Serie ChefsacheWenn die Körpersprache den Chef verrät

Die Körpersprache des Chefs passt nicht zum Inhalt des Gesagten. Das irritiert die Mitarbeiter. Doch mit etwas Mühe lässt sich die unbewusste Körpersprache verbessern. von 

Meine Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass sie mich nicht verstehen. Eine meiner Führungskräfte signalisierte, dass meine Aussagen nicht zu meiner Körperhaltung passen. Sind meine Körpersignale wirklich aussagekräftiger als meine Äußerungen?, fragt Walter Horstmann, Geschäftsführer einer Bekleidungskette.

Sehr geehrter Herr Horstmann,

Sie senden nicht nur durch Ihre Gestik, Mimik oder Stimme Signale, Ihre Mitarbeiter interpretieren diese auch. Diese Kommunikation ohne Worte läuft in der Regel jedoch unbewusst ab. Studien belegen, dass Menschen andere nur zu sieben Prozent nach ihren Äußerungen bewerten, zu 38 Prozent nach ihrer Stimme und zu 55 Prozent nach ihrer Körpersprache. Ein Erklärung dafür, dass Personen, die über eine gute Körpersprache verfügen, auch mit weniger Know-how erfolgreich wirken können und andersherum.

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Chefsache: Fragen von Führungskräften

Wie gelingt gute Personalführung und was zeichnet einen fairen Chef aus? Jede Woche, immer freitags, beantwortet die Management-Expertin Sabine Hockling in der Serie "Chefsache" Fragen von Führungskräften.

Schreiben Sie uns (und geben Sie dabei bitte Ihren Namen und Ihren Wohnort an). Wir freuen uns und wählen unter allen Problemen, die uns gestellt werden, jede Woche eine Frage aus und beantworten sie hier.

Bei all dem müssen Sie aber auch bedenken, dass die Körpersprache sehr individuell ist. Das heißt, Körpersignale haben nicht immer für alle Personen die gleiche Bedeutung, sind also nicht hundertprozentig zu interpretieren. Ein typisches Beispiel sind verschränkte Arme. Während der eine sie zur Konzentration verschränkt, macht ein anderer die Geste, um Abwehr zu signalisieren.

Verschränkte Arme sind nicht immer ein Zeichen von Abwehr

Merkmale einer positiven Körpersprache sind ein offener Blick (negativ wirkt Starren), das Gestikulieren mit offenen Händen über der Gürtellinie, ein fester Stand mit aufgerichtetem Rücken bzw. eine entspannte Sitzhaltung (negativ wirken weit auseinander stehende Beine und Knie über der Tischkante).

Legen Sie die Körpersprache anderer daher grundsätzlich nur situationsbedingt aus. Ebenfalls wichtig bei der Interpretation ist auch die Kultur, aus die der Gesprächspartner stammt. Große Unterschiede gibt es beispielsweise beim Augenkontakt (in einigen Kulturen signalisiert er Macht, in anderen Ehrlichkeit).

Ihre Körpersignale verstärken sich zudem durch Nähe bzw. Distanz. Einerseits kann zu viel Nähe Vertrauen signalisieren, andererseits blockieren. Distanz kann isolieren (Gegenstände, die zwischen Personen platziert sind, verstärken diese Wirkung), aber auch entfalten. Auch unterschiedliche Positionen in einem Raum wirken: So erhalten Personen vorne oder in der Mitte eines Raumes mehr Beachtung als hinten.

Sabine Hockling
Sabine Hockling

Sabine Hockling war lange selbst Führungskraft in verschiedenen Medienhäusern. Mit Ulf Weigelt schrieb sie den Ratgeber Arbeitsrecht. Seit 2011 ist sie Autorin der Serie Chefsache. Seit 2014 im neuen Format: Immer freitags spricht sie mit der Managerin Linda Becker über Führungsfragen. Hockling bloggt mit Tina Groll unter diechefin.net, der Blog für Führungsfrauen, über Frauen und Karriere.

Möchten Sie an Ihren Körpersignalen arbeiten, müssen Sie sich zuerst Ihrer unbewussten Gesten und Mimik bewusst werden. Beobachten Sie dazu sich selbst und andere im Alltag, fordern Sie aber auch Personen Ihres Vertrauens auf, Sie zu beobachten und ehrlich zu bewerten. Überprüfen Sie ferner, in welchen Situationen Sie welche Signale unbewusst senden, welche Emotionen dazu gehören und wie Ihre Gesprächspartner darauf reagieren.
Sind Ihnen Ihre unbewussten Körpersignale bewusst, können Sie die unerwünschten gegen erwünschte tauschen. Und das Wichtigste: Bleiben Sie authentisch, denn Ihre Gesprächspartner spüren mögliche Divergenzen. Übung macht aber auch hier den Meister.

