Darum geht es: Das Leben bietet mehr Chancen zu scheitern, als erfolgreich zu sein – das ist die These des österreichischen Autors Christian A. Pongratz in seinem Buch Erfolglos: Anleitung zum Scheitern mit Stil. Das Streben nach Erfolg sei zu einer Art Mantra geworden, das die Menschen in der Leistungsgesellschaft antreibe. Am Ende würden aber selbst recht erfolgreiche Menschen nur auf den hinteren Plätzen landen, schreibt der Autor.


Warum sollte man sich dann überhaupt anstrengen? Warum sich nicht gleich dem Misserfolg hingeben und stilvoll scheitern? Mit viel Sarkasmus und Humor versucht Pongratz zu erklären, worauf es ankommt, wenn man nachhaltig erfolglos sein will. Hilfreich seien etwa ein fehlender Aufstiegswille oder ein fieser Hang zur Selbstzerstörung.

Schon in Kindergarten und Schule böten sich vielfältige Möglichkeiten zum Scheitern, im Studium oder in der Ausbildung sei dies ähnlich. Wer sich etwa zu keinem Beruf berufen fühle, lege schon eine solide Basis für spätere Erfolglosigkeit. Wer mit starken Selbstzweifeln einen neuen Job suche, hat gute Chancen, arbeitslos zu bleiben. Auch fehlende Karriereplanung sei in der Regel eine Garantie für eine miese Laufbahn, so Pongratz. Wer dennoch aufsteigt, sollte konsequent Fehler machen, um sein Unternehmen an die Wand zu fahren. Auch Gleichgültigkeit, Entscheidungsschwäche oder Ignoranz würden dabei helfen, Chancen zu verpennen.

Pongratz selbst hat nach eigenen Angaben eine Vielzahl von schmerzhaften Fehlschlägen vorzuweisen. Deshalb sei er auch befähigt, einen solchen "Ratgeber" zu schreiben. Als Berater habe er außerdem viele seiner Klienten direkt beim Scheitern begleiten können. Jetzt wolle er sich gänzlich diesem Thema widmen. Wer gerne erfolgreich sein möchte, sollte sein Buch nicht lesen, warnt er.

Sprache und Verständlichkeit: Auf gut 140 Seiten betrachtet Pongratz die "Erscheinungsformen der Erfolglosigkeit", wie er es nennt, aus zehn verschiedenen Perspektiven – entsprechend hat er zehn Kapitel verfasst. Die Sprache ist verständlich, mitunter erschließt sich der Sarkasmus aber nur langsam. Denn Pongratz referiert zu langatmig.

Die besten Tipps: Wer viel erwartet, wird auch mehr enttäuscht. Wunderbar scheitern lässt sich auch gut mithilfe von Dritten – windigen Finanzcoaches etwa, die selbst noch keine Millionäre sind und das bisschen Gesparte in Schrottimmobilien anlegen.

Minuspunkte: An mehreren Stellen verliert sich Pongratz in wirren Ausführungen, die dann weniger lustig sind. So lässt er sich in dem Kapitel Erfolglos in der Schurti-Position über die garantierten Misserfolge aus, die man erlebt, wenn man alles aus einer idealisierten Perspektive heraus betrachtet. Da fragt sich der geneigte Leser, was daran jetzt lustig sein soll.

Bewertung: Erfolglos: Anleitung zum Scheitern mit Stil ist ein heiteres Büchlein für alle, die bei einer Beförderung übergangen wurden, ein Projekt richtig gegen die Wand gefahren haben oder generell gerne unzufrieden sind. Auch wer einen neuen Job antritt, könnte sich über das Buch als Geschenk freuen.