. In der Regel sind die Berater auf einen Teilbereich spezialisiert. So geben Ernährungsberater, die sich auf die Altenernährung spezialisiert haben, Schulungen für Altenpfleger oder Krankenschwestern. "Die Ernährung ist ein breit gefächertes Spektrum, da kann man nicht über jeden Bereich genau Bescheid wissen", sagt Rohde.

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Der Beruf ist nicht zu verwechseln mit den inhaltlich ähnlichen, aber wesentlich spezieller ausgerichteten Berufen Diätassistent und Ökotrophologe.

Der Beruf des Diätassistenten ist über eine dreijährige Ausbildung erlernbar und gehört zu den Medizinfachberufen. Sie betreuen Patienten sowohl klinisch als auch ambulant. Ökotrophologen dagegen haben sogar ein Studium der Haushalts- und Ernährungswissenschaften absolviert und arbeiten vorwiegend in Wissenschaft und Lehre.

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

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Jede Woche stellt unser Autor Markus Schleufe einen ungewöhnlichen Job in unserer Serie "Beruf der Woche" vor. 

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Ernährungsberater dagegen benötigen grundsätzlich keine Ausbildung. Die Bezeichnung ist nicht geschützt. Der Zugang zum Beruf ist nicht einheitlich geregelt. Im Gegensatz zu Diätassistenten und Ökotrophologen dürfen sie auch nicht therapeutisch tätig sein. Viele aktive Ernährungsberater kommen allerdings aus Gesundheitsberufen und haben sich über eine Weiterbildung das benötigte Wissen angeeignet. Die Weiterbildungen sind vielfältig und durchaus umfangreich.  

Nur wenige können hauptberuflich davon leben

Hier lernen die angehenden Fachkräfte die Grundlagen der Ernährung und die Funktion des Stoffwechsels. Und sie bekommen vermittelt, wie Ernährungspläne für Kunden erstellt werden. Auch verschiedene Diätformen, Kochen sowie Ernährung für Menschen unterschiedlichen Alters sowie begleitende Ernährung bei Erkrankungen wird gelehrt.

Im Gegensatz zu den Diätassistenten und Ernährungswissenschaftlern, von denen die allermeisten als Festangestellte arbeiten, können viele Ernährungsberater nicht ausschließlich von ihrer Tätigkeit leben. Krankenkassen etwa zahlen für die Beratung der Ernährungsexperten in der Regel nicht. Die Kunden müssen schon selbst in die Tasche greifen. Vielen ist das zu teuer – und so übt die Mehrheit der Ernährungsberater diesen Beruf als Nebenerwerb zu einem anderen Gesundheitsjob aus. Ihr Verdienst variiert mit dem Auftragsvolumen.   

Schöne Seiten habe der Beruf jede Menge, sagt Rohde. "Wenn jemand richtig Gewicht verliert zum Beispiel. Zu sehen, welche Fortschritte meine Kunden machen, ist einfach nur toll."

  • Verdienst: abhängig vom Auftragsvolumen;
  • Ausbildung: keine Ausbildung vorgeschrieben;
  • Arbeitszeit: abhängig vom Auftragsvolumen;
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Leserkommentare
  1. Haha. Wenn der Veggie-Day verordnet wird, dann haben die Vollbeschäftigung.

    Eine Leserempfehlung
  2. 2. Wozu?

    Ein weiterer Beruf den niemand braucht.

    5 Leserempfehlungen
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    • sinta
    • 27. August 2013 19:21 Uhr

    Kann man so nicht sagen. Vor 12 Jahren wurde bei meinem Sohn, damals 11, Typ 1 Diabetes festgestellt - in den damals folgenden Wochen und Monaten waren wir mindestens 3mal die Woche beim Arzt und einer Ernährungsberaterin die uns zur Seite gestellt wurde. Sie hat uns toll geholfen, mit Tabellen, Büchern, Seiten im Internet usw. versorgt. Wie man die BE-Werte errechnet ohne eine Waage - wenn man zum Beispiel Essen geht. Viele Ängste und Sorgen genommen. Ich konnte sie jederzeit anrufen, wenn die Blutzuckerwerte nach dem Spritzen verrückt gespielt haben, was ich da jetzt wieder vergessen habe mit einzurechnen/berechnen. Hat uns durch die absolut chaotische Phase des Honeymoons super begleitet.

