Erklären, wo die Schwimmweste liegt, immer freundlich lächeln und Tomatensaft servieren: Fluggäste nehmen Flugbegleiter in erster Linie als Servicepersonal wahr. Dabei steht für Flugbegleiter, auch Steward oder Stewardess genannt, die Sicherung des Flugbetriebes an oberster Stelle. "Flugbegleiter servieren nicht nur Speisen und Getränke, sondern haben vor, während und nach einem Flug eine Vielzahl an Aufgaben zu erledigen. Einige davon nehmen Passagiere wahr, andere passieren im Verborgenen", sagt Philipp Freykowski, Flugbegleiter und Betreiber der Website flugbegleiter.net, einer Informationsplattform rund um den Beruf des Flugbegleiters.

Vor Beginn eines Arbeitstages bekommen die Flugbegleiter eine Check-in-Zeit vorgegeben, zu der sie sich am Flughafen einzufinden haben. In einem Briefing werden unter der Flugbegleitercrew die Aufgaben an Bord verteilt. Wer betreut die Küche? Wer übernimmt den Service der Gäste?

Zudem werden Besonderheiten des Fluges besprochen. Gibt es besondere Sicherheitsbestimmungen? Sind Gäste mit individuellen Anforderungen an Bord? Zusätzlich bekommen die Flugbegleiter auch von der Cockpitbesatzung Informationen, die sie an die Passagiere weitergeben: Wie lange dauert der Flug? Wie ist das Wetter? Sind Turbulenzen zu erwarten?

Anschließend geht es an die Vorbereitungen an Bord der Maschine. Ist die Notfallausrüstung komplett und in gutem Zustand? Gibt es genügend Speisen und Getränke an Bord? "Die Aufgaben sind im Kern bei allen Fluggesellschaften gleich, im Detail variiert das Aufgabenfeld von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft", sagt Freykowski. Die Fluggäste müssen begrüßt werden, vor Beginn des Starts werden die Sicherheitsbestimmungen und das Verhalten im Notfall erklärt. Während des Fluges steht das Wohlergehen der Passagiere im Vordergrund, ehe die Passagiere am Zielflughafen verabschiedet werden. 

Keine festen Arbeitszeiten

Regelmäßige Arbeitszeiten mit festgelegten Wochenstunden gibt es für Flugbegleiter nicht. Die Dauer eines Arbeitstages variiert stark und ist abhängig von den jeweiligen Airlines sowie vom Reiseziel. Unterschieden wird zwischen Kurzstrecke oder Langstrecke. Bei Langstrecken, etwa nach Südamerika oder Asien, kann ein Arbeitstag schon mal 14 Stunden und sogar noch länger dauern.

"Es ist vorgeschrieben, dass die Flugbegleiter bei Langstreckenflügen zwischendurch Pausen einlegen müssen. Dafür stehen dem Personal Ruheräume mit Klappbetten zur Verfügung", sagt Freykowski. Nach einem Langstreckenflug sind Pausen Pflicht, damit sich der Körper vom Jetlag erholen kann. Wie lang die Pause ist, richtet sich nach der Dauer des Fluges und der Zeitverschiebung. "Zwischen Hin- und Rückflug können mitunter auch mal ein paar Tage vergehen", sagt Freykowski.

Flugbegleiter oder Flugbegleiterinnen sollten körperlich fit sein und fließend Englisch sprechen. Kenntnisse in weiteren Sprachen sind von Vorteil, aber kein Einstellungskriterium. "Vor der eigentlichen Bewerbung werden die Englischkenntnisse in einem Test geprüft, oft folgt zusätzlich in einem Telefoninterview eine weitere Überprüfung", sagt Freykowski. Flugbegleiter sollten Spaß am Umgang mit Menschen haben und müssen geduldig sein. Wichtig ist ein gewisses Einfühlungsvermögen. "Nicht jede Kultur ist gleich, Menschen aus Asien oder Südamerika reagieren auf bestimmte Situationen anders als Mitteleuropäer. Diese Gepflogenheiten müssen wir kennen und einordnen können", sagt Freykowski.

Der Beruf ist nicht staatlich anerkannt, die Ausbildung dauert je nach Airline zwischen sechs und acht Wochen. Die Lehrinhalte variieren, die wesentlichen Aspekte Service und Sicherheit stehen aber immer im Vordergrund. Englische Fachbegriffe und Kurse zu Kleidungsetikette und Make-Up gehören zu den Ausbildungsinhalten. Nach Abschluss der Ausbildung erhalten die Flugbegleiter in der Regel zunächst einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag. Die Arbeit ist mitunter körperlich anstrengend und auch der Umgang mit den Fluggästen ist nicht immer einfach. Größtes Manko sind die Arbeitszeiten: Arbeiten in der Nacht sowie an Feiertagen und Wochenenden gehört zum Job.

Doch der Job hat auch positive Seiten. Dazu gehören unter anderem Vergünstigungen auf Reisen mit der eigenen Airline. Und nicht zuletzt sehen Flugbegleiter viel von der Welt. "Ich habe schon so viele Länder besucht. In welchem Beruf liegen Arbeit und Urlaub schon so nah beieinander", sagt Freykowski.

  • Gehalt: Grundgehalt zwischen 1.200 und 1.400 Euro plus Zusatzvergütungen, Schichtzulagen und Spesen
  • Arbeitszeit: Variiert, abhängig von Airline und Einsatzgebiet
  • Ausbildung: 6-8-wöchige interne Ausbildung;