Heute eine neue Verpackung für eine Schokolade, morgen der Karton für ein Haarfärbemittel: Der Berufsalltag von Nika Bajec ist abwechslungsreich. Die Verpackungsdesignerin ist Design-Direktorin in einer Agentur, die sich auf Produktverpackungen spezialisiert hat. Täglich hat sie es mit den unterschiedlichsten Marken und Produkten zu tun.

Im Fachjargon heißt Bajecs Job auch Packaging Designer. Am Anfang jedes neuen Auftrags muss sie herausfinden, welche Anforderungen der Kunde an die Verpackung hat. Handelt es sich um ein ganz neues Produkt oder soll eine Verpackung für ein bestehendes Produkt bloß verbessert oder aufgehübscht werden? Soll es zweckmäßig, modern, bunt oder eher schlicht sein?

In der Regel bringen die Kunden schon jede Menge Wünsche und Vorstellungen mit. Im ersten Briefing klären Bajec und ihre Kollegen mit den Auftraggebern Ansprüche und Ziele. Je nach Umfang sitzen gleich mehrere Designer am Projekt.

Um das passende Design zu entwickeln, müssen die Kreativen die Marke gut kennen. Was macht sie aus, welche Merkmale müssen bei der neuen Verpackung beibehalten werden? Dabei müssen die Designer auch das Budget des Kunden berücksichtigen. Was ist preislich machbar, was technisch umsetzbar? Zusätzlich informieren sie sich über den Markt, analysieren Konkurrenzprodukte und lassen sich inspirieren. Strategisches Denken und die Positionierung der Marke dürfen die Designer dabei nie außer Acht lassen. Wen soll das Produkt ansprechen? Was möchten wir mit der Verpackung ausdrücken?

Bajec und ihre Kollegen fertigen dann erste Ideen als Skizzen an. Darauf entwickeln sie die Designs, die sie dem Kunden vorstellen. "Anhand des Feedbacks folgen oft noch mehrere Überarbeitungen", sagt Bajec. Hat sich der Kunde nach mehreren Durchläufen für einen Entwurf entschieden, so werden die Designs auf Pappe aufgezogen und dem Kunden erneut präsentiert. Nicht selten wird auch ein Dummy erstellt, der der Endverpackung schon sehr nahe kommt. "Die Haptik ist wichtig für das Wertigkeitsgefühl. Es ist immer noch mal etwas anderes, wenn man das Produkt in der zukünftigen Verpackung in der Hand halten kann", sagt Bajec.

Endlich geht es dann an die Reinzeichnung. Alles wird drucktechnisch so aufbereitet, dass die Verpackung nach den Vorgaben produziert werden kann.

Man muss Werbung lieben

Einen klassischen Ausbildungsweg in den Beruf gibt es nicht. Die meisten haben Kommunikations-, Industrie- oder Produktdesign studiert oder eine Ausbildung zum Mediendesigner abgeschlossen. Innerhalb des Studiums zum Kommunikationsdesigner lernen die Studenten viel über Marken, Design, Marketing und Werbung. Natürlich wird der Nachwuchs auch im Umgang mit den gängigen Computerprogrammen geschult. Zusätzlich stehen, abhängig vom Studiengang, auch Seminare über Fotografie, Multimedia sowie Typografie auf dem Studienplan. "Darüber hinaus sind aber insbesondere Markenverständnis und Marketingkenntnisse sehr wichtig für unsere Arbeit", sagt Bajec.

Arbeitgeber sind in der Regel auf Verpackungsdesign spezialisierte Agenturen, aber auch direkt bei Unternehmen, die eine eigene Designabteilung haben, finden Verpackungsdesigner einen Job. "Viele arbeiten auch einfach als Freelancer", sagt Bajec.

Für die Arbeit sind Kreativität sowie ein großes Interesse für Design vonnöten. "Man kann Kreativität zwar lernen, man sollte aber schon kreatives Talent mitbringen", sagt die Designerin. Auch eine Vorliebe für Kunst oder Architektur seien hilfreich. Neugierde, zeichnerisches Talent, ein gutes Auge für Design, Formen und Farben, ein strategisches Markenverständnis, Liebe für Details und umfangreiches Wissen über Marken runden das Profil ab.

Zudem sollte man als Packaging Designer stressresistent sein. Insbesondere wenn eine Präsentation ansteht, wenn also Zeitdruck herrscht, könne die Arbeit bisweilen stressig werden. Dafür brächte der Beruf aber viele positiven Seiten mit sich. "Wir haben viel mit Menschen zu tun, arbeitet viel im Team. Und wir sind auch viel unterwegs", verrät Bajec. Mal zum Fotoshooting, immer wieder zur Druckabnahme in der Druckerei. Außerdem sei jedes Projekt anders. "Die Arbeit ist immer wieder aufs Neue eine Herausforderung."

  • Arbeitszeit: etwa 40 Stunden pro Woche, Überstunden bisweilen möglich;
  • Verdienst: Einstieg ab etwa 25.000 Euro brutto im Jahr, in Führungspositionen auch 50.000 Euro möglich;
  • Ausbildung: in der Regel Kommunikations- oder Industriedesign-Studium