Meine Auszubildende (Anfang 2. Lehrjahr) ist schwanger. Was muss ich als Arbeitgeber jetzt berücksichtigen? Und wie sieht es mit der dreijährigen Ausbildung aus?, fragt Helmut Franke.

Sehr geehrter Herr Franke,

wozu Sie als Arbeitgeber verpflichtet sind, regelt das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Sie müssen zum Beispiel dafür sorgen, dass Ihre Mitarbeiterin keine körperlich schweren oder gesundheitsgefährdenden Aufgaben mehr erledigt. Dazu gehört auch, dass sie weder Überstunden leisten, noch Nacht- und Feiertagsarbeit absolvieren muss (§ 4 MuSchG).

Auch sind Sie verpflichtet, Ihrer Mitarbeiterin die Möglichkeit der regelmäßigen Pausen inform von Sitzgelegenheiten zu bieten (§ 2 MuSchG). Und da die Einhaltung des MuSchG Vorrang gegenüber den Ausbildungszielen, aber auch gegenüber Ihren betrieblichen Zielen hat, müssen Sie, falls nötig, Dienst- und Arbeitspläne umstellen.

Liegt eine Gefährdung für Mutter und / oder Kind vor, darf Ihre Mitarbeiterin entsprechend einer ärztlichen Bescheinigung nicht weiter arbeiten (§ 3 MuSchG). Ferner tritt sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin das Beschäftigungsverbot in Kraft. Aufgehoben wird es acht Wochen nach der Entbindung (bei Früh- oder Mehrlingsgeburten nach zwölf Wochen).

Und steht während des Beschäftigungsverbots eine Prüfung an, darf Ihre Mitarbeiterin daran teilnehmen, aber sie muss es nicht! Sie sollten in diesem Zusammenhang auch den vermutlichen Tag der Entbindung kennen, sodass Sie den weiteren Ausbildungsverlauf annähernd planen können. Das Ausbildungsverhältnis verlängert sich nämlich nicht automatisch. Hierfür ist ein Antrag der Auszubildenden notwendig. Nur wenn die Elternzeit in Anspruch genommen wird, verlängert sich die Ausbildungszeit.

Wichtig: Ob Auszubildende oder ausgelernte Mitarbeiterin, für diese Arbeitnehmerinnen besteht ein erweiterter Kündigungsschutz. Das Kündigungsverbot gilt auch für die Probezeit.

Ihr Ulf Weigelt