    Ich bin sehr dankbar, dass mir diese Frau zur Seite stand - ohne sie hätte ich manches nicht so leicht durchgestanden, sie hat mich auf viele Situationen vorbereitet, die kommen können und auch so kamen.
    Eines Tages, war so 3 Monate später, mein Sohn sitzt weinend auf seinem Bett. Der BZ-Wert war über 300 - er hat es nicht verstanden, er hat immer alles dafür getan, dass der Wert nicht hochgeht, doch der eigene Körper hat ihm gerne einen Strich durch die Rechnung gemacht, fing an mich anzuschreien, dass das alles scheiße ist, schmeißt das Messgerät nach mir und trifft sauber an der Schläfe. Das war so eine Situation, auf die sie mich auch vorbereitet hat - ich hab ihn einfach in den Arm genommen und weiter schimpfen und weinen lassen. Er hatte ja recht ...

  3. Wenn ich etwas habe, was andere nicht haben, aber meinen zu benötigen,
    habe ich eine gute Position. Dinge anzubieten, die keiner braucht, machen nicht satt. Warum wohl wohnen Ärzte, Juristen, Architekten in der Villa, die Historiker und Ethnologen sind im Selbstgestrickten unterwegs. Kennen sie die Redewendung "Hunger wie ein Schauspieler"?

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    Dann brauchen wir Friseure, Erzieher und Pfleger nicht. Denn die beziehen auch Hungerlöhne.

    Allerdings bin ich beim Ernährungsberater irgendwie geteilter Meinung. Ich selber habe mich in meiner Freizeit intensiv mit Ernährung befasst und habe dabei gelernt, dass es absolut ausreicht ein paar Sachbücher zu lesen - allerdings muss man natürlich selber Zeit investieren. Andererseits kann eine Ernährungsberatung auch im Krankheitsfalle notwendig sein. Ob da der Ärzte oder Krankenkasse genügend Informationen liefern?

    • sinta
    • 27. August 2013 19:21 Uhr

    Kann man so nicht sagen. Vor 12 Jahren wurde bei meinem Sohn, damals 11, Typ 1 Diabetes festgestellt - in den damals folgenden Wochen und Monaten waren wir mindestens 3mal die Woche beim Arzt und einer Ernährungsberaterin die uns zur Seite gestellt wurde. Sie hat uns toll geholfen, mit Tabellen, Büchern, Seiten im Internet usw. versorgt. Wie man die BE-Werte errechnet ohne eine Waage - wenn man zum Beispiel Essen geht. Viele Ängste und Sorgen genommen. Ich konnte sie jederzeit anrufen, wenn die Blutzuckerwerte nach dem Spritzen verrückt gespielt haben, was ich da jetzt wieder vergessen habe mit einzurechnen/berechnen. Hat uns durch die absolut chaotische Phase des Honeymoons super begleitet.

    Ich bin sehr dankbar, dass mir diese Frau zur Seite stand - ohne sie hätte ich manches nicht so leicht durchgestanden, sie hat mich auf viele Situationen vorbereitet, die kommen können und auch so kamen.
    Eines Tages, war so 3 Monate später, mein Sohn sitzt weinend auf seinem Bett. Der BZ-Wert war über 300 - er hat es nicht verstanden, er hat immer alles dafür getan, dass der Wert nicht hochgeht, doch der eigene Körper hat ihm gerne einen Strich durch die Rechnung gemacht, fing an mich anzuschreien, dass das alles scheiße ist, schmeißt das Messgerät nach mir und trifft sauber an der Schläfe. Das war so eine Situation, auf die sie mich auch vorbereitet hat - ich hab ihn einfach in den Arm genommen und weiter schimpfen und weinen lassen. Er hatte ja recht ...

