Die Zufriedenheit mit dem Job hat unter deutschen Arbeitnehmern zugenommen. Das stellt die neue Gallup-Studie fest. Im laufenden Jahr gaben 83 Prozent der Befragten an, sich wenigstens ein wenig mit ihrem Arbeitgeber zu identifizieren und loyal zu sein. Der Anteil der Mitarbeiter, die innerlich bereits gekündigt haben, liegt der Studie zufolge nur noch bei 17 Prozent. Im Vorjahr waren es noch fast ein Viertel der Beschäftigten, die aussagten, vollkommen über ihren Arbeitgeber frustriert zu sein und keinerlei emotionale Bindung an ihr Unternehmen zu verspüren. 

Ein Grund für die gestiegene Bindung an den Arbeitgeber könnte eine verbesserte Arbeitsplatzsicherheit an. Laut der Studie gab fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) an, ihr Job sei sicher, und lediglich acht Prozent machten sich Sorgen um ihren Job. Das Vertrauen in die finanzielle Zukunft des eigenen Unternehmens erreichte den besten Wert in zehn Jahren. Die Autoren der Gallup-Studie sehen eine verbesserte Führungskultur als Ursache dafür. 16 Prozent der Befragten gaben an, mit Herz und Seele bei der Sache zu sein und ständig Spitzenleistung zu erbringen. Der Wert der Arbeitnehmer, die das von sich behaupten, lag vor fünf Jahren noch bei 11 Prozent.

Noch besser scheint das Arbeitsplatzklima in den USA und Brasilien zu sein. Hier geben 30 Prozent der Beschäftigten eine sehr hohe Motivation an. Für Deutschland wurden 1.368 volljährige Arbeitnehmer zwischen April und November 2013 befragt. Die Umfrage findet jedes Jahr weltweit statt.

Die Ergebnisse passen zu einer ähnlichen Studie, die jüngst veröffentlicht wurde. Dem internationalen Engagement-Index der Personalberatung Kienbaum und ORC International zufolge sind Arbeitnehmer in Deutschland weniger zufrieden als die Arbeitnehmer anderswo. Am größten, das ergab dieser Index, ist die Zufriedenheit in Indien und China: Demnach gaben 74 Prozent der befragten Inder an, mit ihrem Job glücklich zu sein. China liegt mit 66 Prozent knapp dahinter, gefolgt von Mitarbeitern in Australien und Russland mit jeweils 65 Prozent.

Japaner im Job am unzufriedensten

Die Deutschen liegen dagegen nur im Mittelfeld: 58 Prozent der Befragten sind mit Arbeitsaufgaben, beruflichen Perspektiven und ihren Chefs zufrieden. Das ist ein Wert ganz knapp unter dem globalen Durchschnitt von 59 Prozent. Der Studie zufolge sind die Deutschen vor allem mit ihren Arbeitsaufgaben und -inhalten sowie den Rahmenbedingungen zufrieden, Kritik übten die meisten Befragten hierzulande an den Kommunikations- und Führungsfähigkeiten der Unternehmensleitung.

Insgesamt am unzufriedensten sind der Kienbaum-Befragung nach die Japaner. Im Ranking kommt die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft auf den letzten Platz – nur 42 Prozent der Befragten gaben an, sich bei der Arbeit wohl zu fühlen oder sich mit dem Arbeitgeber zu identifizieren. Eine Ursache für die Unzufriedenheit sind nach Ansicht der Autoren der Studie die derzeitigen Arbeitsmarktreformen in dem asiatischen Land, die sich negativ auf die Jobsicherheit auswirken. Ebenfalls eher mau sieht es in Hongkong (48 Prozent), Großbritannien (49 Prozent), Spanien (53 Prozent) und Frankreich (55 Prozent) aus.

Das Kienbaum-Ranking wird seit 2010 jährlich aufgestellt. Befragt wurden hierzulande 2.500 Beschäftigte.