Wem das Ausfüllen der Steuerformulare zu kompliziert ist, der kann auf die Dienste von Steuerberatern zurückgreifen. Sie sind Ratgeber in allen steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. "Wir unterstützen unsere Mandanten dabei, wirtschaftlichen Erfolg erzielen zu können", sagt Sylvia Mein, Rechtsanwältin und Steuerberaterin und zuständig für die Pressearbeit beim Deutschen Steuerberaterverband e.V.

Das Aufgabenspektrum reicht Steuerklärungen bearbeiten und anfertigen, Steuerbescheide prüfen, Einsprüche erheben, Buchhaltung sowie den Mandanten Fragen zum Steuerrecht zu beantworten. Die Arbeit erfolgt überwiegend am Rechner. Die Arbeit selbst erfolgt im Büro oder beim Klienten vor Ort. "In der Regel begleiten wir unsere Mandaten über viele Jahre", sagt Mein. Viele Berater übernehmen auch weitere Tätigkeiten wie Controlling, Ermittlung von Kostenrentabilität, Liquiditätsanalysen sowie Investitions- und Finanzierungsentscheidungen.

Für den Einstieg in den staatlich anerkannten Beruf des Steuerberaters müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Als fachliche Vorbildung muss entweder eine kaufmännische Ausbildung oder ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Studium vorhanden sein. 

Zusätzlich muss ein Nachweis über eine praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden. Hochschulabsolventen müssen, abhängig von der Studienzeit, zwischen zwei und drei Jahre praktischer Arbeit vorweisen. Wer nicht studiert sondern nur eine kaufmännischen Ausbildung hat, muss mindestens zehn Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Nur wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird zur Prüfung zugelassen. Und erst nach bestandener Prüfung darf die Bestellung zum Steuerprüfer durch die zuständige Kammer erfolgen. 

Die Hälfte fällt durch die Prüfung

Die bundesweit einheitliche Prüfung hat es in sich. Die Steuerexperten müssen jede Menge Paragrafen kennen. Der Stoff ist intensiv. Gut die Hälfte der angehenden Steuerberater fällt erst einmal durch. Inhalte der Prüfung sind neben Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Volkswirtschaft, Erbschaftssteuer auch Grundsteuer, Steuerliches Verfahrensrecht sowie Berufsrecht. Wer die Prüfung schafft, muss dann auf die Bestellung warten. Erst dann darf der Titel Steuerberater geführt werden.

Wer in dem Job arbeiten möchte, muss also nicht nur gut im Rechnen und Paragrafen-Lernen sein.  Auch eine hohe Genauigkeit sowie ein Faible für betriebswirtschaftliche und steuerliche Angelegenheiten sind wichtig. "Steuerberater haben ein hohe Vertrauensstellung inne und wissen viel über die persönlichen Verhältnisse ihrer Mandanten. Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit sind daher besonders wichtig", sagt Mein.

Das Steuerrecht verändert sich ständig, Fortbildungen und Zusatzqualifikationen sind regelmäßig notwendig. "Im Zuge der Weiterbildungen spezialisieren sich nicht wenige Steuerberater im Laufe der Zeit auf einen bestimmten Bereich", sagt Mein.

Jobs gibt es in Steuerberatungskanzleien. Viele machen sich aber auch selbstständig. Die Berufsaussichten sind sehr gut, denn Steuerberater werden gesucht. Besonders gute Chancen haben Frauen, sagt Mein. "Vor einigen Jahren war der Beruf noch eine überwiegende Männerdomäne, das hat sich geändert."

Außer einem in Stoßzeiten stressigen Arbeitsalltag und der bisweilen hohen Verantwortung, die sie in ihrem Beruf tragen muss, konnte Mein bisher keine Schattenseiten an ihrem Beruf entdecken. Für sie überwiegen die positiven Seiten ihres Jobs. "Die Arbeit wird nie langweilig, denn man muss sich ständig fortbilden."

  • Gehalt: keine Angaben;
  • Arbeitszeit: 40 Stunden/Woche, zu Stoßzeiten 50 Stunden und mehr;
  • Ausbildung: kaufmännische Ausbildung oder abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Studium sowie Nachweis über praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts Voraussetzung für Zulassung zur Steuerberaterprüfung;