Geht es mich als Unternehmerin etwas an, wenn meine Mini-Jobber auch noch bei anderen Unternehmen jobben?, fragt Patricia Roda.

Sehr geehrte Frau Roda,

wenn Ihre Mini-Jobber bei verschiedenen Unternehmen einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit nachgehen, tangiert es Sie als Unternehmerin soweit, dass Sie aufpassen müssen, nicht in die Falle von Mehrfachbeschäftigungen zu tappen. Denn das kann für Sie als Arbeitgeberin hohe Nachzahlungen zur Folge haben.

Der Grund: Ihre Mini-Jobber dürfen mit all ihren Nebenjobs nicht die Grenze von 450 Euro monatlich überschreiten. Tritt dies ein, werden alle Nebenjobs automatisch zu regulären sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen bis auf den ersten Minijob, der arbeitsvertraglich vereinbart wurde.

Hat einer Ihrer Mini-Jobber eine Voll- oder Teilzeitstelle, darf er generell nur einer geringfügig entlohnten Nebentätigkeit nachgehen. Hält er sich nicht daran, werden alle Nebentätigkeiten zu seiner sozialversicherungspflichtigen Voll- oder Teilzeitstelle hinzugerechnet. Die Folge: Alle Nebentätigkeiten unterliegen der Sozialversicherung – auch, wenn alle Nebenjobs nicht die 450-Euro-Grenze monatlich überschreiten.

Sie als Unternehmerin sind dazu verpflichtet, zu überprüfen, ob Ihre Mitarbeiter mehreren Beschäftigungen nachgehen. Und dies ist gar nicht kompliziert. Fragen Sie einfach alle Ihre Mitarbeiter nach ihren Haupt- und Nebentätigkeiten, denn sie müssen Ihnen mitteilen, in welchem Umfang sie einem Nebenjob nachgehen. Vor dem Hintergrund der Beweislast sollten Sie eine solche Auskunft immer schriftlich abverlangen.

Ihr Ulf Weigelt