© Statista für ZEIT ONLINE

Der Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben gelingt Menschen in ganz Europa immer schlechter. Das stellt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer neuen Studie fest, deren Ergebnisse das Statistikportal Statista in einer Infografik für ZEIT ONLINE zusammengefasst hat. 

Der von der OECD für die Studie erstellte Better-Life-Index untersucht, wie gut die Menschen in den OECD-Staaten Berufstätigkeit und Familie miteinander vereinbaren können. Dazu werden Fragen nach verschiedenen Lebensbereichen gestellt. Die Antworten werden zu einem Durchschnittswert auf einer Skala von null bis fünf zusammengefasst, wobei ein Wert von null eine optimale Balance zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben darstellt und ein Wert von fünf für absolute Unvereinbarkeit steht.

Der Befragung zufolge machen sich viele Menschen nach Feierabend noch Sorgen über Probleme, die mit ihrer Arbeit zusammenhängen. Auch gelingt es immer weniger Menschen, abzuschalten oder sich nach der Arbeit zu Freizeitaktivitäten aufzuraffen. Viele gaben außerdem an, dass Familie und Freunde unter ihrer hohen Arbeitsbelastung leiden.

2004, als die Zahlen das letzte Mal erhoben wurden, lag der Index für Deutschland noch bei 2,62 Punkten. Sechs Jahre später war der Wert auf 2,74 geklettert. Noch schlechter sieht es in Tschechien aus. Hier hat sich das Verhältnis von Arbeit und Freizeit auf einen Wert von 2,54 auf 2,83 Punkte verschlechtert. Und selbst in Schweden, das sonst oft als Positivbeispiel für eine Arbeitsgesellschaft mit einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht, hat sich das Verhältnis verschlechtert. Hier stieg der Wert von 2,56 auf 2,66 Punkte. 

Lediglich in Polen scheint Arbeit besser mit Freizeit in einem Ausgleich zu stehen. Hier verbesserte sich der Work-Life-Index von 2,74 Punkten auf 2,62 Punkten.

Unterdessen teilte am Mittwoch die von Kranken- und Unfallversicherungen getragene Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) mit, dass die ständige Erreichbarkeit im Job für viele Beschäftigte in Deutschland zugenommen habe und zum gesundheitlichen Problem werden kann. Zwei Drittel der Erwerbstätigen leisteten demnach regelmäßig Überstunden, jeder Fünfte fühlt sich von seinem Arbeitgeber unter Druck gesetzt, immer mehr leisten zu müssen. 22 Prozent gaben an, dass sie auch in ihrer Freizeit ständig für den Arbeitgeber ansprechbar sein müssten. Und rund jeder Vierte besagte, dass er häufig Aktivitäten mit Freunden und Familie in der Freizeit ausfallen ließe, weil er sonst keine andere Möglichkeit hätte sich auszuruhen.