Ich möchte einem Mitarbeiter eine Ermahnung aussprechen. Was muss ich tun?, fragt Christhard Lorenz.

Sehr geehrter Herr Lorenz,

Ihre Möglichkeiten, bei einem Fehlverhalten eines Mitarbeiters Ihren Unmut kundzutun, sind vielfältig. Neben der Abmahnung, die als Gelbe Karte oder auch als erster Schritt in Richtung Kündigung verstanden werden kann, gibt es die Ermahnung.

Im Gegensatz zur Abmahnung soll die Ermahnung signalisieren, dass ein Arbeitgeber mit einem konkreten Verhalten eines Mitarbeiters nicht einverstanden ist. Allerdings ohne wirkliche arbeitsrechtliche Relevanz, denn im Wiederholungsfall kann der Arbeitgeber bei einer Ermahnung nicht sogleich mit kündigungsrechtlichen Konsequenzen erfolgversprechend drohen.

Liegt also "nur" ein unerheblicher Verstoß vonseiten Ihres Mitarbeiters vor (z.B. häufige Privattelefonate während der Arbeitszeit), und möchten Sie ihm deshalb auch "nur" mitteilen, dass Sie damit unzufrieden sind, ist eine Ermahnung das richtige Mittel.

Dazu brauchen Sie keine besondere Form einhalten. Das heißt, Sie können sie mündlich oder schriftlich aussprechen. Allerdings sollten Sie den Verstoß genau schildern, um somit die vorliegende Pflichtverletzung hinreichend zu bestimmen. 

Mitarbeiter sollten eine Ermahnung dennoch ernst nehmen, denn auch sie wird, wie eine Abmahnung auch, zur Personalakte genommen. Weil aber mit einer Ermahnung nur ein Arbeitsmangel ohne arbeitsrechtliche Folgen festgestellt wird, haben Mitarbeiter lediglich in Ausnahmefällen ein Recht auf Entfernung aus der Personalakte. Zum Beispiel, wenn es um eine ehrverletzende Behauptung geht, wie ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main zeigt (Az.: 7 Ca 2899/03).

Ihr Ulf Weigelt