Einer meiner Teilzeitmitarbeiter arbeitet 30 Stunden pro Woche (Montag und Dienstag jeweils acht Stunden, Mittwoch und Donnerstag je fünf Stunden sowie Freitag vier Stunden). Nun nimmt dieser Mitarbeiter fast immer montags Urlaub (an einem seiner langen Tagen). Bei uns gibt es 25 Tage Urlaub pro Jahr. Berechne ich für seinen Urlaubsanspruch für die langen Arbeitstage mehr als für die kurzen Tage?, fragt Marko Berger.

Sehr geehrter Herr Berger,

im Grundsatz gilt Folgendes: Urlaubsansprüche beziehen sich immer auf die Arbeitstage und nicht auf die Arbeitsstunden.

Ist Ihr teilzeitbeschäftigter Mitarbeiter zwar zu reduzierter Arbeitszeit, aber dennoch jeden Tag im Unternehmen, hat er deshalb den gleichen Urlaubsanspruch wie Ihre vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer auch. Sie können also nicht Urlaub abziehen, wenn Ihr Mitarbeiter an einem Tag Urlaub nimmt, an dem er "nur" vier Stunden arbeitet.

Anders würde es aussehen, wenn die 30 Stunden Arbeitszeit Ihres Mitarbeiters statt auf fünf "nur" auf vier Tage verteilt wären. Dann würde insgesamt ein geringerer Urlaubsanspruch gelten.

Folgende Formel hilft Ihnen beim Berechnen der Urlaubsansprüche von Teilzeitbeschäftigten:

Die Anzahl der Urlaubstage vollzeitbeschäftigter Mitarbeiter multipliziert mit der Zahl der wöchentlichen Arbeitstage der teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmer. Und diese Zahl geteilt durch die wöchentlichen Arbeitstage vollzeitbeschäftigter Mitarbeiter.

Um das zu verdeutlichen, hier einmal die Formel berechnet für den Urlaubsanspruch Ihres Teilzeitmitarbeiters mit der 5-Tage-Woche: 25 x 5 : 5 = 25 Urlaubstage.

Der Urlaubsanspruch eines Teilzeitmitarbeiters mit einer 4-Tage-Woche würde entsprechend der Formel 20 Tage betragen: 25 x 4 : 5 = 20 Urlaubstage.

Bei der Berechnung der Urlaubsansprüche von Teilzeitbeschäftigten sind also nicht die Arbeitsstunden relevant, sondern die Arbeitstage.

Ihr Ulf Weigelt