Ich arbeite in einem Großraumbüro, wo der Lärm unerträglich ist. Meinen Chef interessiert das allerdings nicht. Muss ich das hinnehmen, dass ich mich kaum konzentrieren kann?, fragt David Martin.

Sehr geehrter Herr Martin,

ein gewisser Geräuschpegel, verursacht durch Bürogeräte, Kollegen, Klimaanlagen usw., kann die Nerven schon sehr strapazieren. Die Folgen: sinkende Konzentration, abnehmende Leistungsfähigkeit, steigende Fehlerquoten sowie steigende Stresshormone, Herzfrequenz und steigender Blutdruck.

Deshalb investieren die meisten Arbeitgeber in gewisse Maßnahmen, um ihren Mitarbeitern das Arbeiten in Großraumbüros zu erleichtert. Den Rahmen dafür setzt der Gesetzgeber mit Grenzwerten (nachzulesen in dem Leitfaden BGI 650 Bildschirm- und Büroarbeitsplätze). So dürfen die Grenzwerte bei wissenschaftlichen Tätigkeiten nicht 55 dB(A) und bei Daten- und Texterfassungen nicht 70 dB(A) überschreiten.

Um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten, können Arbeitgeber den Großraum entsprechend gestalten. Akustikdecken, Deckensegel, schallabsorbierende Oberflächen durch spezielle Anstriche sowie Teppichböden, um den Trittschall zu reduzieren. Pflanzen, Lamellenvorhänge, schalldämpfende Stellwände sowie Regale und Schränke gegen Schallreflexionen.

Letztendlich sind auch mobile Paravents mit entsprechend schallabsorbierenden Oberflächen eine Alternative, um Arbeitsplätze abzuschirmen. Auch können Arbeitgeber darauf bestehen, dass Mobiltelefone im Großraumbüro grundsätzlich auf Vibrationsalarm gestellt sind statt zu klingeln. Ein geschlossener Raum für Besprechungen, längere Telefonate oder konzentriertes Arbeiten ist eine Möglichkeit, um Mitarbeitern das Ausweichen zu ermöglichen. Und laute Geräte wie beispielsweise Kopierer und Drucker sollten nicht nur aufgrund des Lärmpegels in einem Extraraum untergebracht sein, sondern auch wegen der Feinstaubbelastung.

Sie sollten das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Maßnahmen wie Paravents sowie die Unterstützung der Kollegen, die ihre (Mobil-)Telefone leiser stellen, sind schnell und kostengünstig umzusetzen. Fühlen sich auch Ihre Kollegen vom Lärm belästigt, sollten sie alle gemeinsam das Gespräch suchen und – falls vorhanden – den Betriebsrat möglichst früh einbeziehen.

Ihr Ulf Weigelt