Was ist ein Feelgood-Manager und welche konkreten Aufgaben hat er?, fragt Henry Carstens, Inhaber einer Digitalagentur.

Sehr geehrter Herr Carstens,

Feelgood-Manager sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Sie planen Firmenevents und -ausflüge, kümmern sich um die gesunde Ernährung im Unternehmen und um die Anliegen der Mitarbeiter.
Letzteres wird in vielen Betrieben anonym organisiert: Hat ein Mitarbeiter ein Anliegen, schreibt er es auf einen Zettel und wirft es in eine Box. Am Ende der Arbeitswoche leert der Feelgood-Manager den Kasten und bespricht mit dem Chef die eingeworfenen Wünsche, Ideen und Probleme. Ist das Vertrauen in die Person (bereits) groß, gehen Kollegen bei ernsten Problemen und Konflikten direkt auf ihn zu. Der wiederum agiert dann als Vermittler zwischen den Parteien.

Um diese Aufgaben erfüllen zu können, müssen Feelgood-Manager nicht nur organisieren können und kreativ sein, sie brauchen auch ein Gespür für Menschen. Und sie benötigen die authentische Unterstützung der Firmenleitung. Das heißt, bei den regelmäßigen Treffen wird geschaut, was umgesetzt werden kann und was nicht. Anschließend informiert der Feeldgood-Manager die Kollegen über den aktuellen Stand der verschiedenen Anliegen.

Viele Kritiker stören sich an der Bezeichnung "Feelgood". Ob eine Person sich nun aber offiziell um das Wohlbefinden oder die Unternehmenskultur kümmert, ist unwichtig. Vielmehr kommt es darauf an, dass das Thema in den Fokus rückt. Denn ein Feelgood-Manager ist im Regelfall näher an den Mitarbeitern und ihren Bedürfnissen dran als der Chef. Auch trauen sich nicht alle Mitarbeiter, ihre Kritik offen zu äußern.

Eine solche Vertrauensperson ist aber nicht die Lösung aller Probleme und ersetzt auch nicht das Gesundheitsmanagement im Unternehmen. Vielmehr ist sie ein Teil davon. Ferner sind viele Effekte auch nicht sofort messbar.

Unternehmen müssen bei der Initiierung einer solchen Position Geduld mitbringen. Erhält ein Feelgood-Manager aber nicht einen gewissen Handlungsspielraum, der über das Organisieren von Events, Obst und gemeinsamen Kochaktionen hinausgeht, wird es immer Probleme mit der Akzeptanz geben. Deshalb sollten seine oder ihre Aufgaben und die Ziele nicht nur klar benannt, sondern auch als ernsthaft gemeinte Management-Aufgaben verstanden werden. Beispiele aus der Praxis finden Sie auf der Plattform GOODplace. Hier geben Unternehmen einen Einblick in ihre Arbeitskultur.

Ihre Sabine Hockling