Serie Beruf der WocheSie kennen alle Steuertricks

Steuerberater – der langweiligste Job der Welt? Unser Beruf der Woche zeigt: Das Aufgabenfeld ist riesig und immer mehr Frauen drängen in die Branche. von 

Wem das Ausfüllen der Steuerformulare zu kompliziert ist, der kann auf die Dienste von Steuerberatern zurückgreifen. Sie sind Ratgeber in allen steuerrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. "Wir unterstützen unsere Mandanten dabei, wirtschaftlichen Erfolg erzielen zu können", sagt Sylvia Mein, Rechtsanwältin und Steuerberaterin und zuständig für die Pressearbeit beim Deutschen Steuerberaterverband e.V.

Das Aufgabenspektrum reicht Steuerklärungen bearbeiten und anfertigen, Steuerbescheide prüfen, Einsprüche erheben, Buchhaltung sowie den Mandanten Fragen zum Steuerrecht zu beantworten. Die Arbeit erfolgt überwiegend am Rechner. Die Arbeit selbst erfolgt im Büro oder beim Klienten vor Ort. "In der Regel begleiten wir unsere Mandaten über viele Jahre", sagt Mein. Viele Berater übernehmen auch weitere Tätigkeiten wie Controlling, Ermittlung von Kostenrentabilität, Liquiditätsanalysen sowie Investitions- und Finanzierungsentscheidungen.

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Für den Einstieg in den staatlich anerkannten Beruf des Steuerberaters müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Als fachliche Vorbildung muss entweder eine kaufmännische Ausbildung oder ein abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Studium vorhanden sein. 

Beruf der Woche

© Tim Boyle/Getty Images

Schon mal einen Kampfmittelräumer oder einen Bird Controller bei der Arbeit erlebt?

Jede Woche stellt unser Autor Markus Schleufe einen ungewöhnlichen Job in unserer Serie "Beruf der Woche" vor. 

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Zusätzlich muss ein Nachweis über eine praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden. Hochschulabsolventen müssen, abhängig von der Studienzeit, zwischen zwei und drei Jahre praktischer Arbeit vorweisen. Wer nicht studiert sondern nur eine kaufmännischen Ausbildung hat, muss mindestens zehn Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Nur wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird zur Prüfung zugelassen. Und erst nach bestandener Prüfung darf die Bestellung zum Steuerprüfer durch die zuständige Kammer erfolgen. 

Die Hälfte fällt durch die Prüfung

Die bundesweit einheitliche Prüfung hat es in sich. Die Steuerexperten müssen jede Menge Paragrafen kennen. Der Stoff ist intensiv. Gut die Hälfte der angehenden Steuerberater fällt erst einmal durch. Inhalte der Prüfung sind neben Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Volkswirtschaft, Erbschaftssteuer auch Grundsteuer, Steuerliches Verfahrensrecht sowie Berufsrecht. Wer die Prüfung schafft, muss dann auf die Bestellung warten. Erst dann darf der Titel Steuerberater geführt werden.

Wer in dem Job arbeiten möchte, muss also nicht nur gut im Rechnen und Paragrafen-Lernen sein.  Auch eine hohe Genauigkeit sowie ein Faible für betriebswirtschaftliche und steuerliche Angelegenheiten sind wichtig. "Steuerberater haben ein hohe Vertrauensstellung inne und wissen viel über die persönlichen Verhältnisse ihrer Mandanten. Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit sind daher besonders wichtig", sagt Mein.

Das Steuerrecht verändert sich ständig, Fortbildungen und Zusatzqualifikationen sind regelmäßig notwendig. "Im Zuge der Weiterbildungen spezialisieren sich nicht wenige Steuerberater im Laufe der Zeit auf einen bestimmten Bereich", sagt Mein.

Jobs gibt es in Steuerberatungskanzleien. Viele machen sich aber auch selbstständig. Die Berufsaussichten sind sehr gut, denn Steuerberater werden gesucht. Besonders gute Chancen haben Frauen, sagt Mein. "Vor einigen Jahren war der Beruf noch eine überwiegende Männerdomäne, das hat sich geändert."

Außer einem in Stoßzeiten stressigen Arbeitsalltag und der bisweilen hohen Verantwortung, die sie in ihrem Beruf tragen muss, konnte Mein bisher keine Schattenseiten an ihrem Beruf entdecken. Für sie überwiegen die positiven Seiten ihres Jobs. "Die Arbeit wird nie langweilig, denn man muss sich ständig fortbilden."

