Rhetoriktraining - Rhetorik nach der Guerilla-Methode

Wie erfolgreich wir im Job sind, hängt maßgeblich von unserer Kommunikation ab. Mitarbeiter erfolgreich zu führen, ein guter Verkäufer zu sein, auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können: alles ist eine Frage der Kommunikation. Allerdings tun die wenigsten etwas für eine gute Rhetorik. Meist gebrauchen wir die immer gleichen Wörter, wenn wir jemanden loben, eine Idee vorstellen oder mit Kunden sprechen.

Gerade einmal vier Prozent aller Präsentationen werden wirklich als begeisternd bewertet, hat eine Studie unter 5.000 Führungskräften des Hamburger Instituts Praesentarium ergeben. Und das Lob "Das haben Sie gut gemacht, Frau Meyer" wird Frau Meyer zwar erfreuen – aber sie höchstwahrscheinlich nicht dauerhaft zu neuen Höchstleistungen beflügeln."Wenn wir kochen würden, wie wir reden, wären wir alle sehr schnell sehr schlank", sagt Kai Paulsen. In 20 Jahren beim Radio hat der Rhetoriktrainer gelernt, das Interesse seiner Zuhörer wach zu halten. Guerilla-Rhetorik nennt Paulsen seine kleinen Sprachtricks. Sparsam eingesetzt bringen sie dem Redner mehr Aufmerksamkeit.  

Zum Beispiel das, was Paulsen Würzwörter nennt: Das sind alte traditionelle Wörter aus Omas Zeiten, die wir kaum verwenden, aber deren Bedeutung wir noch kennen – "vortrefflich" oder "formidabel" etwa. Ein Chef, der Frau Meyers Arbeit mit "Vortrefflich! Das war vortrefflich!" lobt (und dies auch so meint), bleibt im Gedächtnis und wird sie nachhaltig motivieren.   

Auch mal Klänge verwenden

Auch Klänge gehören zu einer guten Rhetorik. Die Präsentation eines neuen Produkts etwa könnte der Redner mit "Sind Sie auch schon so Bssssssss?" einleiten. Trifft er den richtigen Klang, formuliert er allein dadurch die gespannte Erwartung auf die Neuheit. An einer Hotelrezeption könnte der Angestellte den Gästen das eigene Restaurant nicht mit Worten beschreiben, sondern durch einen schmatzenden Kuss und das Handzeichen für Exzellenz. Das spricht die Sinne an und es überrascht.

Interessante Sprachbilder erzeugen ebenfalls eine höhere Aufmerksamkeit und führen dazu, dass man in Erinnerung bleibt. Allerdings sollten die Metaphern zum Gegenstand passen.

"Experimentieren Sie mit Klängen, Reizen und Ideen, damit der Inhalt verständlich und merkwürdig präsentiert wird", sagt Paulsen. Natürlich dürfe man nicht übertreiben, "sonst klingt man unglaubwürdig und wie ein Comic". Was zu beachten ist und wie seine Rhetoriktips anzuwenden sind, erklärt er im Video.