Ich soll befördert werden. Mein Vorgesetzter ist sich allerdings nicht sicher, ob ich für die Postion der richtige Mann bin. Daher möchte er mich mit einer "Probezeit" befördern und, sollte ich es nicht schaffen, wieder auf meine alte Stelle "zurückversetzen". Ist das rechtens, denn ich verdiene dann wieder weniger Geld?, fragt Markus Schiller.

Sehr geehrter Herr Schiller,

eine solche Fallkonstellation kommt in der Praxis nicht allzu häufig vor. Dennoch ist es aus arbeitsrechtlicher Sicht möglich. Fraglich ist nur, wie man es juristisch sauber umsetzt.

Auf Nummer sicher geht Ihr Chef, wenn er mit Ihnen die neuen Arbeitsbedingungen per befristeten Änderungsvertrag (Sachgrund wäre hier die "Erprobung") vereinbart. Dann hat Ihr Chef nämlich die Möglichkeit, während der vereinbarten Befristung zu schauen, ob Sie für den neuen Job wirklich geeignet sind.

Ist das nicht der Fall, läuft der befristete Vertrag einfach aus – ohne, dass Ihnen gekündigt werden muss.

Bewähren Sie sich, muss man sich erneut gemeinsam über die Entfristung unterhalten und sie erhalten dann einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Verschiedene Vertragskonstruktionen sind möglich

Denkbar wäre auch, sogleich einen unbefristeten Änderungsvertrag, allerdings mit Probezeit, zu schließen. Das heißt, Ihr Arbeitgeber kann Sie bei fehlender Qualifikation währende der Probezeit kündigen und Sie wieder auf Ihren alten Arbeitsplatz "zurückversetzen". Doch hier ist Vorsicht geboten – besonders für den Arbeitgeber. 

Denn er geht in diesem Fall das Risiko ein, dass eine solche Kündigung rechtswidrig ist, weil Teilkündigungen unzulässig sind. Es können nicht wesentliche Arbeitsbedingungen "teilgekündigt" werden, was aber in einer solchen Konstellation der Fall wäre. Ein Urteil des Landesarbeitsgerichts München zeigt, dass solche Teilkündigungen gegen den Änderungsschutz nach § 2 des Kündigungsschutzgesetzes verstoßen können (Az.: LAG München 3 Sa 644/09). Ferner sahen die Richter in der Probezeitklausel einen unzumutbaren Änderungsvorbehalt im Sinne des § 309 Nr. 4 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Denn Mitarbeitern ist in solch einem Fall meist nicht ersichtlich, welche Gründe die Beförderung widerrufen können. Will Ihr Chef Ihnen eine solche Probezeit antragen, hätten Sie später im Streitfall also die besseren Karten. 

Ein Weiterarbeiten auf der "alten Stelle" ist dann nur noch einvernehmlich möglich – Sie müssten mit dem Chef eine Einigung finden. Das kann dann so aussehen, dass Sie zwar auf "die alte Stelle zurückgehen", dann aber eben eine höhere Vergütung mitverhandeln. 

Ihr Ulf Weigelt