  • Gehalt: keine Angaben;
  • Arbeitszeit: 40 Stunden/Woche, zu Stoßzeiten 50 Stunden und mehr;
  • Ausbildung: kaufmännische Ausbildung oder abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Studium sowie Nachweis über praktische Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechts Voraussetzung für Zulassung zur Steuerberaterprüfung;
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Leserkommentare
  1. Es gibt für den größten Teil der Steuerzahler keine wirksamen und lohnenden legalen Steuertricks. Dazu verdienen sie einfach zu wenig.

    Diese Tricks zu kennen und sie nicht weitergeben zu dürfen, damit prahlte schon
    mein erster Buchhaltungslehrer um 1970.

    Für die Trixer gibt es genug Bücher. Etwa so: Lassen Sie Ihre Schwiegermutter
    das Firmenfahrzeug kaufen und leasen es von ihr.

    Halt, einen Trick weiß ich und den verrate ich hier kostenlos: Sie verdienen als
    (gewerbetreibender) Sportstar jährlich Millionen, ziehen nach Monaco
    und halten sich in der BRD (nachweislich!!!) weniger als 6 Monate auf.

    Das Einzige wozu Steuerberater gut (und teuer) sind ist, dass sie den
    o. g. Personenkreis durch die irrsinnigen Buchhaltungs - und Steuervorschriften
    lotsen und ihnen (hoffentlich) das Finanzamt vom Hals halten.

    3 Leserempfehlungen
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    • ruphus
    • 11. September 2013 11:34 Uhr

    Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie selbst eine Ausbildung im Bereich des Steuererechts erfahren haben oder zumindest eine, wenn mich nicht alles täuscht, zweijährige 'Einführung' in das Steuerrecht für Quereinsteiger.

    Aus diesen Grund verwundert es doch sehr, dass sie sich von Irrglauben der Medien und Einzelner haben mitreißen, dass die erhobenen Gebühren zu hoch seien oder den Aufwand nicht rechtfertigen. Die Gebühren sind gesetzlich gedeckelt und werden für gewöhnlich, auch hier mag es Ausnahmen geben, vertraglich mit dem Mandaten vereinbart.

    Natürlich dienen die genannten Berufe Aussenstehenden bei der Berücksichtigung der vielfältigen Steuergesetze- und vorschriften zu helfen - mehr sollen sie aber auch nicht. Sie verlangen von Ihrem Bäcker auch nicht, er solle nach dem Backen nochmal kurz Ihren Ölstand prüfen.

    Gruß

  2. ... daß ein Steuerberater Ottonormal bei seiner Steuererklärung berät, der glaubt auch, daß Zitronenfalter, Zitronen falten !
    Das macht alles der Steuerfachangestellte ! Er führt die Bücher, er bereitet die Abschlüsse vor, die Steueranmeldungen und die Korrespondenz mit dem Finanzamt ! Der Steuerberater erstellt Abschlüsse und geht mit seinem Mandanten notfalls vor Gericht, für alles Andere wäre er zu teuer !
    Im Übrigen : .Controlling,Ermittlung von Kostenrentabilität, Liquiditätsanalysen sowie Investitions- und Finanzierungsentscheidungen..., das alles wird von DATEV frank und frei geliefert, da macht niemand einen Handschlag !

    Eine Leserempfehlung
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    • DieDose
    • 11. September 2013 8:14 Uhr

    Natürlich tippt der Steuerberater i.d.R. nicht selber die Buchungen ein oder macht die EInträge ins Steuerformular. Dann würde es zu teuer werden. Trotzdem werden die von den Angestellten erstellten Unterlagen geprüft etc. und bei Beratungsbedarf wird dann auch der Berater tätig, obwohl es sich dann finanziell für den Berater überhaupt nicht lohnt. Zumindest sollte es so sein, ich kann aber natürlich nicht für alle Kollegen sprechen.

    Zum Thema Controlling: Controlling etc. auf Knopfdruck gibt es nicht. Dann hat man den falschen Berater. Datev stellt nur Muster zur Verfügung. Entscheidend ist die Anpassung an den EInzelfall und vor allem die richtige Interpretation.

    • DieDose
    • 11. September 2013 8:14 Uhr

    Natürlich tippt der Steuerberater i.d.R. nicht selber die Buchungen ein oder macht die EInträge ins Steuerformular. Dann würde es zu teuer werden. Trotzdem werden die von den Angestellten erstellten Unterlagen geprüft etc. und bei Beratungsbedarf wird dann auch der Berater tätig, obwohl es sich dann finanziell für den Berater überhaupt nicht lohnt. Zumindest sollte es so sein, ich kann aber natürlich nicht für alle Kollegen sprechen.