Kommen Sie allein nicht weiter oder möchten Sie ohne Ihr persönliches Umfeld an Ihren Körpersignalen arbeiten, besteht die Möglichkeit, mit einem Schauspieltrainer oder Körpertherapeuten zu üben.

Ihre Sabine Hockling

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Leserkommentare
    • msknow
    • 13. September 2013 20:39 Uhr

    Kleiner Vorschlag am Rande:
    In einem weiteren Artikel wäre es schön, wenn sie uns erklären, wie wir den Blinden Fleck in der EIgenwahrnehmung überwinden. Und bei der Gelegenheit, Bezug nehmend auf eine der letzten Printausgaben der Zeit über den Grad der verbreiteten Psychopathie in den Chefetagen, kommt dann raus, dass die wichtigste Regel sein könnte:

    Einfach weniger mit den Eiern denken und Lohnsenkung, wenn man sich einen Porsche kaufen muss, um sich als Chef zu fühlen. Nur so zu tun, als ob, führt nur noch schneller in die Depression Aber Depressive sollen ja mehr kaufen.
    Kommunikation auf Augenhöhe und man muss nicht immer die Schadenfreude fürchten.

    2 Leserempfehlungen
  1. Das Missverständnis wird wohl aus der unpassenden verbalen Kommunikation / Körpersprachen Mischung kommen.

    Die Frage ist an sich nicht die, wie manipuliert man seine Körpersprache passend zur verbalen Unwahrheit, sondern wie geht man authentisch mit seinen Leuten um.

    5 Leserempfehlungen
  2. mal mit Ehrlichkeit? Dann kommt die passende Körpersprache ganz von alleine.

    4 Leserempfehlungen
    • Moin.
    • 14. September 2013 2:10 Uhr

    wirkt negativ. :-)))

    Danke für den Artikel. Ich muss so lachen....

    Eine Leserempfehlung
    • Menina
    • 14. September 2013 7:25 Uhr

    6 Fehler in diesem Artikel:

    "Meine Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass Sie mich nicht verstehen." "Sie" muss kleingeschrieben werden, denn es ist ja nicht die angeredete Person gemeint, sondern die Mitarbeiter.
    "Sie senden nicht nur durch ihre Gestik," - "ihre" = "Ihre", da Anredepronomen
    "die über eine gute Körpersprache verfügen auch" - Komma nach verfügen fehlt, hier ist der eingeschobene Relativsatz zu Ende.
    "Möchten Sie an ihren Körpersignalen arbeiten," - "ihren" = "Ihren", da Anredepronomen
    "müssen Sie sich zuerst ihrer unbewussten Gesten" - "ihrer" = "Ihren" - s. vorgenannter Grund
    "ein fester Stand mit aufgerichteten Rücken" - "mit" verlangt den Dativ, also "mit aufgerichtetem Rücken".

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    muss dann aber groß, oder?

    Redaktion

    …für die Fehlerhinweise.

    Wir haben das verbessert.

    Herzliche Grüße aus der Redaktion

  3. muss dann aber groß, oder?

    Antwort auf "Darf ich mal meckern?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Menina
    • 14. September 2013 8:17 Uhr

    und gleich selber dabei einen Fehler eingebaut ;-)

    "ihrer unbewussten Gesten" muss natürlich zu "Ihrer unbewussten Gesten" werden, nicht "Ihren".

    Eine Editierfunktion im Kommentarbereich wäre wirklich nicht verkehrt, warum werden die immer wieder diesbezüglich geäußerten Wunsche ignoriert?

  4. Ich finde den Artikel sehr interessant auch wenn er anscheinend nicht 100%ig grammatikalisch korrekt ist.

    • Menina
    • 14. September 2013 8:17 Uhr

    und gleich selber dabei einen Fehler eingebaut ;-)

    "ihrer unbewussten Gesten" muss natürlich zu "Ihrer unbewussten Gesten" werden, nicht "Ihren".

    Eine Editierfunktion im Kommentarbereich wäre wirklich nicht verkehrt, warum werden die immer wieder diesbezüglich geäußerten Wunsche ignoriert?

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