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wozu?"
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    ordentlich bezahlt?

  4. Dann brauchen wir Friseure, Erzieher und Pfleger nicht. Denn die beziehen auch Hungerlöhne.

    Allerdings bin ich beim Ernährungsberater irgendwie geteilter Meinung. Ich selber habe mich in meiner Freizeit intensiv mit Ernährung befasst und habe dabei gelernt, dass es absolut ausreicht ein paar Sachbücher zu lesen - allerdings muss man natürlich selber Zeit investieren. Andererseits kann eine Ernährungsberatung auch im Krankheitsfalle notwendig sein. Ob da der Ärzte oder Krankenkasse genügend Informationen liefern?

    Eine Leserempfehlung
  5. ordentlich bezahlt?

    Antwort auf "Gelassenheit"
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    • sinta
    • 28. August 2013 11:56 Uhr

    Das ist eine diabetologische Praxis und die Frau dort festangestellt. In den meisten diabetologischen Praxen sind Ernährungsberaterinnen fester Bestandteil des Teams, ebenso in Kliniken die sich auf Schulungen für Typ1 und Typ 2 Diabetiker spezialisiert haben.
    Ich hatte ja auch geschrieben, sie wurde mir zur Seite gestellt - in dieser Praxis ist es üblich, dass ‚Neuerkrankte‘ eine Ernährungsberaterin zur Seite gestellt wird, gerade bei Kindern. Die Umstellung von jetzt auf gleich ein anderes Leben zu führen ist enorm - und für Kinder noch schwieriger zu verstehen. Morgens um 9.30 bekam mein Sohn die Diagnose und für die nächste Nahrungsaufnahme musste er sich schon spritzen. Sie hat sich speziell auf Kinder weitergebildet - wie im Artikel oben auch beschrieben wird: „Die Weiterbildungen sind vielfältig und durchaus umfangreich“.

    • sinta
    • 28. August 2013 11:56 Uhr

    Das ist eine diabetologische Praxis und die Frau dort festangestellt. In den meisten diabetologischen Praxen sind Ernährungsberaterinnen fester Bestandteil des Teams, ebenso in Kliniken die sich auf Schulungen für Typ1 und Typ 2 Diabetiker spezialisiert haben.
    Ich hatte ja auch geschrieben, sie wurde mir zur Seite gestellt - in dieser Praxis ist es üblich, dass ‚Neuerkrankte‘ eine Ernährungsberaterin zur Seite gestellt wird, gerade bei Kindern. Die Umstellung von jetzt auf gleich ein anderes Leben zu führen ist enorm - und für Kinder noch schwieriger zu verstehen. Morgens um 9.30 bekam mein Sohn die Diagnose und für die nächste Nahrungsaufnahme musste er sich schon spritzen. Sie hat sich speziell auf Kinder weitergebildet - wie im Artikel oben auch beschrieben wird: „Die Weiterbildungen sind vielfältig und durchaus umfangreich“.

    2 Leserempfehlungen
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    eine schlecht bezahlte Fachkraft ausgenutzt. Das ist aber gar nicht nett.

  6. Ernährungsberater steht auf der gleichen Stufe wie Makler. Jeder Dahergelaufene darf sich so nennen.

    Ihr Ernährungsberater
    Hans Wurst

    2 Leserempfehlungen

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  • Serie Beruf der Woche
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ausbildung | Diät | Weiterbildung
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    Verstehen Sie Akademisch?

    Philosophische Texte sind oft besonders unverständlich. Hier ein Beispiel: "Das mit seiner Umgebung konfrontierte gesellschaftliche Subjekt verhält sich jeweils zu den vergangenen Produktionsprozessen insgesamt so wie jenes mit seinem Nicht-Ich konfrontierte Ich zum Akt des in sich zurückgekehrten Handelns, welches als das absolute Ich durch Entgegensetzung eines Nicht-Ichs als Ich produziert."
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