    Zum Thema Controlling: Controlling etc. auf Knopfdruck gibt es nicht. Dann hat man den falschen Berater. Datev stellt nur Muster zur Verfügung. Entscheidend ist die Anpassung an den EInzelfall und vor allem die richtige Interpretation.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wer glaubt..."
  3. Wer Steuerrecht studiert, kann vom Prinzip her nur eine von drei Tätigkeiten annehmen: Steuerberater, Richter an einem Finanzgericht oder eben Finanzbeamter. Er muss sich also entscheiden, auf welcher Seite des Gesetzes er steht, und seine Entscheidung dann auch mit allen Konsequenzen durchziehen. Der Job beim Staat bedeutet zwar, dass man formal auf der "ehrlichen" Seite steht, andererseits fängt man in der Behörden-Hierarchie GANZ UNTEN an, und darf sich dann die nächsten Jahrzehnte irgendwie nach oben kämpfen.

    Wer auf die andere Seite geht, hat als Steuerberater natürlich viel schneller die Chance, "echte Fälle" zu bearbeiten, wo es also um mehr geht, als den korrekten Abzug der Mehrwertsteuer bei einer Rechnung eines Dienstleisters aus dem EU-Ausland über 177,83 Euro. Nun ist Steuerhinterziehung aber der Volkssport der Deutschen, und diejenigen, die genug verdienen, dass ihnen ein Steuerberater mehr bringt, als er kostet, spielen bei diesem Spiel überproportional häufig mit, und fordern dann natürlich vom Steuerberater, dass er sich in diesem Spiel ebenfalls auskennt.

    Jag

    • ruphus
    • 11. September 2013 11:34 Uhr

    Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie selbst eine Ausbildung im Bereich des Steuererechts erfahren haben oder zumindest eine, wenn mich nicht alles täuscht, zweijährige 'Einführung' in das Steuerrecht für Quereinsteiger.

    Aus diesen Grund verwundert es doch sehr, dass sie sich von Irrglauben der Medien und Einzelner haben mitreißen, dass die erhobenen Gebühren zu hoch seien oder den Aufwand nicht rechtfertigen. Die Gebühren sind gesetzlich gedeckelt und werden für gewöhnlich, auch hier mag es Ausnahmen geben, vertraglich mit dem Mandaten vereinbart.

    Natürlich dienen die genannten Berufe Aussenstehenden bei der Berücksichtigung der vielfältigen Steuergesetze- und vorschriften zu helfen - mehr sollen sie aber auch nicht. Sie verlangen von Ihrem Bäcker auch nicht, er solle nach dem Backen nochmal kurz Ihren Ölstand prüfen.

    Gruß

    Eine Leserempfehlung
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    ich bin Handwerker und war etwa 45 Jahre haupt- und nebenberuflich gewerbe-
    treibend tätig.

    Da ich ich rückblickend viele Jahre in heute so genannten prekären Verhältnissen
    lebte, musste ich zwangsläufig alles selbst erledigen und bin da hinein ge-
    wachsen.

    Außerdem kann ich nicht einsehen, dass ich neben den unzähligen Abgabenarten
    noch Nebenkosten für Berater zahlen soll.

    Ob die Steuerberaterhonorare angemessen sind kann ich nicht beurteilen. Will
    ich auch nicht, und da ich mit mir selbst genug zu tun habe, möchte ich mich da nicht noch reinhängen. Was nebenbei ein weiterer kostenloser Tip(p) für
    alle wäre: Wenn sich jeder um seine Angelegenheiten kümmerte, statt sich in fremde einmischen, wäre die Welt um einiges besser,

    Mit teuer meinte ich, dass für derartige Kosten kein Platz in der Kalkulation meiner Tätigkeit vorhanden war und ist.

  4. ich bin Handwerker und war etwa 45 Jahre haupt- und nebenberuflich gewerbe-
    treibend tätig.

    Da ich ich rückblickend viele Jahre in heute so genannten prekären Verhältnissen
    lebte, musste ich zwangsläufig alles selbst erledigen und bin da hinein ge-
    wachsen.

    Außerdem kann ich nicht einsehen, dass ich neben den unzähligen Abgabenarten
    noch Nebenkosten für Berater zahlen soll.

    Ob die Steuerberaterhonorare angemessen sind kann ich nicht beurteilen. Will
    ich auch nicht, und da ich mit mir selbst genug zu tun habe, möchte ich mich da nicht noch reinhängen. Was nebenbei ein weiterer kostenloser Tip(p) für
    alle wäre: Wenn sich jeder um seine Angelegenheiten kümmerte, statt sich in fremde einmischen, wäre die Welt um einiges besser,

    Mit teuer meinte ich, dass für derartige Kosten kein Platz in der Kalkulation meiner Tätigkeit vorhanden war und ist.

    Antwort auf "@hansschmied"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Arbeit | Ausbildung | Ermittlung | Volkswirtschaft | Weiterbildung
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